Die Rebsorte „Coastal Grape“ ist keine Tafeltraube, da sie hauptsächlich als Unterlage für andere Sorten verwendet wird. Trotzdem sind die Beeren durchaus essbar und eignen sich daher für vielfältige Verwendungszwecke. Das herausragende Merkmal dieser Sorte ist ihre außergewöhnliche Frostresistenz und ihre Resistenz gegen die Reblaus.
Beschreibung und Eigenschaften
Die Küstenrebe, international bekannt als Vitis riparia, ist eine mehrjährige, laubabwerfende Weinrebe. Aufgrund ihrer Eigenschaften wird sie von Züchtern als Unterlage verwendet, um die Eigenschaften verwandter Sorten zu verbessern.
Aussehen und Hauptmerkmale von Küstentrauben:
- Büsche. Sie zeichnen sich durch eine holzige, rankentragende Rebe aus, die sich über 10 bis 25 Meter ausbreitet. Die Triebe sind rundlich oder facettiert, und ausgewachsene Stämme erreichen einen Durchmesser von bis zu 20 cm. Die Krone ist dicht und weist vereinzelt lichte Öffnungen auf.
- Wurzelsystem. Nicht so kräftig, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, denn es hat viele dünne und kurze, gelbliche Triebe.
- Bellen. Junge Triebe sind sehr glatt und hellgrün, werden aber mit zunehmendem Alter locker und rau, wodurch sie leicht reißen und sich ablösen. Die Farbe verändert sich zu Braun.
- Nieren. Sie haben eine schmale, eiförmige Gestalt, eine hellgrüne Farbe und eine ausgebreitete Anordnung.
- Blätter. Sie sind 5 bis 25 cm lang und 4 bis 20 cm breit. Ihre Form ist dreilappig, wechselständig und breit eiförmig. Die Oberfläche ist glänzend, einige Exemplare weisen jedoch auf der Unterseite wenige Haare auf. Die Farbe ist typischerweise grün und im Herbst gelb.
- Blütenstände. Sie zeichnen sich durch ihren rispenförmigen Wuchs und ihre lockere Struktur aus. Ihre maximale Länge beträgt 15–18 cm. Die Blüten sind sehr klein – nicht größer als 3 mm im Durchmesser – und sowohl männliche als auch weibliche Blüten wachsen am selben Strauch. Die Blütenfarbe ist weiß oder leicht grünlich, mit einer leicht zugespitzten Spitze. Die Blüten haben fünf Blütenblätter und duften intensiv. Der Kelch ist winzig.
- Obst. Sie zeichnen sich durch ihre sehr geringe Größe aus – 6 bis 15 mm im Durchmesser. Die Beeren sind kugelförmig, purpurschwarz und mit einer dicken, bläulich-grauen, wachsartigen Schicht überzogen.
- Geschmackseigenschaften. Das Fruchtfleisch ist recht säuerlich, wird aber nach dem Einfrieren süß. Der Geschmack hat Kräuternoten.
- Blüte- und Reifezeit. Die Knospenbildung beginnt im Mai und endet im Juni, die Ernte kann je nach Wachstumsbedingungen, Wetter und Klima im August oder September erfolgen. Die Reife setzt früh ein, die Beeren sind innerhalb von 120 bis 130 Tagen nach Beginn der Vegetationsperiode reif.
- Resistenz gegenüber widrigen Faktoren. Küstenreben sind gegenüber Luftverschmutzung und chemischen Ablagerungen im Boden völlig resistent, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber kalten Winden ist jedoch durchschnittlich.
- Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge. Bei hohen Säuregehalten ist die Pflanze anfällig für Reblaus, Schwarzfäule und Schimmel. Trotz des hohen Säuregehalts der Beeren wird die Pflanze häufig von Spinnmilben, Blattläusen, Schildläusen, Thripsen und Blattgallen befallen.
- Frost- und Hitzebeständigkeit. Die Durchschnittstemperatur liegt bei -34 °C, doch einige Exemplare vertragen Temperaturen bis zu -57 °C problemlos. Selbst wenn die Reben erfrieren, treiben sie mit dem Einsetzen der Tauwetterperiode wieder aus. Die Sorte ist zudem sehr hitzebeständig – die höchsten gemessenen Temperaturen erreichen +40 °C.
- Wachstumstyp. Die Sorte gilt als schnellwachsend, da das jährliche Wachstum 2 m beträgt.
- Reproduktionsmethoden. Es werden nur zwei Methoden angewendet: Stecklinge und Samen.
Verbreitung
Die Küstenrebe ist in Nordamerika heimisch, wo sie auch am weitesten verbreitet ist. Heute findet man sie jedoch weltweit, insbesondere in Kanada, Frankreich, Tschechien, Spanien, der Slowakei, Sizilien, Sardinien, Italien und Russland. Durch ihre Einführung wächst sie auf Privatgrundstücken, in großen Plantagen und auch wild.
Man findet sie am häufigsten in der Nähe von Flüssen und Feuchtgebieten, da sie hohe Luftfeuchtigkeit bevorzugt. Sie wächst an Waldrändern, Lichtungen, an Wegrändern usw.
Verwendung
Trotz ihres wilden Aussehens hat die Küstenrebe vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Zum Beispiel:
- Ziergartenbau. Lange Kletterpflanzen werden für die vertikale Begrünung und die Renaturierung von Waldgebieten eingesetzt. Laubpflanzen dienen als Hecken, verschönern unansehnliche Mauern und werden für Bögen, Terrassen, Pergolen und Gartenpavillons verwendet.
- Herstellung von Getränken. Aus den Beeren lassen sich köstliche Säfte und sogar Wein gewinnen. Aber auch aus den Trieben kann Saft gepresst werden, da dieser aufgrund seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt wird.
- Zubereitung von Desserts. In Amerika werden Sauerbeeren zur Herstellung von Gelee, Marmelade und Konfitüre verwendet.
Die Unterlage der Küstenrebe wurde zur Entwicklung berühmter Rebsorten wie Triumph of Alsace, Marshal Foch, Taiga Emerald, Northern Black and White, Baco Noir usw. verwendet.
Vor- und Nachteile
Küstenreben weisen eine ganze Reihe positiver Eigenschaften auf:
Es gibt aber auch ein paar Nachteile: Die Beeren sind sauer, sie sind nur gegen zwei Krankheiten resistent und sie sind nicht resistent gegen Schädlinge und Vögel.
Wie man die Küstenrebe pflanzt und was man grundlegend für ihre Pflege benötigt.
Die Besonderheiten beim Anbau von Küstenreben sind klassisch, aber es ist wichtig, auf folgende Aspekte zu achten:
- Säuregrad – pH 5,5-7,0;
- sollten nicht auf kalkhaltigen Böden angebaut werden;
- Der Boden muss fruchtbar sein;
- Die Pflanze liebt Feuchtigkeit, aber stehendes Wasser ist unerträglich, daher sollte sich das Grundwasser mindestens 100 cm unter der Erdoberfläche befinden (die Wurzeln sind kurz);
- Der Standort sollte möglichst sonnig sein – die Sorte verträgt auch Halbschatten nicht.
- Abstand zwischen den Büschen – von 1,5 bis 2,5 m;
- Bei mehrstufiger Bepflanzung beträgt der Abstand 70-100 cm.
Die Pflegemaßnahmen sind ebenfalls Standard – die Sorte stellt keine besonderen Anforderungen.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
Küstenweintrauben sind am häufigsten von drei Krankheiten betroffen:
- Mehltau. Alle Teile des Strauchs außer dem Wurzelsystem sind anfällig für Schäden. Zu den Symptomen gehören ölige Flecken, Blattverformungen und ein grauer, netzartiger Belag.
- Oidium. An den oberirdischen Teilen entsteht Schaden – es bildet sich ein weißlicher Belag mit schwärzlichen Punkten und Flecken.
- Anthraknose. Die Erkennung erfolgt durch Löcher in den Blättern und die Krümmung der Triebe.
Die Behandlung ist langfristig und erfordert den Einsatz von Fungiziden. Vorbeugende Behandlungen, zumindest mit Bordeauxbrühe, sind jedoch im Frühjahr empfehlenswert. Insektizide werden gegen Schädlinge eingesetzt.
Wie wird es zusammengebaut?
Die Lese erfolgt, sobald die Trauben die technische Reife erreicht haben. Dazu werden die Traubentrauben mit einer scharfen Rebschere beschnitten und in perforierte Kisten oder Weidenkörbe gelegt.
Die Küstenrebe ähnelt Wildtrauben sowohl im Aussehen als auch in ihrer Verwendung. Sie ist eine hervorragende Unterlage zur Verbesserung der Eigenschaften von Tafeltrauben. Anpflanzung und Anbau sind unkompliziert – man muss lediglich für günstige Bedingungen sorgen.



