Fischsterben in privaten Teichen und natürlichen Gewässern führt zur Zerstörung der Wasserlebewesen und beeinträchtigt die Fangquoten sowie die ökologische Gesundheit des Teichs. Dieses Phänomen tritt zu verschiedenen Jahreszeiten und aus unterschiedlichen Gründen auf.
Was ist Fischsterben?
Fischsterben bezeichnet das massenhafte Absterben von Wasserorganismen durch Ersticken infolge von Sauerstoffmangel (Hypoxie). Dies tritt ein, wenn ein teilweiser oder vollständiger Mangel an gelöstem Sauerstoff vorliegt.
In dieser Form dringt es auf zwei Arten in Wasser ein:
- wird bei der Photosynthese freigesetzt (aufgrund der Aktivität von Algen);
- wird durch das Einfangen und Auflösen von Luft bei Regen und Wind umgewandelt.
Gründe
| Name | Widerstandsfähigkeit gegen Hypoxie | Die Fähigkeit zum Winterschlaf | Empfindlichkeit gegenüber Umweltverschmutzung |
|---|---|---|---|
| Forelle | Niedrig | NEIN | Hoch |
| Zander | Niedrig | NEIN | Hoch |
| Pike | Durchschnitt | NEIN | Durchschnitt |
| Barsch | Durchschnitt | NEIN | Durchschnitt |
| Döbel | Durchschnitt | NEIN | Durchschnitt |
| Asp | Durchschnitt | NEIN | Durchschnitt |
| Karausche | Hoch | Ja | Niedrig |
| Schleie | Hoch | Ja | Niedrig |
| Schmerle | Hoch | Ja | Niedrig |
| Rotan | Hoch | Ja | Niedrig |
Alle Gewässer ohne konstante Strömung und mit hohem Eutrophierungsrisiko sind anfällig für Massensterben von Fischen. Dabei sättigt sich das Wasser mit Nährstoffen (meist Phosphor und Stickstoff), was zu einer Verschlechterung des aquatischen Ökosystems beiträgt.
Barsch, Stör und Lachs sind als erste von Fischsterben betroffen, da sie als besonders anfällig gelten. Die folgenden Wasserlebewesen reagieren etwas weniger empfindlich auf Sauerstoffmangel:
Karauschen, Schleien, Schmerlen und Rotanen können problemlos in sauerstofffreien Gewässern überleben. Einige Arten sind sogar in der Lage, sich in den Schlamm einzugraben und während ungünstiger Perioden zu überwintern.
Sauerstoffmangel ist die Hauptursache für das Absterben der Algen. Er tritt auf natürliche Weise auf, wenn Algen ihren Photosyntheseprozess automatisch umkehren, d. h. die Pflanzen nehmen Sauerstoff auf, anstatt ihn abzugeben.
Viele natürliche Faktoren tragen zur Hypoxie bei. Dazu gehören vor allem die reduzierten Lichtverhältnisse im Winter, anhaltende Bewölkung und so weiter.
Weitere Gründe, die zum Fischsterben beitragen:
- Invasive Erkrankungen. Meist handelt es sich um eine Infektion mit pathogenen Mikroorganismen wie Trichodiniose, Ichthyophthirius und Chilodonellose. Die Bakterien vermehren sich aktiv, scheiden Stoffwechselprodukte aus, infizieren Wasserorganismen und verbrauchen Sauerstoff.
- Erhöhte Eisenkonzentration im Wasser. Dieses Phänomen ist besonders im Sommer bei heißem, sonnigem Wetter gefährlich, wenn die Vegetation aktiv zu wachsen beginnt. Mikroorganismen zersetzen es, wodurch organisches Eisen entsteht.
Dieses Problem ist leicht zu erkennen: Auf der Oberfläche des Teichs bildet sich ein Eisenfilm, und im Winter steigt ein Schwefelwasserstoffgeruch auf. - Schleppnetzfischerei im Winter. Fischereiunternehmen nutzen die Grundschleppnetzfischerei. Bei diesem Verfahren werden alle Wasserschichten vermischt, wodurch Sauerstoff in die Luft gelangt.
- Ein abrupter Wechsel der Lufttemperatur. Der Faktor trägt dazu bei, das Wachstum von Algen zu stoppen, die für Fische lebenswichtigen Sauerstoff produzieren.
- Verschmutzung eines Gewässers. Gelangen kommunale oder industrielle Abfälle, einschließlich Abwasser, in einen Teich, wird das Wasser mit Schwefelwasserstoff, Methan, Wasserstoffperoxid oder Wasserstoffperoxid verunreinigt. Diese schädlichen Gase verringern den Sauerstoffgehalt.
- Toxischer Einfluss. Substanzen wie Phenol, Cyanid, Eisenhydroxid, Ammoniak, Formaldehyd, Wasserstoffperoxid usw. verursachen bei Freisetzung in ein Gewässer eine Massenvergiftung von Fischen und anderen lebenden Wasserorganismen.
- Giftige Substanzen. Sie gelangen meist bei Starkregen ins Wasser, wenn der Boden von der Oberfläche weggespült wird. Solche Situationen treten häufig in Gewässern auf, die an Siedlungen, landwirtschaftliche Betriebe und andere Gewerbebetriebe sowie an Bergwerksanlagen angrenzen.
Arten des Phänomens
Sauerstoffmangel in einem Teich ist abhängig von äußeren Faktoren, insbesondere von der Luft- und Wassertemperatur sowie der Lichtintensität, die als Sprungschicht (Thermokline) bezeichnet wird. Das Temperaturregime in einem Teich schwankt:
- An der Oberfläche ist das Wasser vollständig erwärmt;
- Ganz unten ist es absolut kalt.
Dieser Gradient beeinflusst auch die Dichte der Flüssigkeit – je kälter das Wasser, desto höher seine Dichte. Zudem ist der Temperaturabfall recht abrupt, es gibt also keinen sanften Übergang. Die Thermokline markiert die Grenze, an der die Temperaturschwankungen abrupt brechen.
Dieser Unterschied wirkt sich auf den Sauerstoffgehalt aus, der in der Tiefe höher ist.
Die Temperatur ermöglicht es uns, den Frost in saisonale Arten zu unterteilen:
- Winter. Dieses Phänomen tritt am häufigsten von Januar bis April auf. Hauptursache ist starker Frost. Auf der Oberfläche des Teichs bildet sich eine dichte Eiskruste, die die Durchmischung des Wassers verhindert.
Auch übermäßig trockene Sommer, insbesondere solche, die sich über zwei Saisons wiederholen, tragen zum Fischsterben im Winter bei. Durch das flache Wasser gefriert das gesamte Wasser, wodurch die Dicke der wärmenden Fischschichten deutlich reduziert wird. Bei starkem Frost und gleichzeitig niedrigem Wasserstand verschwindet die wärmende Schicht sogar vollständig. - Sommer. Die Frostperiode dauert von Juni bis Ende Juli. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Bei warmem Wetter erwärmt sich die aquatische Umgebung gut, d. h. die Menge an kalten Massen – Sauerstoffträgern – wird deutlich reduziert;
- Mit steigender Temperatur im Stausee werden pathogene Bakterien und Zooplankton aktiv und vermehren sich rasant.
- Nacht. Nachts produzieren Algen, wie die meisten Landpflanzen, keinen Sauerstoff, sondern nehmen ihn aus dem Wasser auf. Charakteristisch für dieses Phänomen ist, dass das Erfrieren der Fische vorwiegend am frühen Morgen auftritt und mit Sonnenaufgang aufhört.
Es gibt noch einen weiteren Grund, der mit der Sommerzeit zusammenhängt. Aufgrund des starken Algenwachstums dringt das Licht nicht tief ins Wasser ein, sondern konzentriert sich an der Oberfläche. Die tieferen Pflanzenschichten erhalten nicht genügend Licht für die Photosynthese und kämpfen stattdessen ums Überleben, indem sie das verbleibende nützliche Gas absorbieren.
Äußere Faktoren, die zum Fischsterben führen
Bei Sauerstoffmangel werden Fische aktiver und schlagen unruhig im Wasser um sich. Dadurch steigt ihr Sauerstoffbedarf noch weiter. In diesem Stadium setzen oxidative Prozesse ein, die zur Bildung von Milchsäure beitragen.
Hypoxie äußert sich wie folgt:
- Erblassen der Kiemen;
- Aufhellung und sogar Blaufärbung der Mundschleimhaut (je nach Grad des Mangels an dem Stoff);
- Trübung der Augen;
- erhöhte Atemfrequenz;
- Öffnung der Mundhöhle und der Kiemendeckel;
- Kiemenspreizung;
- Dunkelfärbung des Blutes – die Körperflüssigkeit nimmt eine dunkelkirschrote Farbe an und gerinnt nicht.
Es gibt auch Anzeichen für ein unmittelbar bevorstehendes Fischsterben. Fischer und Fischzüchter achten stets darauf.
Indikatoren:
- Kleine Wassertiere verhalten sich ungewöhnlich – Krebstiere, Insekten und ähnliche Lebewesen treiben an die Oberfläche, fangen zunächst an, wild um sich zu schlagen, und sterben dann.
- Ein niedriger Sauerstoffgehalt im Wasser führt zur Verdunkelung von Angelschnüren und Ködern (ausschließlich aus Kupfer oder Messing);
- Im Winter steigen die Fische nicht zu den Eislöchern auf.
Wie kann man den Sauerstoffgehalt in einem Teich bestimmen und Fische retten?
Zur Messung der Sauerstoffkonzentration im Wasser wird ein spezielles Gerät, ein Thermooximeter, verwendet. Werte zwischen 6 und 7 mg/L deuten auf drohendes Gefrieren hin.
Das Retten von Fischen vor dem Einfrieren in Stauseen ist aus ökologischer und fischzuchttechnischer Sicht unerlässlich. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Methoden entwickelt. Sie werden unmittelbar während und vor dem Einsetzen des Sauerstoffmangels, also präventiv, angewendet.
- ✓ Die Kabellänge muss der Tiefe des Reservoirs entsprechen.
- ✓ Das Vorhandensein einer wartungsfreien Sonde vereinfacht die Bedienung.
- ✓ Beständigkeit gegen Wasser und Korrosion.
Was können Sie tun?
- Belüftung. Es gibt ein spezielles Gerät zur Sauerstoffanreicherung von Wasser. BelüfterEr kann durch einen Kompressor mit Luftsprühfunktion ersetzt werden.
Bei größeren Teichen empfiehlt sich der Einsatz von Belüftern mit Strömungsgenerator. Das Gerät erzeugt zudem eine gleichmäßige Strömung, die das Wasser durchmischt und so Sauerstoff produziert. - Entwässerung, Reinigung. Wenn die Ursache für das Zufrieren des Teichs in einer Verschmutzung liegt, wird das Abwasser aus dem Teich abgeleitet. Ist dies nicht möglich, wird eine Algifizierung durchgeführt.
Dabei wird eine Grünalge namens Chlorella in den Fluss eingebracht. Sie reinigt das Wasser schnell von unerwünschten Verunreinigungen, absorbiert Stickstoff und Phosphor und neutralisiert Erdölprodukte. - Sauerstofftabletten. Bei der Verwendung in großflächigen Fischzuchtbetrieben werden dem Wasser spezielle Präparate zugesetzt, um Sauerstoff anzureichern.
- Wasserpflanzen. Das Verfahren beinhaltet das Entfernen überschüssiger Vegetation aus dem Teich im Sommer. Hierfür werden ein Wassermäher und eine Bodenegge eingesetzt.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Teich mit Fischen zu besetzen, die sich ausschließlich von Algen ernähren. Dazu gehören Marmorkarpfen, Graskarpfen und andere. - Desinfektion. Um invasive Krankheiten zu vermeiden, wird empfohlen, den Teich vor dem Überwintern mit Branntkalk im Verhältnis 100 kg pro Hektar zu behandeln.
Eine weitere vorbeugende Maßnahme gegen Fischsterben ist die Instandhaltung des Eislochs. Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn kein Belüfter vorhanden ist. Die Durchführung erfolgt im Winter vor dem Fischsterben. So geht's:
- Eis zweimal pro Woche hacken;
- Stroh, Schilf oder Binsen zu Bündeln zusammenbinden und unter dem Eis einfrieren;
- Löcher rund um den Teich graben – mindestens 4 pro Hektar;
- Um die Eislöcher zu isolieren, legt man hohle Halme von Seggen oder Rohrkolben in das Loch;
- Die Oberfläche von Schneehaufen befreien (ultraviolettes Licht dringt unter die Eisblöcke).
Um Fischsterben zu vermeiden, sind vorbeugende Maßnahmen wie die Untersuchung des Teichwassers auf unerwünschte Stoffe und Bakterien durch Probenentnahme und Laboranalyse unerlässlich. Auch die Beobachtung äußerlicher Anzeichen von Fischsterben ermöglicht eine rechtzeitige Stabilisierung der Situation.

