Das Euter einer Kuh ist eines ihrer wichtigsten und empfindlichsten Organe. Erfahrene Landwirte können den Gesundheitszustand des Tieres anhand seines Zustands beurteilen. Bei äußeren Veränderungen wie Schwellungen sollte ein Tierarzt konsultiert werden.

Ursachen des Auftretens
Tierärzte weisen darauf hin, dass Euterschwellungen am häufigsten bei Kühen nach dem Kalben auftreten, aber auch bei nichtkalbigen Kühen vorkommen können. Die Hauptursachen für Euterschwellungen sind:
- Vergiftung bei einer Kuh während der gesamten Trächtigkeit;
- verschiedene Herzkrankheiten bei Tieren;
- Nierenprobleme;
- Ungeeignete Ernährung einer Färse mit ihrem ersten Kalb während der Trächtigkeit;
- ungleichmäßige Blutzirkulation, zu geringe Durchblutung des Euters.
Alle oben genannten Ursachen können Schwellungen hervorrufen, und manchmal tritt dieser Zustand bei einer Kuh unmittelbar vor der Geburt eines Kalbs auf. Landwirte stoßen jedoch am häufigsten auf dieses Problem, nachdem das Tier bereits gekalbt hat.
Experten weisen darauf hin, dass diese Krankheit häufig bei Rindern beobachtet werden kann, deren tägliche Ernährung zwar große Mengen an Protein, aber unzureichendes oder gar kein Heu oder Stroh enthielt.
Schilder
Jeder Landwirt sollte die Hauptanzeichen eines Euterödems kennen, da ihm dieses Wissen hilft, den Krankheitsverlauf frühzeitig zu erkennen und tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Folgende Symptome gelten als die wichtigsten der Erkrankung:
- Die Haut an der Oberfläche des Organs verdickt sich und ähnelt in Aussehen und Haptik einem Teig;
- Die Schwellung verschwindet nicht, wenn man auf die Haut des Euters drückt; es dauert viel länger, bis das Organ nach dem Drücken wieder seine ursprüngliche Form annimmt;
- Schwellungen können nicht nur im gesamten Organ, sondern auch im vorderen oder hinteren Teil beobachtet werden;
- Die Temperatur der Haut direkt am Euter ist kälter als an anderen Körperteilen des Tieres;
- Eine Schwellung im Bereich der Brustwarzen ist besonders auffällig; ihr Erscheinungsbild unterscheidet sich von dem derjenigen, bei denen dieses Phänomen noch nicht aufgetreten ist.
- Nach der Geburt eines Kalbs kann die Schwellung des Euters an der einen oder anderen Stelle auftreten;
- Ein Anstieg der Körpertemperatur nach dem Kalben wird bei Kühen nicht häufig beobachtet;
- Das Aussehen der Milch verändert sich bei Ödemen äußerst selten, ihre Menge kann höchstens abnehmen;
- Die Kuh empfindet keinerlei Unbehagen, wenn man ihre Zitzen berührt;
- Die Schwellung, die vor der Geburt auftritt, kann wieder verschwinden, wenn im Körper des Tieres alles in Ordnung ist.
Mögliche Komplikationen und Folgen
Tierärzte raten davon ab, dieses Problem bei Kühen zu ignorieren. Eine Euterschwellung über mehrere Tage vor und nach dem Kalben gilt zwar nicht als Krankheit, sollte aber dennoch engmaschig überwacht werden, da sie die Widerstandsfähigkeit des Eutergewebes und des gesamten Körpers gegenüber schädlichen Bakterien verringern kann.
Darüber hinaus kann eine Schwellung zur Entwicklung einer Krankheit beim Tier führen, wie zum Beispiel MastitisDie Erkrankung kann auch chronisch werden, wodurch das Bindegewebe wächst und dichter wird. Unter diesen Bedingungen vergrößert sich das Euter, während die Milchmenge, die die Kuh produzieren kann, abnimmt.
Es ist wichtig zu wissen, dass Mastitis in Stadien verlaufen kann. Anfangs kann sie serös oder katarrhalisch sein. Diese Form der Erkrankung ist durch einen verminderten Milchfluss aufgrund von Verstopfungen in den Milchgängen gekennzeichnet. Die Kuh zeigt jedoch keine Verschlechterung ihres Zustands, und die Körpertemperatur kann lediglich in den geschwollenen Bereichen des Euters erhöht sein.
Ein Landwirt kann diese Krankheitsart durch Abkochen der Milch feststellen. Bei seröser Mastitis zerfällt die Milch in Flocken, während sie bei katarrhalischer Mastitis Fett verliert.
Neben den bereits erwähnten Mastitisformen gibt es eine gefährlichere Form, die fibröse Mastitis. Diese entwickelt sich häufig zu einer eitrigen Mastitis. Fibröse Mastitis verursacht Fieber, Knoten im Euter und Schmerzen. Die eitrige Mastitis ist durch Eiterbildung und Entzündungen im Eutergewebe gekennzeichnet.
Tierärzte empfehlen, die Behandlung einer Mastitis im Frühstadium zu beginnen, um zu verhindern, dass das Tier die Milchproduktion einstellt.
Wie behandelt man Euterschwellungen?
Ein Tierarzt wird der Kuh Medikamente verschreiben. Die eigenständige Auswahl von Medikamenten ist nicht zulässig, da sie die Situation verschlimmern kann.
Zur Behandlung der Erkrankung verschreiben Ärzte meist intravenöses Calciumgluconat. Dieses Medikament trägt zur Normalisierung der Durchblutung bei. Alternativ kann auch Calciumchlorid empfohlen werden, da es ähnliche Eigenschaften besitzt. Die genaue Dosierung und Behandlungsdauer werden nach der Untersuchung der Kuh individuell festgelegt.
Zur Wiederherstellung der Herz-Kreislauf-Funktion verschreiben Tierärzte auch die subkutane Verabreichung von Koffeinbenzoat. Zusätzlich kann der Arzt abschwellende Salben wie beispielsweise Rifefen verschreiben, das Phenylbutazon und Aluminium enthält.
Zusätzlich zu dieser Salbe kann Ihr Tierarzt Ihnen Wismut-Zink-Salbe verschreiben, die mehrmals täglich aufgetragen werden sollte. Auch Vishnevsky-Salbe und Ichthyol-Salbe sind wirksam. Diese Medikamente wirken entzündungshemmend, verändern aber den Geschmack der Milch.
Manchmal verschreiben Ärzte Diuretika und Abführmittel. Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Medikamente erst im letzten Stadium der Behandlung verschrieben werden und nicht zu Beginn der Erkrankung eingesetzt werden sollten.
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung kann ein Tierarzt Rinderhaltern eine Eutermassage empfehlen. Diese Behandlung dient dazu, die Durchblutung und den Lymphfluss im Euter zu verbessern und den Druck im Gewebe zu reduzieren. Cremes und Salben dürfen während der Eutermassage nicht verwendet werden.
Im folgenden Video erfahren Sie außerdem, wie Sie Euterschwellungen bei Kühen vorbeugen und behandeln können:
Volksheilmittel
Statt Medikamenten kann ein Tierarzt die Behandlung einer Kuh mit Hausmitteln empfehlen. Eine der beliebtesten Behandlungen ist ein Umschlag aus Heustaub. Wenn die Kuh relativ ruhig ist, ist diese Methode gut wirksam. Man kann auch versuchen, Schwellungen mit warmen Umschlägen zu reduzieren. Tierärzte empfehlen außerdem, das Euter abzubinden, wenn es stark hängt.
Einige erfahrene Landwirte behandeln die Erkrankung durch eine Umstellung der gewohnten Fütterung. Besonders wichtig ist es, die Ernährung der Kuh während der Trächtigkeit und nach dem Kalben zu überwachen. Salz und kalorienreiches Futter sollten in dieser Zeit vermieden werden.
Die Tiere sollten mit hochwertigem Heu gefüttert werden. Tierärzte raten Tierhaltern außerdem, dem Melkvorgang mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Eine Kuh melken Mindestens 7-8 Mal täglich. Es ist außerdem wichtig, dass die Kuh ausreichend Wasser trinkt. Spezielles Dillwasser kann die Genesung beschleunigen.
Bei einem geschwollenen Euter ist es wichtig, mechanischen Stress für das Tier zu vermeiden. Dennoch benötigt es täglich 2–3 Stunden frische Luft.
Gibt es irgendwelche Präventivmaßnahmen?
Um einer Euterschwellung bei einer trächtigen Kuh vorzubeugen, sollte sie täglich Auslauf bekommen und kein fettreiches Futter erhalten. Tritt dennoch eine Schwellung auf, müssen diese Futtermittel bis zur vollständigen Genesung komplett vom Speiseplan gestrichen werden. Besondere Aufmerksamkeit bei der Fütterung ist etwa zwei Wochen vor und mindestens zehn Tage nach der Geburt erforderlich.
Um einer Mastitis durch Schwellungen vorzubeugen, muss die Kuh sauber gehalten werden. Im Stall sollten gleichmäßige Temperaturschwankungen herrschen und die Einstreu täglich gewechselt werden. Bevor die Kuh über den Winter in den Stall kommt, muss dieser gründlich desinfiziert werden, um alle Bakterien abzutöten. Das Melken sollte besonders schonend erfolgen.
Eine Euterschwellung bei einer Kuh deutet nicht immer auf eine Erkrankung hin, sollte aber dennoch vom Besitzer beachtet und ein Tierarzt konsultiert werden. Unbehandelt kann sie zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
