Sangiovese-Trauben sind eine beliebte italienische Rebsorte, die häufig zur Weinherstellung verwendet wird. Diese Traube wird für ihr unverwechselbares Beerenaroma geschätzt, das ihren Weinen einen einzigartigen Geschmack verleiht. Die Sorte ist relativ einfach anzubauen und eignet sich daher für jeden Gärtner mit grundlegenden Kenntnissen im Weinbau.
Schöpfungsgeschichte
Die Sangiovese-Traube ist seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Man vermutet, dass frühe Vorläufer der Sangiovese bereits um 900 v. Chr. existierten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt jedoch aus dem Jahr 1590. Schon damals war bekannt, dass sich diese Sorte hervorragend für Cuvées eignet.
Eine genetische Analyse am italienischen Landwirtschaftsinstitut San Michele all'Adige ergab, dass die Vorfahren der Sangiovese-Traube die alten Rebsorten Ciliegiolo und Calabrese Montenuovo sind. Erstere ist eine alte toskanische Rebsorte, während letztere eine ausgestorbene Sorte aus der italienischen Weinregion Kalabrien ist.
Diese rote Rebsorte verdankt ihren klangvollen Namen dem lateinischen Sanguis Jovis („Blut des Jupiter“). Es gibt 14 offiziell anerkannte Sangiovese-Sorten, von denen Brunello, Cassano, Calabrese, Chiantino und Liliano die bekanntesten sind.
Verbreitung
Die Sangiovese-Traube ist in ganz Italien verbreitet, insbesondere in der Toskana, wächst aber auch in Sizilien, Kampanien, Latium und der Emilia-Romagna. Sie wird außerdem in Frankreich, Australien und Argentinien angebaut.
- ✓ Hohe Trockenresistenz dank tiefem Wurzelsystem.
- ✓ Neigt zu schnellem Wachstum und muss daher regelmäßig zurückgeschnitten werden, um einen buschigen Wuchs zu erzielen.
Beschreibung und Eigenschaften
Sangiovese-Reben wachsen in der Regel schnell und kräftig. Die Blätter dieser Sorte sind mittelgroß, tief eingeschnitten und drei- bis fünflappig. Sie sind leicht borstig behaart.
Cluster
Sangiovese-Trauben bilden dichte, kegelförmige Trauben, deren Form von zylindrisch zu kegelförmig übergeht. Sie sind mittelgroß, es können aber auch sehr große Trauben vorkommen. Die Trauben weisen oft Flügel auf. Das Durchschnittsgewicht beträgt 250 g.
Beeren
Sangiovese-Trauben sind süß und tiefschwarz, dunkelblau oder leuchtend violett. Die Farbe hängt von den Wachstumsbedingungen ab, und die Beeren können je nach Region unterschiedlich aussehen. Die Früchte sind rund, mittelgroß und dünnhäutig. Sie besitzen ein angenehmes, volles Aroma, das sich während der Gärung voll entfaltet.
Reifezeit und Ertrag
Die Sangiovese-Rebsorte reift in der Mitte der Saison. Ihre Zwitterbildung wirkt sich positiv auf den Ertrag aus. Der durchschnittliche Ertrag liegt bei 104 Zentnern pro 2 Hektar.
Ernte
Die Trauben werden sofort nach der Reife abgeschnitten, da die Beeren sonst abfallen. Die Beeren werden direkt nach der Ernte verarbeitet, da sie sehr schnell verderben.
Für und Wider
Die Sangiovese-Rebsorte ist den Menschen schon seit langer Zeit bekannt; ihre Beliebtheit verdankt sie sowohl ihren hervorragenden Geschmackseigenschaften als auch anderen Vorteilen, die diese Traube besitzt.
Landemerkmale
Der erfolgreiche Anbau von Sangiovese-Trauben hängt maßgeblich von der richtigen Pflanzung ab. Bei dieser Rebsorte ist es wichtig, auf den Standort, die Nähe zu anderen Rebstöcken, die Qualität des Pflanzmaterials und weitere Details zu achten.
- ✓ Die Pflanztiefe der Setzlinge sollte mindestens 50 cm betragen, um Stabilität und Zugang zu Feuchtigkeit zu gewährleisten.
- ✓ Der Abstand zwischen den Sämlingen sollte mindestens 2,5 m betragen, um ausreichend Platz für das Wurzelwachstum zu gewährleisten.
Besonderheiten beim Anbau von Sangiovese-Trauben:
- Auswahl eines Landeplatzes. Sie benötigt warme, sonnige und windgeschützte Standorte. Es empfiehlt sich, diese Sorte in der Nähe von Zäunen zu pflanzen, da dies Zeit und Mühe beim Anbringen von Stützen spart. Ein höher gelegener Standort ist ideal, da die Wurzeln dort vor Schmelzwasser geschützt sind. Diese Sorte gedeiht in jedem Boden, bevorzugt jedoch Schwarzerde und lehmige Böden.
- Pflanztermine. Diese Rebsorte ist wärmeliebend und wird daher üblicherweise im Frühjahr gepflanzt, um die jungen Setzlinge vor den harten Wintertemperaturen zu schützen. Weinreben werden typischerweise im Herbst, vor allem in südlichen Regionen, gepflanzt. Die Pflanzung erfolgt etwa Ende September. Die verbleibende Zeit bis zum ersten Frost gibt den Setzlingen genügend Gelegenheit, sich zu etablieren, Wurzeln zu schlagen und sich an ihren neuen Standort anzupassen.
- Nachbarschaft. Sangiovese gedeiht gut neben allen anderen Rebsorten. Wichtig ist die Einhaltung des richtigen Pflanzabstands – mindestens 2 Meter zu benachbarten Pflanzen.
- Auswahl des Pflanzmaterials. Setzlinge sollten aus Baumschulen bezogen werden, wo sie mit speziellen Fungiziden und Insektiziden behandelt werden. Sie sollten Blätter und gut entwickelte Knospen haben. Die Wurzeln sollten hellbraun sein und keine trockenen oder faulen Triebe aufweisen. Werden Stecklinge selbst geschnitten, müssen diese für die Pflanzung vorbereitet werden.
- Beschädigte Wurzelbereiche entfernen;
- Die Wurzeln mit einer Epin- oder Kornevin-Lösung behandeln.
- Baustellenvorbereitung. Es wird empfohlen, beim Ausheben des Bodens mindestens 10 Liter Humus pro Quadratmeter hinzuzufügen.
- Die Grube vorbereiten. Die empfohlene Tiefe beträgt 50 cm. Legen Sie eine Drainageschicht aus Ziegelbruch oder Blähton auf den Boden. Füllen Sie die Schicht anschließend mit einem Erdgemisch aus Schwarzerde und Humus (2:1) auf, dem 30 g Superphosphat zugesetzt werden.
- Landung Hergestellt mit Standardtechnologie.
Pflege
Die Pflege von Sangiovese-Trauben ist nicht schwierig. Man muss lediglich die üblichen landwirtschaftlichen Praktiken befolgen, die auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Rebsorte abgestimmt sind.
Pflegemerkmale:
- Bewässerung Gießen Sie alle 5–6 Tage. Achten Sie darauf, dass der Boden nicht austrocknet. Im Herbst gießen Sie die Sträucher nur halb so oft. Stellen Sie das Gießen zwei Wochen vor dem ersten Frost vollständig ein. Im Sommer empfiehlt sich das Besprühen mit warmem Wasser. Dies geschieht abends nach Sonnenuntergang.
- Topdressing Die Düngung beginnt im dritten Jahr nach der Pflanzung. Die Düngung erfolgt dann nach einem festgelegten Zeitplan: Stickstoff wird den Sträuchern im frühen Frühjahr zugeführt, ein Mehrnährstoffdünger wird nach der Blüte ausgebracht, Kalium-Phosphor-Verbindungen werden im Sommer ausgebracht und organische Substanz wird im Herbst nach der Ernte zugeführt.
- Trimmen Diese Maßnahme beginnt im dritten Jahr nach der Pflanzung. Seitentriebe werden entfernt, sodass drei verbleibende, skelettartige Zweige den Strauch bilden. Im Frühjahr werden die Sträucher zurückgeschnitten, wobei die Seitentriebe auf zwei bis drei Knospen gekürzt werden. Die verbleibenden Zweige bleiben unberührt.
- Gegen Winter Die Weinlese beginnt Ende September. Der Wurzelbereich wird mit Humus bedeckt, die Reben werden hingelegt und mit einem geeigneten Material (Agrofaser, Dachpappe usw.) abgedeckt.
Krankheiten und Schädlinge
Um Sangiovese-Trauben vor Schädlingen und Pilzkrankheiten zu schützen, ist es wichtig, vorbeugende Behandlungen rechtzeitig durchzuführen. Spritzungen im frühen Frühjahr schützen die Pflanzen während der gesamten Saison.
Werden die landwirtschaftlichen Praktiken nicht eingehalten und sind die Wetterbedingungen ungünstig, kann die Sorte beeinträchtigt werden durch:
- Bakteriose. Diese Viruserkrankung tritt während der Reifephase auf. Befallene Früchte werden von einem dunklen Belag überzogen und fallen dann ab. Die Krankheit ist unheilbar. Vorbeugung ist daher notwendig. Zur Behandlung wird Fitolavin empfohlen.
- Blattroller. Das Insekt legt Eier, aus denen Larven schlüpfen, die die Blätter fressen. Empfohlene Bekämpfungsmittel sind Iskra oder Alfacin.
- Mit einem Filzhaken. Diese Insekten verstecken sich auf der Blattunterseite und saugen den Pflanzensaft. Milbenbefall beeinträchtigt den Ertrag erheblich. Zur Vorbeugung werden Weinreben zweimal behandelt – im Frühjahr und im Herbst. Empfohlene Produkte sind beispielsweise Thiovit, Zolon oder Demitan.
Anwendung und Weinherstellung
Aus Sangiovese werden Brunello di Montalcino, Nobile di Montepulcano und Rosso di Montalcino hergestellt. Aus dieser Traube werden auch Chianti und Carmignano sowie moderne Superweine wie Tignanello hergestellt.
Sangiovese-Weine sind relativ hell in der Farbe, leicht und frisch, mit einer dezenten Säure und gut eingebundenen Tanninen. Ihr Aroma offenbart eine breite Palette an Noten, darunter Kirsche, Tabak und Früchte. Auch Pflaume, Lakritz, Veilchen, Rauch, Leder und Tonerde lassen sich im Geschmack und Aroma wahrnehmen.
Das Bouquet des Sangiovese eignet sich hervorragend für die Kombination mit Speisen. Er harmoniert besonders gut mit italienischen Gerichten, die mit Tomaten und Tomatensoße zubereitet werden. Er wird häufig zu geräuchertem Fleisch und Hartkäse, Spaghetti, Pasta und anderen Gerichten serviert.
Sangiovese-Trauben sind ein echter Klassiker der italienischen Weinherstellung und eine relativ einfach anzubauende Sorte, die auch von unerfahrenen Gärtnern problemlos kultiviert werden kann.










