Traditionell bevorzugen russische Gärtner die bekannte rote Himbeere. Weiße Himbeeren sind jedoch in vielerlei Hinsicht ebenso gut, und jedes Jahr kommen neue, verbesserte Sorten auf den Markt. Daher gilt diese Himbeersorte nicht länger als exotisch und erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit.
Beschreibung von weißen Himbeeren
Die Bezeichnung „weiße Himbeere“ ist irreführend. Tatsächlich handelt es sich um eine gelbe Himbeere. Die Verwechslung rührt wahrscheinlich daher, dass die unreifen Beeren weiß sind, sich aber im reifen Zustand hellgelb bis goldgelb färben. Außerdem waren die ersten gezüchteten Sorten tatsächlich fast weiß.
Weiße Himbeeren fallen, anders als rote, im reifen Zustand sehr schnell ab, daher ist das Pflücken unerlässlich. Einmal gepflückt, verlieren reife weiße Himbeeren rasch ihr ansprechendes Aussehen. Aus diesem Grund werden sie nicht kommerziell angebaut. Sie sind jedoch in kleinen Mengen auf Märkten erhältlich.
Weiße Himbeeren haben im Vergleich zu herkömmlichen roten Himbeeren einen geringeren Säure- und einen höheren Zuckergehalt. Dank ihres geringen Anthocyangehalts sind sie hypoallergen und daher eine sichere Leckerei für Allergiker. Sie eignen sich daher auch für Schwangere, Stillende und Kleinkinder. Weiße Himbeeren enthalten zudem mehr Folsäure.
Weiße Himbeeren können, ähnlich wie rote Himbeeren, einjährige, halbjährlich oder immerjährig tragende Sorten sein. Bei guter Pflege können weiße Himbeeren hohe Erträge liefern – bis zu 9 kg pro Strauch.
Diese Himbeersorte behält alle positiven Eigenschaften roter Himbeeren. Sie kann auch zur Behandlung von Erkältungen und Magenbeschwerden eingesetzt werden. Alle Verarbeitungsmethoden für rote Himbeeren eignen sich auch für weiße Himbeeren.
Die besten Sorten weißer Himbeeren
Die ersten weißen Himbeersorten tauchten Mitte des letzten Jahrhunderts auf. Sie waren jedoch wenig bekannt und konnten geschmacklich nicht mit den traditionellen roten Himbeeren mithalten. Seitdem haben Züchter enorme Anstrengungen unternommen, um weiße Himbeeren zu verbessern und neue, vielversprechende Sorten zu entwickeln.
| Name | Ertrag (kg pro Strauch) | Winterhärte | Geschmacksbewertung (Punkte) |
|---|---|---|---|
| Aprikose | 4-5 | Hoch | 4,5 |
| Ananas Vigorova | 4,5 | Durchschnitt | 4.7 |
| Altai-Dessert | 2,5-4,5 | Hoch | 4.3 |
| Goldener Everest | 4 | Hoch | 4.6 |
| Cornish Victoria | 3,5 | Niedrig | 4.8 |
| Goldener Riese | 8 | Hoch | 4.9 |
| Honig | 8 | Durchschnitt | 4.7 |
| Weiße Spirina | 3 | Hoch | 4.4 |
Aprikose
Diese in Russland gezüchtete Sorte ist seit 2004 im staatlichen Sortenregister der Russischen Föderation eingetragen. Die ertragreiche, immertragende Aprikosenhimbeere liefert bis zu 4–5 kg Früchte pro Strauch. Die Beeren ähneln in ihrer Farbe Aprikosen (daher der Name) und weisen im reifen Zustand eine leichte Rötung auf.
Der Strauch erreicht eine Höhe von 1,5 bis 2 Metern. Aufgrund der vielen Beeren benötigt er eine Stütze. An der Basis der Triebe befinden sich wenige, kleine, nach unten gebogene Dornen. Die Aprikosenhimbeere ist resistent gegen die meisten Krankheiten und Schädlinge und winterhart. Im Winter verträgt sie Temperaturen bis zu -30 °C.
Die Beeren dieser Sorte sind angenehm aromatisch, leicht säuerlich und haben eine zarte Konsistenz. Sie erhalten geschmacklich 4,5 Punkte. Die Beeren eignen sich für alle Verarbeitungsarten.
Ananas Vigorova
Diese Sorte wurde von Professor L. I. Vigorov in Sibirien gezüchtet. Die Pflanze ist mäßig winterhart und erreicht eine Höhe von zwei Metern. Es handelt sich nicht um eine remontierende Himbeere, die jedoch eine gute Ernte liefert und nur wenige neue Triebe bildet.
Die Ananasnaya-Himbeeren von Vigorova sind recht groß und wiegen bis zu 4,5 g. Reife Himbeeren sind bernsteinfarben und angenehm süß und entwickeln bei voller Reife ein leichtes Ananasaroma. Diese Beeren sind vielseitig verwendbar, schmecken aber besonders gut frisch.
Altai-Dessert
Diese Sorte wurde am Sibirischen Gartenbauforschungsinstitut gezüchtet. Sie zählt zu den winterhärtesten Sorten und benötigt daher im Winter keinen Rückschnitt. Der Altai-Himbeerstrauch erreicht eine Höhe von bis zu 1,5 Metern, wächst mit geraden Trieben und bildet mäßig viele Ausläufer.
Diese nicht immertragende Sorte reift ab Ende Juli und liefert einen guten Ertrag. Die gelben Beeren wachsen in dichten Trauben, wiegen 2,5 bis 4,5 g und haben einen süßen Geschmack. Es handelt sich um eine vielseitige Sorte.
Zu den Nachteilen zählt die Anfälligkeit für Pilz- und Viruserkrankungen. Daher ist eine ständige und sorgfältige Pflege der Sträucher erforderlich.
Goldener Everest
Dies ist eine der beliebtesten im Ausland gezüchteten Sorten. Golden Everest zeichnet sich durch gute Winterhärte aus und verträgt Temperaturen bis zu -30 °C. Die Sträucher wachsen mäßig breit, erreichen eine Höhe von bis zu 1,5 m und bilden mittelgroße Triebe mit aufrechten Stämmen.
Die Beeren sind im vollreifen Zustand orange und groß (bis zu 4 g). Es handelt sich um eine remontierende Sorte, die schmackhaftesten Beeren reifen jedoch im Spätsommer und Frühherbst. Der Himbeergeschmack ist süß-säuerlich, manche erkennen eine leichte Kaki-Note. Frisch verzehrt eignen sich die Beeren hervorragend für Marmelade.
Cornish Victoria
Diese Himbeersorte ist eine westeuropäische Züchtung. Cornish Victoria ist in Russland nicht heimisch und wird daher nicht weit verbreitet angebaut, findet sich aber dennoch in Hobbygärten verschiedener Klimazonen. Da sie nicht besonders frosthart ist, benötigt sie beim ersten Frost eine Stütze und zusätzlichen Schutz. In schneearmen Wintern kann sie jedoch erfrieren.
In den ersten Jahren nach der Pflanzung wächst der Strauch kräftig, danach mäßig. Er ist niedrig und breitwüchsig und besitzt dicke Triebe, die vor allem an der Unterseite mit kleinen, weichen Stacheln besetzt sind.
In Europa gilt die Cornish Victoria als eine der köstlichsten weißen Himbeersorten. Die Beeren sind groß, von einer angenehmen cremefarbenen Farbe und verströmen ein intensives Aroma. Das Fruchtfleisch ist zart und zergeht förmlich auf der Zunge. Cornish Victoria Himbeeren schmecken besonders gut frisch, eignen sich aber auch zur Weiterverarbeitung.
Himbeersträucher werden durch den Himbeerkäfer und den Himbeerrüsselkäfer stark geschädigt. Um dies zu verhindern, ist ein regelmäßiger Insektenschutz erforderlich.
Goldener Riese
Diese Sorte wird oft mit der Gelben Riesenrose verwechselt oder sogar für identisch gehalten. Die Goldene Riesenrose wurde in der Baumschule Supermalina aus der Gelben Riesenrose gezüchtet und ist eine verbesserte Sorte. Die Gelbe Riesenrose ist jedoch bereits seit 2008 im staatlichen Sortenregister eingetragen, die Goldene Riesenrose hingegen nicht.
Die Himbeersorte „Golden Giant“ ist sehr ertragreich und winterhart. Bei optimaler Pflege kann der Ertrag pro Strauch bis zu 8 kg betragen. Die Sträucher wachsen hoch, aufrecht und kräftig. Die dunkelgoldenen Beeren sind mit 8–14 g recht groß und sehen gut aus, sind aber nicht transportfähig. Sie schmecken ähnlich wie wilde Himbeeren, sind sehr saftig und enthalten kaum sichtbare Kerne.
Honig
Eine nicht immertragende weiße Himbeersorte. Sie ist durchschnittlich winterhart, aber sehr resistent gegen verschiedene Schädlinge und Krankheiten. Sie bildet mäßig viele Triebe, erreicht eine Höhe von bis zu 1,5 m und wächst ausladend und dornenlos. Der Ertrag kann bis zu 8 kg betragen.
Die Beeren sind mittelgroß bis groß (3–6 g) und weißgelb bis gelb. Sie haben einen süßen Geschmack und ein kräftiges, unverwechselbares Aroma. Eine Besonderheit dieser Sorte ist, dass die reifen Beeren nicht abfallen.
Weiße Spirina
Die Himbeersorte Spirina Belaya zeichnet sich durch gute Winterhärte aus. Ihr Ertrag ist durchschnittlich, wird aber durch die großen Beeren ausgeglichen. Die Sträucher sind mittelhoch und mäßig ausladend und bilden wenige Wurzelausläufer. Die Beeren haben einen süß-säuerlichen, dessertartigen Geschmack und nehmen im vollreifen Zustand eine zarte goldene Farbe an.
Professor V.V. Spirin entwickelte diese Sorte vor über 100 Jahren. Damals war das Interesse an weißen Himbeeren jedoch gering, und heute sind sie dank der vielen modernen Sorten fast vergessen. Die Weiße Spirina findet sich zwar noch in Hobbygärten, hat sich aber nicht weit verbreitet.
Besonderheiten der Pflege
Die Pflege weißer Himbeeren unterscheidet sich im Allgemeinen kaum von der Pflege gewöhnlicher, immertragender Himbeeren. Es gibt jedoch einige Besonderheiten zu beachten:
- Wählen Sie den richtigen Standort für den Anbau von weißen Himbeeren. Während rote Himbeeren etwas Schatten vertragen und beispielsweise neben Apfelbäumen gut gedeihen, benötigen weiße Himbeeren unbedingt volle Sonne. Je mehr Sonne, desto besser.
- Weiße Himbeeren gedeihen im Freien, vertragen aber keine Zugluft. Wählen Sie lockeren Boden; leichter Lehm oder sandiger Lehm ist ideal, saurer Boden hingegen ist ungeeignet.
- Weiße Himbeeren pflanzt man am besten im Herbst, spätestens aber Anfang Oktober.
- ✓ Der Bereich muss vollständig dem Sonnenlicht ausgesetzt sein, ohne jegliche Beschattung.
- ✓ Der Boden sollte locker sein, vorzugsweise leichter lehmiger oder sandiger Lehm mit neutralem Säuregehalt.
- ✓ Vermeiden Sie Gebiete mit saurem Boden und Zugluft.
Weiße Himbeeren pflanzt man am besten in Gräben; das zu tiefe Vergraben der Setzlinge ist strengstens verboten.
Bewässerung
Wie alle Himbeersorten lieben auch weiße Himbeeren Feuchtigkeit, vertragen aber keine Staunässe. Bei unzureichendem Regen sollten Himbeeren während des aktiven Triebwachstums und nach der Ernte gründlich gewässert werden. Zu viel Wasser während der Fruchtbildung macht die Beeren wässrig und geschmacklos. Mulchen hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Als Mulchmaterial eignen sich Grasschnitt, Kompost und Stroh.
Topdressing
Weiße Himbeeren reagieren gut auf mineralische und organische Düngemittel. Herbst und Frühling eignen sich am besten zum Düngen. Stickstoffdünger sollte zudem auf dem Schnee verteilt werden, damit er mit dem Schmelzwasser die Wurzeln erreicht. Dies verhindert übermäßiges Triebwachstum.
Stickstoff ist in den ersten drei Wachstumsjahren der weißen Himbeere besonders wichtig. Er fördert eine gute Entwicklung der Sträucher und sorgt so für einen konstant hohen Ertrag. Bei der Pflanzung von weißen Himbeeren in Gräben wird der Mineraldünger einmalig über mehrere Jahre verteilt ausgebracht.
Wer organische Düngemittel bevorzugt und mineralische nicht mag, kann verrotteten Mist (Kuh- oder Pferdemist) verwenden. Auch Gemüsemulch und Küchenabfälle sind hervorragende Quellen für organische Substanz.
Trimmen
Bei immertragenden weißen Himbeersorten empfiehlt es sich, im Herbst alle Triebe vollständig zurückzuschneiden. So tragen die neuen Triebe zwar nur im Herbst Früchte, diese fallen aber umso reicher und besonders schmackhafter aus. Bei nicht immertragenden Sträuchern werden die fruchttragenden Triebe entfernt. Anders als bei roten Himbeeren müssen die verbleibenden Triebspitzen nicht gestutzt werden.
Ernte
Weiße Himbeeren müssen zügig geerntet werden, da die meisten Sorten ihre Blätter verlieren, sobald sie reif sind. Sie sind außerdem nicht lange haltbar und sollten daher schnell verzehrt oder sofort verarbeitet werden.
Weiße Himbeeren sind köstlich, gesund und etwas Besonderes. Dank der großen Sortenvielfalt findet jeder die passende für seine Bedürfnisse. Eine gute Ernte ist jedoch nur mit der richtigen und regelmäßigen Pflege möglich.








