Die Agawam-Brombeere ist eine köstliche und nährstoffreiche Frucht, reich an Folsäure, Kalium und anderen Mineralien. Viele Hobbygärtner bauen diese Sorte gerne in ihren Gärten an, da sie eine reiche Ernte an leckeren Früchten liefert und daher allen empfohlen wird, die eine üppige Ernte anstreben.
Wer hat diese Sorte entwickelt und wann?
Die Agawam-Sorte wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Züchtungsexperten entwickelt, doch über ihre genaue Herkunft ist wenig bekannt. Die Züchtung wird dem amerikanischen Züchter John Perkins zugeschrieben. Die Sorte basiert auf in Nordamerika heimischen Brombeerarten, deren genaue Zusammensetzung bis heute unbekannt ist.
Diese Sorte, die auch unter ihrem alternativen oder lateinischen Namen Agawam bekannt ist, ist seit vielen Jahrzehnten eine beliebte Sorte in den USA und Europa und wurde 2006 in das russische Staatsregister aufgenommen.
Beschreibung der Beerenfrüchte
Die Agawam-Brombeersorte wurde ursprünglich wegen ihres außergewöhnlichen Geschmacks und ihrer großen Früchte geschätzt. Diese Sorte wurde hauptsächlich als Industriebeere gezüchtet und hatte über acht Jahrzehnte lang eine begehrte Position als Marktführer auf dem europäischen und amerikanischen Markt inne.
Allgemeine Vorstellung der Vielfalt
Die Sorte Agawam wird als wüchsige und kompakte Pflanze beschrieben, typisch für die Brombeergewächse. Die Sträucher erreichen eine Höhe von 170–230 cm. Sie zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Kräftige, aufrechte Stängel mit herabhängenden Spitzen, die mit nach unten gebogenen Stacheln besetzt sind. Diese mittelgroßen, dunkelbraunen Stacheln sind ausgesprochen kräftig und spitz.
- Die neuen Triebe haben einen grünen Schimmer, der sich bis zum Ende der Wachstumsperiode verdunkelt und im zweiten Lebensjahr braun wird.
- Die Blätter weisen eine einzigartige, geriffelte Textur auf, sind dunkelgrün und fünflappig. Sie sind mit feinen Härchen bedeckt und an den Spitzen spitz zulaufend, während auf der Blattunterseite kleine Stacheln entlang der Mittelrippe verlaufen.
- Die Blätter sind sehr fest mit den Stängeln verbunden, sodass viele von ihnen bis zum ersten Winterfrost an der Pflanze bleiben.
- Große, schneeweiße Blüten stehen in traubenförmigen Blütenständen und machen den Strauch üppig und dekorativ.
- Die Sorte trägt Früchte an Trieben, die aus dem letztjährigen Wachstum stammen.
Beeren
Die Agawam-Beeren sind mittelgroß, wiegen etwa 4–6 g und sind leicht behaart. Weitere charakteristische Merkmale sind:
- Sie sind in einem satten Schwarz lackiert und können eine Form haben, die einem Kegelstumpf oder einem Oval ähnelt.
- Die Früchte sitzen an kurzen, stacheligen Stielen mit mäßiger Festigkeit.
- Eine Bürste liefert 14 bis 22 Beeren, die sich in unterschiedlichen Reifestadien befinden können.
- Die reife Beere hat einen süß-sauren Geschmack und ein dezentes Aroma.
- Sie zeichnen sich durch ihre Dichte aus und vertragen den Transport gut.
- Überreife Früchte werden weich, wässrig und verlieren ihren Geschmack, wodurch sie etwas fade schmecken.
- Unreife Beeren, obwohl sie eigentlich reif sind, haben einen grasigen Geschmack und sind nicht übermäßig sauer. Daher ist es wichtig, sie zeitnah zu ernten. Dies könnte der Grund dafür sein, dass die Sorte Agawam in der Geschmacksbewertung nur 3,5 von maximal möglichen Punkten erreicht.
Die Meinungen von Gärtnern zu dieser Sorte gehen auseinander: Manche halten Agawam für minderwertig und empfehlen, sie durch Sorten mit größeren, süßeren Beeren zu ersetzen, vorzugsweise dornenlose. Andere wiederum behaupten, dass die Früchte bei rechtzeitiger Ernte hervorragend seien und es daher nicht nötig sei, unter den dornenlosen Sorten nach einem Ersatz zu suchen.
Eigenschaften
Die Agawam-Brombeere zählt zu den frostresistentesten Sorten und kann daher in der Ukraine, in Weißrussland und in den zentralen Regionen Russlands ohne Schutz angebaut werden.
Hauptmerkmale
Die Sorte verträgt kurzfristige Temperaturabfälle auf -27 bis -30 Grad Celsius problemlos. Agawam wird in der Züchtung als Spender für Frosthärte eingesetzt, da ihre Blütenknospen weniger frostempfindlich sind als die anderer Sorten.
Weitere Eigenschaften:
- Extreme Hitze schadet dieser Sorte, da die Beeren verbrennen können. In heißen Regionen empfiehlt es sich, Brombeeren im Halbschatten zu pflanzen, was den Ertrag nicht wesentlich beeinträchtigt.
- Für eine gute Ernte ist regelmäßiges Gießen erforderlich, da die Sorte bei unzureichender Feuchtigkeit kleine Früchte hervorbringt.
- Agawam ist hinsichtlich der Bodentypen weniger anspruchsvoll und kann sogar unter mäßig alkalischen Bedingungen wachsen.
- Die Transportfähigkeit der Beeren ist im Stadium der technischen und vollen Reife gut; überreife Früchte eignen sich jedoch nur noch zur Weiterverarbeitung.
- Pflegefehler hängen hauptsächlich mit Schwierigkeiten bei der Ernte aufgrund scharfer und gebogener Dornen sowie der Notwendigkeit zusammen, die Pflanze in sehr kalten Regionen abzudecken.
Insgesamt handelt es sich bei dieser Brombeere um eine robuste und tolerante Sorte, was möglicherweise auf ihre enge Verwandtschaft mit wilden Brombeerarten zurückzuführen ist, die ohne viel Pflege wachsen.
Blütezeit und Reifezeit
Die Blütezeit beginnt nach dem 10. Mai. In wärmeren Regionen öffnen sich die weißen Blüten 8–9 Tage früher als in kühleren Gebieten, wodurch die Pflanze während der Blütezeit ein prächtiges Blütenmeer bildet. Die Beeren reifen ungleichmäßig, etwa Mitte August, was als durchschnittliche Reifezeit für Brombeeren gelten kann.
Ertragsindikatoren, Fruchtperioden
Die Sorte liefert einen beeindruckenden Ertrag von etwa 95–105 Zentnern pro Hektar, was deutlich über dem üblichen Ertrag von 30 Zentnern pro Hektar liegt. Dies ist der dichten Pflanzung und der Schattentoleranz der Sorte zu verdanken: Selbst im Halbschatten reifen die Beeren voll aus. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie im Vollschatten angebaut werden kann.
Anwendung von Beeren
Die Früchte haben vielfältige Verwendungsmöglichkeiten: Sie können frisch verzehrt, eingefroren oder für verschiedene Verarbeitungszwecke verwendet werden, unter anderem zur Herstellung von hervorragender Marmelade.
Vor- und Nachteile
Reproduktionsmethoden
Diese Sorte lässt sich auf verschiedene Weise vermehren: durch Ausläufer, Samen, Stecklinge und Teilung. Am einfachsten ist die Vermehrung durch Ausläufer. Im Frühjahr werden diese ausgegraben, zurückgeschnitten und wieder eingepflanzt. Die Vermehrung über Samen wird selten angewendet, da sie schwierig und nicht immer erfolgreich ist.
Eine weitere zuverlässige Methode ist die Teilung des Strauchs: Eine ausgewachsene Pflanze wird in Teile geteilt, von denen jeder ein entwickeltes Wurzelsystem aufweisen sollte.
Landeregeln
Die Pflanzrichtlinien für diese Sorte ähneln denen anderer Brombeersorten. Besonders wichtig ist der richtige Zeitpunkt: In südlichen Regionen pflanzt man sie im Herbst, ein bis anderthalb Monate vor dem ersten Frost, während in nördlichen Regionen die Pflanzung im Frühjahr, wenn sich der Boden erwärmt hat, empfehlenswert ist. So kann sich die Pflanze besser an die Bedingungen anpassen und den Winter überstehen.
- ✓ Für optimales Wachstum sollte der pH-Wert des Bodens zwischen 5,5 und 6,5 liegen.
- ✓ Eine Entwässerung ist zwingend erforderlich, um Wasseransammlungen zu vermeiden.
Besonderheiten:
- Diese Sorte ist feuchtigkeitstolerant und kann daher auch in tiefer gelegenen Gebieten angebaut werden. Sumpfgebiete sollten jedoch vermieden werden.
- Agawams bevorzugen leicht saure bis neutrale Böden. Falls Hochmoortorf (roter Torf) verfügbar ist, empfiehlt es sich, diesen zur Bodenanreicherung zu verwenden. Dies beugt Chlorose vor, einer häufigen Brombeerkrankheit, die durch zu geringen Säuregehalt im Boden begünstigt wird.
- Geeignet für halbschattige Standorte. In südlichen Klimazonen ist dies besonders wichtig, da es die Beeren vor Überhitzung schützt. In kälteren Regionen sollte hingegen ein heller, windgeschützter Standort gewählt werden.
- Eine sorgfältige Vorbereitung des Pflanzlochs erleichtert die spätere Pflege von Agawam-Brombeersträuchern erheblich. Graben Sie ein Loch mit 45–55 cm Tiefe und Durchmesser. Mischen Sie die ausgehobene Erde mit 10 kg Humus, 40 g Kaliumdünger und 130 g Phosphordünger. Je nach Bodenart können Sie zusätzlich Folgendes hinzufügen:
- Sand – wenn der Boden dicht ist;
- Kalk – zur Neutralisierung des Säuregehalts;
- organische Substanz – wenn ein hoher Gehalt an Karbonaten vorliegt;
- Saurer Torf – für alkalische oder neutrale Böden.
- Beim Pflanzen mehrerer Agavensträucher empfiehlt sich ein Abstand von 180–200 cm. Dies erleichtert die Pflege und schützt die Pflanzen vor den für Agaven typischen Dornen. Bei einer größeren Anzahl von Pflanzen kann der Abstand auf 100–140 cm reduziert werden, wobei zwischen den Reihen ein Reihenabstand von 200–280 cm eingehalten werden sollte.
Anschließende Pflege der Kultur
Die Pflege der Agawam-Brombeere ist einfach, sodass auch Gartenneulinge diese Sorte erfolgreich anbauen können. Um eine optimale Pflege zu gewährleisten, beachten Sie bitte folgende wichtige Hinweise:
- Sträucher beschneiden. Im Herbst müssen alle zweijährigen Sträucher zurückgeschnitten werden. Sämtliche Triebe müssen entfernt werden.
- Bewässerung. Brombeeren benötigen eine systematische Bodenbefeuchtung, vorzugsweise mit warmem Wasser, mindestens einmal pro Woche, mit einer Menge von 20-30 Litern pro Strauch.
- Den Boden auflockern. Um die Sauerstoffversorgung der Wurzeln zu gewährleisten und Unkrautwuchs zu verhindern, ist es notwendig, den Boden um die Sträucher herum regelmäßig aufzulockern.
- Dünger. Zu Beginn der Wachstumsperiode sollten die Pflanzen mit Stickstoffdünger gedüngt werden. Kaliumdünger sollte ebenfalls einmal pro Saison ausgebracht werden.
Vorbereitung auf den Winter
In südlichen Regionen und im größten Teil Zentralrusslands benötigen Brombeeren keinen Winterschutz. In kälteren Gebieten werden jedoch andere Sorten empfohlen, da das Abdecken von Agaven aufgrund ihrer kräftigen, aufrechten Triebe schwierig sein kann. Sollte ein Schutz dennoch notwendig sein, kann man Erde über das Wurzelsystem häufeln und die Triebe direkt am Rankgerüst mit Jute und Agrarfaser umwickeln.
- Im Herbst sollten alle zweijährigen Triebe zurückgeschnitten werden.
- Bedecken Sie das Wurzelsystem mit einer 5-10 cm dicken Erdschicht.
- Wickeln Sie die Triebe in Jute und Agrarfasern ein und befestigen Sie sie an der Stütze.
Krankheiten und Schädlinge: Methoden der Bekämpfung und Vorbeugung
Diese Sorte ist gut gegen Krankheiten und Schädlinge geschützt, kann aber gelegentlich von Insekten wie Maikäfern oder Maulwurfsgrillen befallen werden. Um diese Insekten zu verhindern, empfiehlt es sich, Ringelblumen und Calendula in der Nähe der Brombeeren zu pflanzen, da deren ätherische Öle Insekten abwehren.
Um Krankheiten vorzubeugen, sollten Brombeeren mindestens 45 Meter von Himbeeren, Nachtschattengewächsen und Erdbeeren entfernt gepflanzt werden. Zur Vorbeugung können die Triebe im Frühjahr und Herbst mit kupferhaltigen Präparaten behandelt werden.
Rezensionen
Trotz ihres Alters übersteht die Agawam-Brombeere den Winter in den meisten Regionen gut und zeichnet sich dank ihrer Verwandtschaft mit wilden Brombeeren durch ihre ausgezeichnete Robustheit aus. Ihr Geschmack ist recht gut, wenn die Beeren rechtzeitig geerntet werden, weshalb viele erfahrene Gärtner diese zuverlässige, alte Sorte nach wie vor bevorzugen.








