Die Gargamel-Tomate ist eine exotische Sorte mit sehr ungewöhnlichen Früchten. Diese enthalten Anthocyane, die ihnen ihre dunkle Farbe verleihen. Die bemerkenswerte Sorte ist recht robust und einfach anzubauen; die größte Herausforderung besteht darin, an das Saatgut zu gelangen, da große russische Agrarunternehmen diese Sorte nicht anbieten.
Die Entstehungsgeschichte der Garmagel-Tomate
Die Sorte Gargamel wurde in Pennsylvania, USA, von Phil Seneca von Good Mind Seeds, einem Tomatenzüchter, entwickelt.
Die Sorte verdankt ihren Namen der gleichnamigen Figur aus der Zeichentrickserie „Die Schlümpfe“, die eine schwarze Robe und rote Stiefel trägt – diese Farbkombination entspricht der Farbe der Gargamel-Tomatenfrüchte.
Beschreibung der Sorte
Die Gargamelle-Sorte bildet kräftige, mittelgroße, unbestimmte Sträucher, die eine Höhe von 150–180 cm erreichen. Die Blätter sind dünn, mittelgroß, leicht behaart und runzelig. Die Stängel sind dick, purpurfarben, und die Blüten sind einfach. Die Sträucher haben spärliches Laub. Die Blütenstiele sind gegliedert.
Beschreibung der Früchte
Die Tomatensorte Gargamel bringt kleine, feste Früchte mit einer für Tomaten ungewöhnlichen, ja fast fantastischen Färbung hervor. Jede Fruchtrispe trägt 3–6 Früchte. Die Früchte enthalten 2–3 Samenkammern.
Kurzbeschreibung der Früchte:
- Farbe unreifer Früchte: grün und blau gestreift
- Farbe reifer Früchte: Rot-Blau, Lila.
- Zellstofffarbe: Kirsche.
- Bilden: Elliptisch, pflaumenförmig. Es gibt Exemplare mit stumpfem Ausguss.
- Haut: dicht, glatt, glänzend.
- Gewicht: von 100 bis 200 g
Geschmack und Zweck
Gargamelfrüchte haben ein saftiges, fleischiges Fruchtfleisch mit einem angenehmen Geschmack. Sie haben fruchtige Noten mit einer leichten Süße. Trotz ihres hohen Saftgehalts lassen sie sich leicht schneiden – der Saft läuft nicht aus. Die Früchte sind vielseitig verwendbar: Man kann sie frisch essen, in Scheiben geschnitten in Salate geben, würfeln oder als ganze Frucht einkochen.
Eigenschaften
Die Tomatensorte Gargamel ist eine ultrafrühe Sorte. Sie reift bereits 70–75 Tage nach der Keimung. Pro Quadratmeter können bis zu 9 kg Früchte geerntet werden, pro Strauch bis zu 5 kg. Diese Sorte weist die für Tomaten typische Kälte- und Trockenheitstoleranz auf.
Für und Wider
Die amerikanische Gargamel-Sorte bietet neben ihrem ungewöhnlichen Aussehen viele Vorteile. Bevor Sie diese faszinierende Sorte in Ihrem Garten anpflanzen, sollten Sie sich mit ihren Vor- und Nachteilen vertraut machen.
Landung
Die Sorte Gargamel wird, wie die meisten Tomaten, hauptsächlich aus Setzlingen gezogen. Vor dem Pflanzen ist es wichtig, das Saatgut, die Anzuchterde und die Beete im Garten oder Gewächshaus vorzubereiten – alles muss korrekt und innerhalb der in den Anbaurichtlinien vorgegebenen Fristen erfolgen.
- ✓ Optimale Bodentemperatur für die Pflanzung von Setzlingen: +12..+14 °C.
- ✓ Erforderliche Sonnenlichtmenge pro Tag: mindestens 8-10 Stunden.
Saatgutvorbereitung
Für die Anzucht kräftiger und gesunder Setzlinge benötigt man hochwertiges Pflanzmaterial. Um die Aussaat nicht keimfähiger Samen zu vermeiden, werden diese vorsortiert, indem man sie in eine Salzlösung taucht – alle defekten Samen schwimmen an die Oberfläche.
Es wird außerdem empfohlen, die Samen zu desinfizieren, falls diese nicht bereits vom Hersteller behandelt wurden. Zur Desinfektion kann eine Lösung aus Kaliumpermanganat oder Natron verwendet werden. Ebenso wichtig ist die Behandlung der Samen mit einem Wachstumsförderer wie Zircon oder Epin. Der letzte Vorbereitungsschritt ist die Keimung in einem feuchten Mulltuch.
Anwachsende Sämlinge
Samen für Setzlinge werden üblicherweise im März ausgesät. Sie wachsen etwa 1,5 bis 2 Monate. Der Aussaatzeitpunkt wird anhand dieser Zeitspanne berechnet.
Merkmale beim Anwachsen von Sämlingen:
- Für die Sämlinge werden Pflanzgefäße – Töpfe, Becher, Anzuchtkassetten oder Torftöpfe – vorbereitet. Kunststoffbehälter werden stets durch Ausspülen mit kochendem Wasser desinfiziert. Anschließend werden sie mit einem Nährsubstrat befüllt, entweder einem gekauften oder einem selbst hergestellten.
- Sie können eine Erdmischung für Sämlinge aus Rasensoden, Torf, Kuhmist und Sand herstellen. Geben Sie der Mischung Ammoniumnitrat, Kaliumchlorid und Phosphate hinzu.
- Säen Sie die Samen mit einer Sprühflasche in angefeuchtete Erde. Die Saat sollte nicht tiefer als 1 cm erfolgen. Halten Sie einen Abstand von 3–4 cm zwischen den Samen ein. Bedecken Sie die Samen mit Erde und befeuchten Sie diese leicht, ohne sie anzudrücken.
- Die Samen werden mit einem transparenten Material, z. B. Plastikfolie, abgedeckt und in einen warmen Raum gestellt. Sobald die Keimlinge erscheinen, wird die Abdeckung entfernt und die Samen in einen kühleren Raum gebracht oder die Temperatur dort gesenkt, sie sollte jedoch nicht unter 12 °C fallen.
- Verwenden Sie zum Gießen von Sämlingen abgestandenes, nicht kaltes Wasser. Gießen Sie, sobald die Erde trocken ist, aber vermeiden Sie Staunässe, da diese die Entwicklung von Pilzkrankheiten begünstigt.
- Die Sämlinge werden alle zwei Wochen gedüngt. Hierfür werden flüssige Mineraldünger verwendet. Eine Woche nach dem Umpflanzen (in separate Töpfe mit leicht gestutzten Wurzeln) wird eine Nährlösung aus 5 g Ammoniumnitrat, 20 g Superphosphat und 5 g Kaliumsalz, verdünnt in 5 Litern Wasser, auf die Wurzeln gegeben.
Auswahl eines Standorts
Gargamel-Tomaten sollten an sonnigen Standorten gepflanzt werden. Dadurch entwickeln die Früchte Anthocyane und nehmen eine dunkle Farbe mit violett-blauen Nuancen an. Die Pflanzen benötigen mindestens 8–10 Stunden Sonnenlicht pro Tag. Dunkle Tomaten sind besonders gesund.
Die besten Vorpflanzen für die Tomatensorte „Gargamel“ sind Hülsenfrüchte, Hafer und Senf. Diese Pflanzen reichern den Boden mit wichtigen Nährstoffen für Tomaten an. Der Standort sollte eben und frei von Staunässe sein. Er muss gut durchlässig sein, da die Tomatenpflanzen sonst anfällig für Pilzkrankheiten werden.
Wie man den Boden vorbereitet
Es empfiehlt sich, das Tomatenbeet im Herbst oder noch besser ein Jahr vor der Pflanzung vorzubereiten. Reichern Sie den Boden mit organischem Material an, indem Sie beim Bearbeiten Kompost oder Humus einarbeiten – 6–8 kg pro Quadratmeter. Lockern Sie den Boden gegebenenfalls mit Sand auf und geben Sie bei sauren Böden Kalk oder Holzasche hinzu. Auch die Zugabe von Torf ist empfehlenswert.
Der Landeprozess
Die Pflanze wird erst dann ins Freiland gepflanzt, wenn sich eine stabile Temperatur von +18…+22 °C eingestellt hat. Der Boden sollte sich auf +12…+14 °C erwärmen.
Besonderheiten beim Anpflanzen von Setzlingen der Sorte Gargamel in den Boden:
- Bereiten Sie Pflanzlöcher vor. Pro Quadratmeter sollten drei Pflanzen gesetzt werden. Der optimale Pflanzabstand beträgt 50 cm zwischen den Pflanzen und 60 cm zwischen den Reihen.
- Geben Sie 1 Esslöffel Holzasche in die Pflanzlöcher und gießen Sie 0,5 Liter Wasser hinzu. In Gewächshäusern empfiehlt sich außerdem die Zugabe von natürlichem Dünger wie Wurmkompost in einer Menge von 100 g pro Pflanze.
- Die Setzlinge werden mitsamt Wurzelballen in die Pflanzlöcher umgesetzt. Um das Herausnehmen aus den Pflanzgefäßen zu erleichtern, werden sie vorher angegossen. Die Pflanzen werden so in die Löcher gesetzt, dass ihre Wurzeln mittig sitzen.
- Bedecken Sie den Wurzelbereich mit Erde, drücken Sie diese leicht an und gießen Sie erneut mit warmem, abgestandenem Wasser. Bei Bedarf kann der Boden mit Heu, Stroh, Torf oder anderem organischen Material gemulcht werden.
Pflege
Die Gargamel-Tomate hat ein sehr ungewöhnliches Aussehen, benötigt aber die übliche Pflege. Neben Gießen und Düngen muss diese Sorte regelmäßig gestutzt, in Form gebracht und gestützt werden.
Bewässerung
Gießen Sie die Setzlinge direkt nach dem Pflanzen und lassen Sie sie anschließend 7–10 Tage ruhen. Im Freiland werden Tomaten abends, im Gewächshaus morgens gegossen. Je nach Wetter und Bodenbeschaffenheit sollte 1–3 Mal pro Woche gegossen werden. Bei heißem Wetter ist doppelt so oft zu gießen.
Zum Gießen ausschließlich warmes, sonnenerwärmtes Wasser mit einer Temperatur von etwa 20 °C verwenden. Staunässe im Boden ist unbedingt zu vermeiden, und auch Blätter und Stängel sollten nicht benetzt werden, da dies zu Sonnenbrand führen kann.
Topdressing
Tomaten werden 20 Tage nach dem Pflanzen zum ersten Mal gedüngt. Ein stickstoffreicher, komplexer Gemüsedünger wird empfohlen. Düngen Sie alle zwei Wochen. Nach der Blütezeit sollte ein Dünger mit Superphosphat und Kaliumsalz ausgebracht werden.
Beim Anbau der Gargamel-Tomate sollten mineralische und organische Düngemittel abwechselnd verwendet werden, beispielsweise eine 1:20-Verdünnung von Hühnermist. Während der Knospenbildung werden die Sträucher mit einer Borsäurelösung oder einem anderen borhaltigen Dünger besprüht, was den Fruchtansatz verbessert.
Lockern und Jäten
Nach jedem Befeuchten muss der Boden der Tomatenpflanzen aufgelockert werden. Dies sollte vorsichtig geschehen, wobei die Hacke nicht tiefer als 4–6 cm in den Boden eindringen sollte. Diese Anbaumethode gewährleistet die Belüftung der Wurzeln und fördert so das Wachstum und die Entwicklung der Pflanzen.
Bilden sich zusätzliche Wurzeln am Stängel, benötigt die Pflanze mehr Nährstoffe. Diese sollten mit Erde bedeckt (angehäufelt) werden. Lockern Sie die Erde auf und entfernen Sie dabei sämtliches Unkraut.
Bildung
Diese Sorte benötigt Erziehung. Die optimale Höhe liegt bei 2–3 Trieben. Überschüssige und trockene Triebe sowie vertrocknete Blätter sollten umgehend entfernt werden. Dies fördert eine gleichmäßige Licht- und Nährstoffverteilung. Zu starkes Beschneiden ist zu vermeiden, da dies zu wässrigen Früchten führt.
Binden Sie die Sträucher beim Wachsen an eine nahegelegene Stütze. Stützen Sie die schwersten Fruchtstände zusätzlich ab, damit sie nicht abbrechen. Entfernen Sie regelmäßig Seitentriebe – Triebe, die in den Blattachseln wachsen. Bei 1,8–2 m hohen Sträuchern können Sie die Spitze etwas einkürzen, um das seitliche Wachstum anzuregen.
Vorbeugung von Krankheiten und Schädlingen
Die Sorte Gargamel ist gegen viele gängige Krankheiten resistent. Sie ist resistent gegen Krautfäule und benötigt daher keine vorbeugende chemische Spritzung. Blattläuse und Schnecken können die Sträucher schädigen; diese lassen sich durch Besprühen mit einer Lösung aus Haushaltsseife bekämpfen.
Ernte
Tomaten werden geerntet, sobald sie reif sind. Sie werden von Hand gepflückt oder mit einem Messer abgeschnitten, inklusive Stiel. Reife Tomaten sollten nicht an den Zweigen bleiben, da sie sonst faulen und Schädlinge anlocken. Früchte, die den Boden berühren, erntet man am besten, solange sie noch grün sind.
Früchte, die bei optimaler Reife geerntet werden, können gelagert werden. An einem kühlen, dunklen Ort behalten sie ihr Aroma und ihre Marktfähigkeit für 1–2 Monate.
Rezensionen
Liebhaber exotischer und ungewöhnlicher Tomatensorten sollten sich die Gargamel-Tomate nicht entgehen lassen. Ihre Früchte sehen nicht nur sehr attraktiv aus, sondern sind auch besonders gesund. Der Anbau dieser außergewöhnlichen Tomate ist genauso einfach wie bei anderen Sorten; sie ist robust, anspruchslos und krankheitsresistent.











