Riesling ist eine weltberühmte weiße Rebsorte, die seit Jahrhunderten von Winzern angebaut wird. Diese Weintraube wird oft als „König der Weinberge“ bezeichnet und findet breite Anwendung bei der Herstellung von Säften und edlen Weinen.
Beschreibung der Riesling-Sorte
Die Riesling-Rebsorte zeichnet sich durch ihr kräftiges Wachstum aus. Ihre biologischen Eigenschaften sind typisch für die Gruppe der wüchsigen westeuropäischen Rebsorten.
Kurzbeschreibung:
- Fluchten Junge Zweige sind mit einem feinen, hellgrünen, bronzefarbenen Flaum bedeckt. Nach einem Jahr färben sich die Zweige hellbraun und weisen dunkle Knoten auf.
- Blätter Mittelgroße, runde Blätter mit drei bis fünf Lappen und einer tiefen bis mittleren Einkerbung. Die Blätter sind runzelig, sattgrün und verfärben sich im Herbst gelb. Die Blattunterseiten sind behaart. Blattstiele und junge Triebe sind weinrot.
- Blumen Zwitter. Nach der Blüte bilden sich kleine, dichte Blütenstände mit einer Länge von 8 bis 14 cm und einer Breite von 6 bis 8 cm. Die Blütenstände sind typischerweise zylindrisch oder zylindrokonisch geformt und haben einen kurzen Stiel (3 cm). Das durchschnittliche Gewicht eines Blütenstands beträgt 80–100 g.
- Beeren Die grün-weißen oder grünlich-gelben Beeren sind rund und haben eine dünne, aber feste Schale mit sichtbaren braunen Flecken. Ihr Fruchtfleisch ist saftig und enthält 2–4 Kerne. Die Beeren haben einen Durchmesser von 11–15 mm und wiegen durchschnittlich 1,3 g.
Zuchtgeschichte
Die Riesling-Traube wurde erstmals 1435 (in den Chroniken der Stadt Rüsselsheim) erwähnt. Man nimmt an, dass die Vorfahren des Rieslings Wildreben und eine Kulturrebe waren. Nachdem sie am Rheinufer entstanden war, verbreitete sie sich rasch in andere Regionen.
Man nimmt an, dass eine der Elternsorten die Gouais-Blanc-Traube war. Die Deutschen nannten sie Weißen Heunisch. Obwohl diese Sorte heute sehr selten ist, war sie im Mittelalter in Deutschland und Frankreich weit verbreitet.
Heute werden rund 60 % des Rieslings in Deutschland angebaut. Er wird aber auch in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Rumänien, den USA, Argentinien und anderen Ländern mit mildem Klima und langen warmen Jahreszeiten kultiviert. Die moderne Bezeichnung „Riesling“ für die Rebsorte wurde erstmals 1552 verwendet.
Andere Bezeichnungen:
- Rheinriesling;
- Weißer Riesling;
- Johannisberger;
- Riesling Johannisberg.
Heute zählt Riesling neben Chardonnay und Sauvignon Blanc zu den drei wichtigsten weißen Rebsorten.
Eigenschaften
Riesling genießt aus gutem Grund den Respekt der Winzer; er besitzt hervorragende Eigenschaften und ist ideal für die Lebensmittel- und Weinindustrie.
Merkmale der Riesling-Rebsorte:
- Produktivität. Das hängt von Klima, Standort und Wachstumsbedingungen ab. Riesling-Trauben sind ertragsschwach, mit einem durchschnittlichen Ertrag von 70–90 Zentnern pro Hektar. Weniger als 90 % der Triebe tragen Früchte. Jeder Trieb bildet zwei Trauben.
- Frostbeständigkeit. Die Sorte ist frostbeständig und verträgt Temperaturen bis zu -20°C; sie übersteht auch wiederkehrende Fröste im Frühjahr.
- Trockenresistenz. Diese Sorte verträgt Trockenheit nicht gut; es ist notwendig, ständig einen optimalen Feuchtigkeitsgehalt aufrechtzuerhalten.
- Reifezeiten. Vom Austrieb bis zur Ernte vergehen 150 bis 160 Tage. In ausgewiesenen Anbaugebieten reift der Riesling bis Ende September.
- Schmecken — angenehm und ausgewogen. Die Beeren haben saftiges Fruchtfleisch mit einem Zuckergehalt von etwa 20 %. Der Säuregehalt liegt bei 8,5–10,5 g/l.
- Traubensaftausbeute— 80%.
- Kaloriengehalt frischer Beeren — 43 kcal pro 100 g.
Sorten mit ähnlichen Eigenschaften wie Riesling-Trauben: Bakator Weiß, Arnsburger, Sukholimansky Weiß, Furmint, Khushia Shavi, Mavrud, Rkatsiteli.
Verwendungsmöglichkeiten von Riesling-Trauben
Rieslingweine sind hellgelb mit einem leichten Grünstich. Sie zeichnen sich durch einen süßen, erfrischenden und eleganten Geschmack mit einer ausgeprägten Säure aus. Aromen von Apfel und Birne verbinden sich mit floralen Noten.
Aromatisches Bouquet von Rieslingweinen:
- blumige Noten – der Duft von weißen Blüten und Rosen ist wahrnehmbar;
- krautig - der Duft von frisch gemähtem Gras;
- fruchtig – Aromen von Pfirsich, grünem Apfel, Birne, Grapefruit, Aprikose und tropischen Früchten;
- Mineralisch – Aromen von Feuerstein, Gummi, Metall, Öl, Kerosin.
Ölige Noten sind charakteristisch für gereifte Weine. Ihr Auftreten wird durch reichlich Sonnenschein, reife Beeren, geringe Luftfeuchtigkeit und warme, steinige Böden begünstigt. Auch die Edelfäule, die den Zuckergehalt und das Aroma der Früchte erhöht, trägt maßgeblich zum Geschmack des Weins bei.
Riesling bringt exquisite trockene und halbtrockene Weine hervor, die hervorragend zu Fisch-, Geflügel- und Schweinefleischgerichten passen. Sie harmonieren auch gut mit verschiedenen Früchten, Mousses, Sahnetorten und anderen Desserts.
Für und Wider
Angesichts der langen Geschichte und Beliebtheit des Rieslings überrascht es nicht, dass diese Rebsorte viele Vorzüge besitzt. Bevor man diese Rebsorte jedoch im eigenen Garten anpflanzt, ist es hilfreich, sich auch ihrer Nachteile bewusst zu sein.
Landemerkmale
Der Rieslinganbau weist einige Besonderheiten auf, die letztlich nicht nur die Qualität der Ernte, sondern auch die Weine selbst bestimmen. An erster Stelle steht dabei die Beachtung der Wachstumsbedingungen und der Anbaupflege.
Standortanforderungen
Die Riesling-Rebsorte wird an sonnigen Hängen angepflanzt. Sie gedeiht auf vielen verschiedenen Böden. Fruchtbare, gut durchlässige Böden bieten die günstigsten Bedingungen. Am besten wächst Riesling an sanften Hängen mit kalkhaltigen Böden.
Klimaanforderungen
Riesling trägt relativ spät Früchte. Diese Rebsorte reift jedoch früher als viele andere Sorten. Um Beeren mit optimaler Säure zu erhalten, muss die Reifung langsam erfolgen. Dies ist in Regionen mit langen, kühlen Sommern möglich. Nur unter solchen Bedingungen können qualitativ hochwertige Trauben angebaut und zu gutem Wein verarbeitet werden.
Empfohlene Pflanzzeiten
Die beste Pflanzzeit für Riesling-Trauben ist das Frühjahr. In den Anbaugebieten werden sie üblicherweise Ende April oder Anfang Mai gepflanzt, wenn die Gefahr von Nachtfrösten abnimmt. Bei milden Wintern ist auch eine Pflanzung im Herbst möglich. Wichtig ist, im Frühjahr abzuwarten, bis sich der Boden erwärmt hat, und im Herbst abzuwarten, bis er gefroren ist.
Nachbarschaft
Benachbarte Nutzpflanzen können das Wachstum und die Entwicklung von Weintrauben beeinflussen. Manche Pflanzen sind förderlich, andere ungünstig, und es ist wichtig, die ungünstigen Pflanzen in unmittelbarer Nähe zu vermeiden.
Gute Nachbarn für Riesling-Trauben:
- Klee und Erbsen reichern den Boden mit Stickstoff an;
- Basilikum, Dill, Rosmarin, Lavendel und blühende Stauden locken nützliche Insekten an;
- Flieder, Jasmin und andere Ziersträucher oder -bäume können als natürliche Barriere dienen, die Weintrauben vor starken Winden schützt.
Auswahl und Vorbereitung der Sämlinge
Die Sämlinge sollten eine unbeschädigte Rinde und gesunde Wurzeln ohne trockene oder faule Triebe aufweisen. Bevorzugt werden Sämlinge mit drei oder mehr Wurzeln und fünf bis sechs Knospen. Sind die Blätter welk, eingerollt oder deformiert, sind die Sämlinge von minderer Qualität.
Vor dem Einpflanzen sollten die Wurzeln der Rebsämlinge 3–6 Stunden lang in Wasser eingeweicht werden. Dies fördert die Wurzelbildung. Es wird außerdem empfohlen, die Wurzeln mit Fungiziden und Insektiziden zu behandeln.
Baustellenvorbereitung
Vor dem Anpflanzen von Riesling-Reben ist eine Bodenanalyse erforderlich. Dabei werden pH-Wert, Fruchtbarkeit und Mineralstoffgehalt bestimmt. Unkraut, Steine und andere Verunreinigungen werden entfernt. Anschließend wird der Boden bearbeitet und je nach Analyseergebnis mit verschiedenen Nährstoffen angereichert.
- ✓ Für optimales Wachstum sollte der pH-Wert des Bodens zwischen 6,5 und 7,5 liegen.
- ✓ Der Kalkgehalt im Boden sollte 20 % nicht überschreiten, um Chlorose zu vermeiden.
Ist der Boden sauer, sollte Kalk hinzugefügt werden; ist er dicht oder schlecht durchlässig, Sand und organisches Material (Kompost oder Humus) untergemischt. Mineraldünger werden bei Bedarf ebenfalls zugegeben.
Merkmale beim Pflanzen von Setzlingen in den Boden
Zum Pflanzen von Riesling-Setzlingen graben Sie 45–60 cm tiefe und 60 cm breite Pflanzlöcher. Der Abstand zwischen benachbarten Setzlingen beträgt 1,5–3 m. Lassen Sie zwischen den Reihen 2,5–3 m Platz. Geben Sie Kompost oder verrotteten Mist in die Pflanzlöcher. Setzen Sie den Setzling mittig in das Loch, füllen Sie es mit Erde auf, drücken Sie diese leicht an und binden Sie den Setzling anschließend an einer Rankhilfe fest.
Pflege
Um eine qualitativ hochwertige Ernte in den erforderlichen Mengen zu erzielen, ist eine sachgemäße Pflege der Rebstöcke notwendig.
- Bewässerung. In den ersten Wachstumsjahren werden Riesling-Trauben regelmäßig bewässert. Auch bei Trockenheit und Hitze ist die Bewässerung wichtig. Besonders in der Anfangsphase des Wachstums, im Frühjahr und Frühsommer, benötigen die Reben viel Wasser; später werden Wassermenge und -häufigkeit reduziert. Überwässerung ist zu vermeiden, da sie Wurzelfäule begünstigt.
- Topping. Im April und Mai benötigen Weinreben Stickstoff, um das Blattwachstum anzuregen. Hierfür eignen sich Kalium- oder Ammoniumnitrat oder eine Harnstofflösung. Die Düngemittel werden um die Reben herum gesprüht, wobei darauf zu achten ist, dass sie nicht direkt mit den Pflanzen in Berührung kommen. Im Mai und Juni benötigen die Weinreben Phosphor und Kalium; in diesem Zeitraum können Superphosphat oder andere kaliumsulfathaltige Düngemittel ausgebracht werden. Eine zweite Düngung vor dem Winter sichert die Nährstoffversorgung für das Frühjahr, wobei der Stickstoffgehalt jedoch so gering wie möglich gehalten werden sollte.
- Trimmen. Dies geschieht üblicherweise im Spätwinter oder Frühling, bevor die Reben aktiv zu wachsen beginnen. Alle alten, kranken und beschädigten Triebe, die in die falsche Richtung wachsen, werden entfernt.
Während der Wachstumsperiode werden überschüssige Triebe und Blätter, die die Belüftung und den Lichteinfall zu den Trauben behindern, entfernt. Die Triebspitzen werden bis zum ersten lebenden Punkt zurückgeschnitten. Im Herbst wird der Schnitt wiederholt, wobei alte und kranke Reben entfernt werden. - Überwinterung. Zuerst sollten alle abgefallenen Blätter entfernt werden, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Als Abdeckung dienen Mulch, Stroh oder verschiedene Abdeckmaterialien wie beispielsweise Agrarfasern.
Schädlings- und Krankheitsbekämpfung
Die Riesling-Rebsorte ist anfällig für eine Reihe häufiger Rebkrankheiten und Schädlinge, daher werden vorbeugende Maßnahmen empfohlen, um Schäden zu vermeiden.
- Behandeln Sie die Reben zu Beginn der Vegetationsperiode mit einem Insektizid gegen die Reblaus.
- Vor der Blüte mit einem Fungizid behandeln, um Mehltau vorzubeugen.
- Nach der Ernte befallene Pflanzenteile entfernen und verbrennen.
Am häufigsten wird Riesling von folgenden Krankheiten befallen:
- Oidium;
- bakterieller Krebs;
- Graufäule.
Riesling ist, anders als viele andere Rebsorten, recht resistent gegen Mehltau. Eine Infektion mit dem Pilz Botrytis cinerea führt jedoch nicht nur zu dem schädlichen Grauschimmel, sondern auch zur sogenannten Edelfäule, die dem Wein einen charakteristischen Geschmack und ein besonderes Aroma verleiht.
Folgendes trägt zur Verringerung des Krankheitsrisikos bei:
- Wahl eines sonnigen Standorts;
- richtiger Rückschnitt;
- Entfernung von Laub;
- Erhaltung gesunder Böden;
- Desinfektion von Gartenscheren und anderen Werkzeugen;
- Fungizide rechtzeitig anwenden.
Riesling-Trauben werden am häufigsten von folgenden Schädlingen befallen: der Reblaus und dem Traubenwickler. Diese werden mit starken Fungiziden bekämpft. Die Trauben müssen außerdem mit Fallen vor Vögeln und Schnecken sowie im Winter mit Schutznetzen vor Nagetieren geschützt werden.
Ernte und Lagerung
Die Trauben werden geerntet, sobald die Beeren den optimalen Reifegrad erreicht haben. Sie sollten ein Aroma entwickeln, das Zucker und Säure harmonisch ausbalanciert. Der Reifegrad wird durch Verkosten der Beeren bestimmt.
Riesling erntet man am besten an einem kühlen Morgen, um sein volles Aroma zu bewahren. Beim Pflücken der Trauben ist es wichtig, die Beeren nicht zu drücken, um sie nicht zu beschädigen.
Riesling-Trauben sind nicht lange lagerfähig; idealerweise werden sie direkt nach der Lese verarbeitet. Sollte die Ernte jedoch eine Zeit lang gelagert werden müssen, ist ein gut belüfteter Raum mit einer Temperatur von 4 bis 10 °C erforderlich. Belüftung und Zufuhr sauberer Luft sind unerlässlich. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei 85–90 %.
Riesling ist eine alte, bewährte Rebsorte, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Sie ist pflegeleicht und robust, doch beim Anbau ist es wichtig, die Standort- und Bodenansprüche zu berücksichtigen, um optimale Trauben für die Weinherstellung zu erhalten.









