Die Cardinal-Traube ist eine ultrafrühe Tafeltraubensorte, die keiner Vorstellung bedarf. Sie wird seit fast 80 Jahren von Winzern und Gärtnern in vielen Ländern angebaut, und trotz der Vielzahl neuer Sorten bleibt die bewährte Cardinal eine beliebte Wahl.
Schöpfungsgeschichte
Die Cardinal-Traube ist eine amerikanische Züchtung. Sie wurde 1939 von den kalifornischen Züchtern E. Snyder und F. Harmon entwickelt.
Später verbreitete sich die Rebsorte Cardinal in ganz Europa und wurde auch in Westeuropa angebaut. Um 1950 tauchte sie in den Weinbergen Osteuropas auf und wird seit 1958 in der UdSSR, insbesondere auf der Krim, in der Region Krasnodar und in der Südukraine, kultiviert.
Die Sorte wurde 1974 in das staatliche Sortenregister aufgenommen. Aus der Rebsorte Cardinal wurden die Hybriden AZOS, K-87, K-80 und weitere Sorten entwickelt.
Aussehen der Pflanze und der Früchte
Die Tafeltraubensorte Cardinal wächst schnell und bildet kräftige Sträucher mit bis zu 3 Meter hohen Reben. Die Triebe haben eine hellbraune Rinde, die an den Knoten dunkler ist. Die Blätter sind gesägt und fünflappig.

Im Frühling sind sie hellgrün und dunkeln später nach. Die Sorte bildet zwittrige, leicht bestäubte Blüten aus.
Cluster
Die Trauben der Sorte Cardinal sind zylindrisch-kegelförmig. Sie sind locker, haben lange Stiele und lösen sich leicht vom Rebstock. Ihr durchschnittliches Gewicht beträgt 400–500 g. Sie sind 20–25 cm lang und etwa 15 cm breit.
Beeren
Die Früchte sind purpurrot und mit einer rauchigen, wachsartigen Schicht überzogen. Die Beeren sind oval, es kommen aber auch rundere Exemplare vor. Jede Beere enthält zwei bis vier Samen. Manche Beeren haben eine schräge, gerillte Oberseite.
Das durchschnittliche Gewicht einer Frucht beträgt 6–10 g. Der Durchmesser liegt bei 1,5–3 cm. Die Beeren haben eine dichte Schale und ein leichtes, saftiges und fleischiges Fruchtfleisch.
Merkmale der Sorte
Die Rebsorte Cardinal erfreut sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit, und das aus gutem Grund. Diese Tafeltraube zeichnet sich durch hervorragende agronomische, kommerzielle und geschmackliche Eigenschaften aus.
Reifung
Diese Sorte gehört zu den frühreifen Sorten. Die Früchte reifen 110–120 Tage nach Beginn der Vegetationsperiode. Die Ernte kann in der Regel Mitte August eingebracht werden.
Produktivität
Alte Cardinal-Reben liefern höhere Erträge als junge. An einem Trieb reifen zwei Trauben. Bei günstigem Klima und sachgemäßer Pflege erreichen die Trauben eine besonders große Größe und ein Gewicht von bis zu 900 g. Der durchschnittliche Ertrag liegt bei 150 Zentnern pro Hektar.
Frost- und Trockenresistenz
Die Rebsorte Cardinal ist bis -20 °C kälteresistent und benötigt daher in den meisten Regionen Russlands eine Isolierung. Sie verträgt Trockenheit gut und gilt als trockenheitsresistent.
Krankheitsresistenz
Die Rebsorte Cardinal ist anfällig für Pilzkrankheiten; im Herbst werden ihre Triebspitzen häufig von Mehltau, Echten Pilzen und Bakterienkrebs befallen.
Schmecken
Die Früchte sind süß, leicht säuerlich und haben ein dezentes Muskataroma. Der Zuckergehalt liegt bei 155–180 g/dm³, der Säuregehalt bei 7–8,4 g/dm³. Die Früchte erhielten im Geschmack 8–9 Punkte.
- ✓ Die Beeren können abgeschrägte Oberseiten mit einer Furche aufweisen, was ein einzigartiges Merkmal dieser Sorte ist.
- ✓ Der Zuckergehalt der Früchte variiert zwischen 155 und 180 g/dm³, was für Tafelobstsorten überdurchschnittlich ist.
Sortenqualitäten
Bevor Sie die Rebsorte Cardinal in Ihrem Garten anpflanzen, ist es ratsam, alle Vor- und Nachteile abzuwägen. Dies hilft Ihnen festzustellen, ob diese Sorte Ihren Bedürfnissen entspricht.
Agrartechnologie
Die Rebsorte Cardinal ist wärmeliebend und eignet sich daher nur für den kommerziellen Anbau in südlichen Regionen. Sie ist recht anspruchsvoll und benötigt daher besondere Pflege, um die gewünschten Erträge zu erzielen.
So bauen Sie die Sorte Cardinal an:
- Die Sträucher pflanzt man am besten an den Süd- und Südwest-Hängen des Grundstücks. Am besten gedeihen diese Sorten auf leichten Lehm- und sandigen Lehmböden sowie auf Schwarzerde.
- Die Pflanzung empfiehlt sich an sonnigen, windgeschützten Standorten. Sie sollte erfolgen, sobald der Boden mindestens 10 °C erreicht hat. Verwenden Sie Stecklinge mit gut entwickelten Wurzeln.
- Das Pflanzloch wird mit Pflanzsubstrat gefüllt, das mit organischen Düngemitteln (Kompost oder Humus), Kalium und Phosphor angereichert ist. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer zusätzlichen Düngung in den ersten 3-4 Jahren der Kultivierung.
- Der Rückschnitt erfolgt auf 5–6 Knospen. Ein einzelner Strauch sollte etwa 25–30 Knospen aufweisen. Es empfiehlt sich, den Strauch fächerförmig zu formen. Im Winter werden die Reben kurz (auf 3 Knospen) zurückgeschnitten. Es werden keine Ersatztriebe stehen gelassen.
- Die Vermehrung der Rebsorte 'Cardinal' gelingt am besten mit ausgewachsenen Unterlagen winterhärterer Sorten. Alternativ können Stecklinge verwendet werden, die im Herbst geschnitten werden. Die Veredelung erfolgt in der dritten Aprilhälfte.
- Diese Sorte benötigt mäßig feuchten Boden. Vermeiden Sie Staunässe, da diese zum Platzen der Früchte führen kann. Die empfohlene Wassermenge beträgt 10–20 Liter pro Strauch. Wässern Sie 3–4 Mal pro Saison. Es empfiehlt sich, den Stammbereich nach dem Wässern zu mulchen.
- Diese Sorte benötigt regelmäßige Düngung. Bringen Sie im Frühjahr und Herbst eine 6–8 cm dicke Kompostschicht aus. Düngen Sie 3–4 Mal pro Saison mit Mineraldünger.
Krankheiten und Schädlinge
Die Rebsorte Cardinal benötigt regelmäßige Pflege, um verschiedenen Infektionen vorzubeugen. Trauben sind bei regnerischem und feuchtem Wetter häufig von Grauschimmel befallen. Um dem vorzubeugen, sollten die Reben mit einer Lösung aus Eisensulfat und kolloidalem Schwefel besprüht werden.
Diese Behandlungen beugen nicht nur Krankheiten vor, sondern reichern die Sträucher auch mit Eisen an. Das Besprühen fördert das Wachstum, stärkt die Triebe, steigert den Ertrag und führt zu größeren, gesünderen Früchten, wodurch ein erbsenartiges Wachstum verhindert wird.
Die gefährlichsten Schädlinge der Rebsorte Cardinal sind der Weinwickler sowie Vögel und Wespen, die sich mit verschiedenen Repellentien bekämpfen lassen. Zur Schädlingsbekämpfung werden handelsübliche Insektizide für den Weinbau eingesetzt.
Ernte, Lagerung und Verwendung von Feldfrüchten
Die Lese beginnt Anfang August. Die Trauben werden mit einer Rebschere auf etwa 5 cm lange Stiele gekürzt. Die Traubentrauben werden in Holzkisten gelagert. So sind sie etwa drei Monate haltbar. Diese Sorte ist eine Tafeltraube und kann frisch verzehrt werden. Aus den Früchten lassen sich außerdem verschiedene Konfitüren, Säfte, Kompotte und Marmeladen herstellen. Sie eignen sich auch hervorragend für die Rosinenherstellung.
Die Rebsorte Cardinal wird selbst anspruchsvollste Weinkenner mit ihrem Geschmack begeistern, gedeiht aber besser in südlichen Regionen. In Gebieten mit rauem Klima und regnerischen Sommern erfordert der Anbau dieser Sorte besondere Aufmerksamkeit und Pflege.







