Die Riesenbrombeere ist eine remontierende Sorte, die neben ihren großen Früchten viele weitere Vorteile bietet und daher bei Gärtnern und Sommergästen sehr beliebt ist. Allerdings entscheiden sich nur Gärtner für diese Brombeere, die ihre Dornen in Kauf nehmen.
Schöpfungsgeschichte
Die Sorte „Giant“ gehört zu den immertragenden Sorten, die Ende des letzten Jahrhunderts in den Gartenbau Einzug hielten. Diese Sorten können zwei Ernten pro Saison liefern, da die Früchte gleichzeitig an zwei verschiedenen Zweigtypen erscheinen – einem vom Vorjahr und einem vom aktuellen Jahr.
Diese Eigenschaft ermöglicht den Anbau immertragender Sorten, einschließlich der Sorte „Giant“, auch in Gebieten mit sehr strengen Wintern. Darüber hinaus werden durch das Entfernen aller Triebe nahezu alle Brombeerkrankheitserreger und Schädlinge beseitigt.
Die dornenlose Riesenbrombeersorte „Blackberry Thornless Giant“ wurde in den Vereinigten Staaten entwickelt, wo sie sich großer Beliebtheit erfreut. Man geht davon aus, dass es sich bei dieser Sorte um eine Hybride handelt, weshalb sie hauptsächlich durch Teilung vermehrt wird.
Beschreibung der Sorte
Der Riesenbrombeerstrauch hat ausladende, lange, kräftige, aber dennoch biegsame Triebe, die mit Dornen besetzt sind. Der Strauch erreicht eine Höhe von 2–2,5 m. Die Blüten sind groß und erreichen einen Durchmesser von 3–4 cm.
Beeren und ihr Geschmack
Die Riesenbrombeere trägt sehr große, purpurschwarze Früchte. Sie hat einen süßen Geschmack und ein intensives, brombeerartiges Aroma (das an Waldbeeren erinnert) und ist nahezu säurefrei. Die Früchte sind länglich und kegelförmig. Das durchschnittliche Beerengewicht beträgt 9 g, wobei einige Exemplare bis zu 20 g erreichen.
Produktivität und Reifezeit
Riesenbrombeersträucher tragen ab dem zweiten Jahr Früchte. Die immerblühende Sorte blüht in zwei Schüben von Juni bis September, die Fruchtbildung beginnt im Juli. Die Erntezeit dauert in der Regel etwa anderthalb Monate. Ein einzelner Strauch liefert 25–35 kg Beeren.
Für und Wider
Die Riesenbrombeere bietet viele Vorteile, die sich in gemäßigten Klimazonen als wichtig erweisen. Bevor Sie diese Sorte jedoch in Ihrem Garten anpflanzen, ist es ratsam, sich mit all ihren Vor- und Nachteilen vertraut zu machen.
Feinheiten des Pflanzens
Die Riesenbrombeere bildet lange Triebe, die eine Stütze benötigen. Beim Anbau dieser Sorte ist eine Rankhilfe unerlässlich.
Landeeigenschaften:
- Auswahl eines Standorts. Die Pflanze benötigt viel Licht, im Süden sind jedoch halbschattige Standorte besser geeignet. Während der Mittagssonne sollte sie beschattet werden, da sie pralle Sonne nicht gut verträgt. Direkte Sonneneinstrahlung kann zu Verbrennungen an Blättern und Früchten führen.
- Boden. Diese Sorte stellt hohe Ansprüche an Bodenbeschaffenheit und -struktur. Sie bevorzugt fruchtbare Schwarzerde, leichte und lockere sandige Lehmböden oder lehmige Böden. Tonböden, selbst sehr nährstoffreiche, sind aufgrund ihrer geringen Wasser- und Luftdurchlässigkeit ungeeignet; unter solchen Bedingungen sterben die Wurzeln der Pflanze ab. Sumpfige Niederungen sind ebenfalls ungeeignet. Der Boden sollte leicht bis neutral sauer sein. Ein hoher Kalkgehalt ist schädlich, da er Chlorose verursacht.
- Auswahl der Sämlinge. Es empfiehlt sich, mehrere Setzlinge auf einmal zu kaufen. Das ideale Alter liegt bei ein bis zwei Jahren. Sie sollten ein kräftiges Wurzelsystem besitzen: Einjährige Pflanzen haben feine Wurzeln, zweijährige mindestens drei etwa 15 cm lange Wurzeln.
- Ausschiffungszeiten. In gemäßigten Klimazonen empfiehlt sich die Pflanzung von Brombeersetzlingen im Frühjahr, im Süden im Herbst. Der genaue Zeitpunkt hängt von den jeweiligen klimatischen Bedingungen der Region ab. Im Frühjahr erfolgt die Pflanzung vor Beginn der Vegetationsperiode, im Herbst einen Monat vor dem Einsetzen strenger Kälteperioden.
- Feinheiten der Landung. Die Setzlinge werden in etwa 30 cm tiefe und gleich große Pflanzlöcher gesetzt. Der Abstand zwischen benachbarten Pflanzen sollte 1–1,2 m betragen. Der Reihenabstand sollte 2 m betragen.
- ✓ Der pH-Wert des Bodens sollte für eine optimale Nährstoffaufnahme zwischen 5,5 und 6,5 liegen.
- ✓ Der Gehalt an organischer Substanz im Boden sollte mindestens 3 % betragen, um eine gute Struktur und Wasserspeicherfähigkeit zu gewährleisten.
Trimmen
Vor dem Rückschnitt muss der Gärtner seine Ziele festlegen. Die erste Möglichkeit ist eine reiche Ernte bis zum Spätsommer, die zweite eine üppige Fruchtbildung ab Juni. Für die erste Option ist ein vollständiger Rückschnitt der Triebe im Spätherbst erforderlich; für die zweite ein Winterschutz.
Um eine wellenförmige Fruchtbildung zu erzielen, wird auf den Vorwinterschnitt verzichtet. Dieser erfolgt erst im zweiten Jahr, am Ende des Sommers, nach der Fruchtbildung. Die Sträucher werden im Herbst erzogen, wobei 5–6 Ersatztriebe pro Strauch stehen bleiben.
Weitere Wachstumsmerkmale
Bei richtiger Pflege trägt die Riesenbrombeere bis in die zweite Hälfte des Sommers und einen Teil des Herbstes hinein Früchte.
- Zu Beginn des Frühjahrs einen NPK-Komplexdünger mit 10-10-10 in einer Menge von 100 g pro Strauch ausbringen.
- Während der Blütezeit sollte Kaliumdünger zugegeben werden, um die Qualität der Früchte zu verbessern.
- Nach der Ernte sollte Phosphordünger ausgebracht werden, um die Pflanze auf den Winter vorzubereiten.
Pflegenuancen:
- Bewässerung. Diese Sorte benötigt regelmäßige Bewässerung, die den Witterungsbedingungen angepasst werden sollte. Bei heißem Wetter sollte häufiger gegossen werden – alle 2–4 Tage. Ohne ausreichend Wasser werden die Früchte nicht so groß und saftig, wie es für diese Sorte typisch ist. Überwässerung ist für diese Sorte unerwünscht, da sie die Menge und Qualität der Ernte negativ beeinflusst.
- Topping. Dünger wird während der gesamten Saison ausgebracht. Im Frühjahr werden Mehrnährstoffdünger bevorzugt, im Sommer hingegen Kalium- und Phosphordünger, da diese für die Bildung großer, süßer Beeren unerlässlich sind.
- Schutz für den Winter. Diese Sorte ist relativ frosthart und verträgt Temperaturen bis zu -30 °C. Im Süden benötigt sie keine zusätzliche Isolierung. In Regionen mit frostigen Wintern ist ein Schutz unerlässlich. Unbeschnittene Triebe werden vom Spalier entfernt und zum Boden gebogen. Zuerst werden sie mit Heu oder Sägemehl bedeckt, dann mit Vlies oder einem anderen geeigneten Material.
- Krankheiten. Die Sorte ist gut widerstandsfähig, kann aber unter ungünstigen Bedingungen von Pilzinfektionen befallen werden. Eine 3%ige Bordeauxbrühe beugt diesem Problem vor. Die Pflanze kann außerdem an Chlorose leiden, die sich mit Mehrnährstoffdüngern bekämpfen lässt.
- Schädlinge. Die größten Bedrohungen für die Sorte Gigant sind Blattläuse, Spinnmilben und Blütenkäfer. Insektizide können helfen, sie zu bekämpfen: Im Herbst den Boden mit verdünntem Aktara wässern und im zeitigen Frühjahr zweimal Fitoverm anwenden.
Riesenbrombeeren werden am häufigsten durch Bewurzelung der Triebspitze oder durch Stecklinge vermehrt.
Ernte
Die Früchte werden in zwei Stadien geerntet. Die Beeren reifen relativ gleichmäßig, aber nicht alle gleichzeitig. Der Reifegrad wird durch Geschmack und Ablösebarkeit bestimmt. Löst sich die Frucht leicht vom Zweig, ist sie reif; lässt sie sich nur schwer ablösen, benötigt sie noch etwas Zeit zum Reifen.
Beeren sollten gepflückt werden, sobald sie reif sind. Wartet man, bis alle Beeren reif sind, überreifen einige und trocknen aus. Am besten pflückt man sie bei warmem, sonnigem Wetter. Beeren lassen sich mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren; sie können auch eingefroren werden.
Anwendung
Riesige Brombeeren werden frisch verzehrt und verarbeitet. Sie dienen zur Herstellung von Marmeladen, Konfitüren und anderen Winterkonserven. Auch für Kompotte, als Füllung für Backwaren und für diverse Desserts sind sie hervorragend geeignet. Große, süße Brombeeren ergeben exzellente Liköre und Säfte.
Riesige Brombeeren sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Regelmäßiger Verzehr stärkt das Immunsystem und verbessert den Stoffwechsel. Brombeersaft wirkt antiseptisch und eignet sich daher zur Wundheilung.
Rezensionen
Die Sorte „Giant“ gibt derzeit viel Anlass zu Diskussionen. Da sie importiert und relativ neu ist, gibt es keine gesicherten Informationen darüber. Zudem bestehen Unstimmigkeiten in ihrer Beschreibung. Die Größe der Früchte ist eindeutig – sie sind tatsächlich groß und länglich –, aber ob sie Dornen haben oder nicht, ist noch unklar.








