Sanddorn 'Essel' ist eine weibliche Sorte mit hervorragendem Geschmack. Diese heimische Sorte ist ein würdiger Vertreter einer wertvollen und nützlichen Kulturpflanze, die eine reiche Ernte liefert und auch für Anfänger leicht anzubauen ist.
Wer hat den Sanddorn aus Essel gezüchtet?
Der Essel-Sanddorn wurde in Sibirien, seinem natürlichen Verbreitungsgebiet, entwickelt. Die Züchtung erfolgte am M.A. Lisavenko-Forschungsinstitut. Seine Züchter – E.I. Panteleeva, K.D. Gamova, Yu.A. Zubarev, E.V. Oderova, A.V. Gunin und V.V. Kurdyukova – hatten zuvor bereits so beliebte Sanddornsorten wie Azhurnaya und viele andere gezüchtet.
Der Sanddorn 'Essel' wurde 1986 entwickelt. Durch offene Bestäubung mit großfrüchtigen Elitesorten entstand diese neue Sorte. Den Züchtern gelang es, einen Sanddorn zu schaffen, der große Früchte mit guter Frostresistenz vereint. Die Sorte wird für den Anbau in West- und Ostsibirien empfohlen.
Beschreibung der Pflanze
Die Pflanze ist ein kompakter, mittelgroßer, baumartiger Strauch. Sie besitzt eine ovale, lockere Krone von mittlerer Dichte. Der Strauch erreicht eine Höhe von 4–5 m. Die Triebe sind gerade, braun und mäßig dick. Die Blätter sind mittelgroß, stark verlängert, lanzettlich, dunkelgrün und konkav.
- ✓ Die Früchte haben einen hohen Ölgehalt, was sie besonders wertvoll für medizinische Zwecke macht.
- ✓ Der Strauch benötigt nur minimalen Rückschnitt, da er von Natur aus eine kompakte Krone bildet.
Beschreibung der Früchte
Die Sorte Essel bringt recht große Beeren hervor. Sie sind eiförmig und orange bis gelborange, die typische Farbe des Sanddorns. Hundert Beeren wiegen 90–120 g. Die Beeren sind mittelfest und haben lange Stiele von etwa 6–7 mm Länge. Sie lassen sich leicht pflücken und erfordern nur mäßigen Kraftaufwand.
Geschmack und Anwendung
Die Sanddornbeeren der Sorte Essel haben einen süßen, dessertartigen Geschmack. Ihr Fruchtfleisch ist saftig und sie duften angenehm. Die Beeren zeichnen sich durch hervorragende Geschmackseigenschaften aus und erhalten eine Verkostungsbewertung von 4,7.
Zusammensetzung der Essel-Sanddornbeeren:
- Zucker - 9,7 %;
- Säure - 1,2 %;
- Vitamin C - 53,6 %;
- Carotin - 14,8%;
- Öl - 6%.
Sanddornbeeren sind reich an Vitaminen, Folsäure, organischen Säuren, Tanninen und fetten Ölen. Man kann sie frisch essen oder zu Säften und Konfitüren verarbeiten; auch Püree mit Zucker ist möglich.
Reifezeit und Ertrag
Der Sanddorn 'Essel' trägt ab dem vierten Jahr nach der Pflanzung Früchte. Er ist selbststeril und gehört zu den früh- bis mittelfrühen Sorten. Die Früchte reifen ab August. Der durchschnittliche Ertrag dieser Sorte im kommerziellen Anbau beträgt 81,8 dt/ha.
Frost- und Trockenresistenz
Diese Sorte ist frosthart und verträgt Temperaturen bis zu -34 °C ohne Beeinträchtigung. Ihre Frosttoleranz (Zone 4) ist für Wachstum und Fruchtbildung in Ost- und Westsibirien ausreichend. Ihre Trockenheits- und Hitzetoleranz ist jedoch durchschnittlich.
Für und Wider
Sanddorn 'Essel' bietet viele Vorteile, die ihn für Gärtner attraktiv machen. Bevor Sie diese Sorte in Ihrem Garten anpflanzen, empfiehlt es sich, alle Vor- und Nachteile abzuwägen.
Landemerkmale
Damit Sanddorn, wie von seinen Eigenschaften vorgesehen, 15–20 Jahre lang wächst und Früchte trägt, ist die richtige Pflanzung entscheidend. Wichtig sind die Wahl eines geeigneten Standorts, gesunder Setzlinge und vor allem die Einhaltung der empfohlenen Pflanztechnik.
- ✓ Für optimales Wachstum sollte der pH-Wert des Bodens strikt zwischen 6,0 und 7,0 liegen.
- ✓ Die Grundwassertiefe beträgt mindestens 1,5 m unter der Oberfläche.
Merkmale der Sanddornpflanzung Essel:
- Die beste Pflanzzeit ist der Frühling. Es gibt keine genauen Termine – sie variieren je nach Region, Klima und Wetterbedingungen. Sanddorn wird relativ früh gepflanzt, solange sich die Pflanzen noch in ihrer Winterruhe befinden.
Eine Herbstpflanzung wird in bestimmten Regionen nicht empfohlen, da die jungen Sämlinge den harten Winter möglicherweise nicht überstehen, da ihnen nicht genügend Zeit zum Kräftigen bleibt. - Es empfiehlt sich, Jungpflanzen in spezialisierten Baumschulen statt bei Privatverkäufern zu kaufen. Am besten wählt man lokale Erzeuger, die Pflanzen für bestimmte Klimazonen anbauen.
- Zur Anpflanzung empfiehlt sich die Verwendung von Stecklingen; diese wurzeln besser als andere Sorten und bilden schnell Wurzeln. Diese Sorte ist selbststeril, daher müssen beide Geschlechter des Sanddorns im Garten gepflanzt werden.
- Wählen Sie für die Pflanzung einen warmen, sonnigen Standort, der nicht von Gebäuden oder großen Bäumen beschattet wird. Die Bäume sollten vor kalten Winden geschützt sein und daher in der Nähe einer natürlichen oder künstlichen Barriere – einer Hauswand, eines Zauns oder eines Schuppens – gepflanzt werden.
- Essel-Sanddorn gedeiht am besten auf gut durchlässigen, sandigen Lehmböden mit neutralem pH-Wert. Lehmböden sind für diese Pflanze ungeeignet. Auch auf wassergesättigten Böden oder in Niederungen, in denen sich Schmelz- und Regenwasser sammelt, wächst sie nicht gut.
- Vor dem Pflanzen muss Lehmböden mit Sand angereichert werden. Am besten geschieht dies beim Umgraben im Herbst – 10 Liter pro Quadratmeter.
- Die Pflanzlöcher für die Frühjahrspflanzung werden im Herbst vorbereitet. Erfolgt die Pflanzung im Herbst, werden die Löcher mehrere Wochen vor dem Pflanzen ausgehoben.
- Die empfohlene Pflanzlochgröße beträgt 40 x 40 cm. Der beim Ausheben der Erde abgetragene Oberboden wird zur Herstellung einer Blumenerde verwendet, mit der das Pflanzloch anschließend aufgefüllt wird. Am Boden des Pflanzlochs wird eine 5–7 cm dicke Schicht aus Schotter, Kies, Ziegelbruch o. Ä. als Drainageschicht eingebracht. In der Mitte des Pflanzlochs wird eine lange Stütze platziert.
- Sie können eine Erdmischung aus Mutterboden und organischem Material (Kompost oder Humus) im Verhältnis 2:1 herstellen. Geben Sie 150 g Superphosphat hinzu. Decken Sie das entstandene Loch mit Dachpappe ab.
- Vor dem Einpflanzen werden die Wurzeln der Sämlinge etwa eine Stunde lang in Wasser eingeweicht. Anschließend werden sie zur Desinfektion und Vorbeugung noch eine Minute lang in einer Insektizidlösung eingeweicht.
- Der Sämling wird nach üblicher Methode in das Pflanzloch gesetzt: Die Wurzeln werden auf einen kleinen Erdhügel gelegt, ausgebreitet und mit Erde bedeckt. Der Wurzelhals sollte nach dem Einpflanzen bündig mit der Erdoberfläche abschließen. Der gepflanzte Sämling wird mit weichem Bindfaden an der Stütze befestigt, mit abgestandenem Wasser gegossen und mit Sägemehl, Grasschnitt, Stroh, Torf usw. gemulcht.
Pflege
Sanddorn 'Essel' ist pflegeleicht, erfordert aber dennoch einige Anbautechniken. Besonders wichtig ist die Pflege der Pflanze im ersten Sommer nach dem Einpflanzen.
Pflegemerkmale:
- Der Baum wird während der Vegetationsperiode nur 3-4 Mal gegossen. Dies empfiehlt sich vor und nach der Blüte, während der Beerenreife (bei Trockenheit) und in der Vorwinterzeit. Die empfohlene Wassermenge beträgt 30-40 Liter. Junge Sämlinge werden einmal wöchentlich gegossen, um das Anwachsen zu fördern.
- Der Boden um die Baumstämme wird regelmäßig aufgelockert und von Unkraut befreit. Nach dem Wässern empfiehlt es sich außerdem, den Boden mit Humus, Torf, Stroh usw. zu mulchen.
- Es wird empfohlen, die Zweige im Frühjahr zu beschneiden. Sanddorn benötigt folgende Schnittmaßnahmen:
- formative Maßnahmen werden in den ersten 2-3 Jahren durchgeführt, wobei falsch wachsende Äste und Wurzeltriebe entfernt werden;
- hygienisch - die Prüfung erfolgt jährlich, wobei trockene, gefrorene und beschädigte Pflanzen entfernt werden;
- Verjüngung – sie wird etwa 7 Jahre nach dem Einpflanzen des Setzlings durchgeführt.
- Der in das Pflanzloch eingebrachte Dünger versorgt den Sanddorn mindestens im ersten Lebensjahr mit ausreichend Nährstoffen. Anschließend wird der Pflanze vor und nach der Blüte Stickstoff zugeführt, der für das Wachstum der Blattmasse notwendig ist. Nach der Ernte wird Superphosphat hinzugefügt. Alle drei Jahre erhält der Sanddorn organischen Dünger (Humus oder Kompost).
- Sanddorn 'Essel' ist frosthart, daher genügt es in gemäßigten Klimazonen, den Bereich um den Stamm herum zu mulchen, um ihn winterfest zu machen. In Regionen mit strengeren Wintern muss die Pflanze jedoch abgedeckt werden, um Frostschäden zu vermeiden. Auch junge Sämlinge benötigen im ersten Winter Schutz.
Agrofaser oder herkömmlicher Jutesack eignen sich zur Isolierung von Sanddorn. Entfernen Sie außerdem im Winter regelmäßig den Schnee von den Zweigen, da diese sonst unter ihrem Gewicht abbrechen.
Krankheiten und Schädlinge
Der Sanddorn 'Essel' ist sehr widerstandsfähig. Bei richtiger Pflege ist er nahezu krankheitsfrei. Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen sind das Entfernen von Unkraut am Stamm, das Auflockern des Bodens und regelmäßiges Gießen.
Der größte Feind des Sanddorns und die Hauptursache für Ernteausfälle ist die Sanddornfliege. Gärtner können dadurch bis zu 90 % ihrer Beeren verlieren. Um einen Befall zu verhindern, pflanzt man in der Nähe des Sanddorns wespenfreundliche Pflanzen – die Wespen sind die natürlichen Feinde der Fliege. Geeignete Kräuter sind beispielsweise Dill, Kümmel, Koriander und einige andere. Sollte der Sanddorn dennoch von der Fliege befallen werden, muss er mit Insektiziden besprüht werden.
Sammlung und Lagerung
Sanddorn zu ernten ist ohne Spezialwerkzeug recht schwierig und zeitaufwendig. Die Beeren sind klein, was das Pflücken einzeln extrem mühsam macht, und es besteht außerdem die Gefahr, sich an den Dornen zu verletzen.
Die Sorte Essel eignet sich nicht für die gängige Methode, die Beeren nach dem ersten Frost abzuschütteln. Die Beeren dieses Sanddorns werden mit speziellen Schabern geerntet. Sie können bis zu neun Monate bei -18 °C oder kälter gelagert werden. Bewahren Sie die Beeren im Gefrierschrank getrennt von Fleisch, Fisch und Pilzen auf.
Rezensionen
Der Sanddorn 'Essel' ist eine zuverlässige und robuste Sorte, die selbst unter härtesten sibirischen Bedingungen jedes Jahr eine reiche Ernte vitaminreicher Beeren liefert. Wie jede Gartenpflanze benötigt auch diese Sorte etwas Pflege, aber sie ist nicht schwierig; selbst unerfahrene Gärtner können alle Arbeitsschritte problemlos bewältigen.







