Die Riesenpflaume ist eine uralte amerikanische Sorte, die ihrem Namen alle Ehre macht. Sie bringt wirklich große Früchte hervor, die zudem einen bemerkenswert angenehmen Geschmack und Duft besitzen.
Die Entstehungsgeschichte der Riesenpflaume
Die Riesenpflaume gehört zu den einheimischen Sorten und verdankt ihren Namen ihren großen Früchten. Sie wurde im 19. Jahrhundert von amerikanischen Züchtern durch die Kreuzung der ungarischen Pflaume Ajan mit einem Sämling der Sorte Ponda entwickelt. L. Burbank gilt als deren Ursprung. Seit 1947 wird sie staatlich geprüft.
Die Riesenpflaume erbte Trockenheitsresistenz und einen süßen Geschmack von der Ungarischen Pflaume sowie Robustheit und Anspruchslosigkeit von einem halbwilden Sämling. Diese amerikanische Sorte ist vor allem in Nordamerika verbreitet, von wo aus sie nach Europa und Asien gelangte, wo sie ebenfalls große Beliebtheit erlangte.
Beschreibung des Baumes
Der Baum ist kräftig und wüchsig und erreicht eine Höhe von 4 m. Seine Krone ist dicht und pyramidenförmig. Die Blätter sind dunkelgrün, die Blüten groß und weiß und verströmen einen angenehmen Duft.

Beschreibung der Früchte
Die Früchte sind groß, rund oder verkehrt-eiförmig, leuchtend rot mit einem bläulichen Schimmer und einer dichten Wachsschicht. Die Schale ist dick und rau, das Fruchtfleisch orange, saftig und von fester, faseriger Konsistenz. Jede Frucht wiegt 45–60 g.
Geschmack und Zweck
Die Früchte haben einen sehr angenehmen, süß-sauren, dessertartigen Geschmack. Sie können frisch gegessen werden, allerdings sollte man bedenken, dass die dicke Schale den Geschmack stark beeinträchtigt. Riesenpflaumen eignen sich auch zur Herstellung von Kompott, Marmelade und anderen Konfitüren.
Produktivität und andere Merkmale
Die Riesenpflaume ist eine mittelfrühe, selbststerile Sorte mit mäßigem Fruchtansatz. Die Fruchtbildung beginnt in der Regel drei Jahre nach der Pflanzung.
Ein Baum liefert etwa 40 kg Pflaumen. Diese Sorte zeichnet sich durch hohe Winterhärte und mittlere Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge aus.
Für und Wider
Die Riesenpflaume bietet viele Vorteile, über die man sich im Vorfeld informieren sollte. Vor dem Pflanzen ist es außerdem ratsam, herauszufinden, ob diese alte, bewährte und von Gärtnern geschätzte Sorte irgendwelche Nachteile hat.
Wie pflanzt man richtig?
Für ein optimales Wachstum und eine gesunde Entwicklung sowie für eine reiche Fruchtbildung benötigt die Riesenpflaume günstige Bedingungen.
- ✓ Für optimales Wachstum sollte der pH-Wert des Bodens zwischen 6,0 und 7,0 liegen.
- ✓ Die Tiefe der fruchtbaren Schicht beträgt mindestens 60 cm.
Landeeigenschaften:
- Der Standort sollte gut beleuchtet und vor Zugluft und starken Winden geschützt sein. Ein geeigneter Platz wäre in der Nähe einer Gebäudewand, eines Hauses, eines stabilen Zauns oder einer Garage.
- In tiefer gelegenen Gebieten, in denen sich während der Schneeschmelze Wasser staut, ist eine Bepflanzung nicht ratsam. Der maximale Grundwasserspiegel liegt 1,5 Meter über der Geländeoberfläche. Es bestehen keine besonderen Bodenanforderungen, ein neutraler pH-Wert ist jedoch wünschenswert.
- Es wird empfohlen, Jungpflanzen in Baumschulen oder Fachgeschäften zu kaufen. Sie sollten gesunde Wurzeln, biegsame Stämme und Äste haben und frei von Beschädigungen, Fäulnis oder Krankheitsanzeichen sein. Idealerweise ist die Jungpflanze zwei Jahre alt und mindestens einen Meter hoch.
- Im Süden erfolgt die Pflanzung üblicherweise im Hochherbst; in Regionen mit strengen Wintern werden Pflaumen, wie die meisten Obstbäume, im Frühjahr gepflanzt.
- Diese Sorte ist bezüglich der Bodenbeschaffenheit anspruchslos, jedoch wurzelt der Sämling umso besser und schneller, je lockerer und nährstoffreicher der Boden ist. Ein bis zwei Wochen vor dem Pflanzen sollte ein Pflanzloch von 70 x 80 cm Tiefe und 100 cm Breite vorbereitet werden. Füllen Sie das Loch mit einer Mischung aus Aushub (Oberboden), Humus, Torf und Superphosphat.
- Die Wurzeln der Sämlinge werden in eine Lehmaufschlämmung getaucht und anschließend in das Pflanzloch gesetzt, wobei die Mischung einen kleinen Hügel bildet. Die Wurzeln werden vorsichtig auf dem Erdhügel verteilt, mit Erde bedeckt und festgedrückt. Der Wurzelhals des Sämlings wird beim Einpflanzen leicht in die Erde gesetzt.
- Der gepflanzte Baum muss mit Bindfaden oder Schnur an der Stütze befestigt werden. Nach dem Einpflanzen werden die Triebe um ein Drittel bis ein Viertel gekürzt und anschließend großzügig gegossen – 30 Liter pro Pflanze.
- Zwischen benachbarten Bäumen sollte ein Abstand von 2–2,5 m eingehalten werden. Es wird empfohlen, die Baumstämme mit gemähtem Gras oder Stroh zu mulchen.
Pflegehinweise
Die Riesenpflaume benötigt eine gewisse Pflege, die Bewässerung, Düngung, Beschneidung und andere übliche landwirtschaftliche Praktiken umfasst.
Pflegemerkmale:
- Der Baum wird jährlich beschnitten; ohne Schnitt wächst er nicht so gut und bringt keine reiche Ernte. Im Frühjahr wird er früh, bevor der Saftfluss einsetzt, beschnitten. Nach dem Winter werden alle gefrorenen, trockenen und abgebrochenen Äste entfernt und die Krone in Form gebracht.
Erfahrene Gärtner empfehlen, die Triebe bei jedem Rückschnitt um ein Viertel zu kürzen und alle Schnittstellen mit Gartenpech zu versiegeln. Das Höhenwachstum lässt sich durch einen Rückschnitt auf 2–3 Meter begrenzen – dies steigert den Ertrag. Dicke, tief in die Krone wachsende Triebe werden ebenfalls entfernt. - Im Frühjahr wird eine stickstoffhaltige Düngung empfohlen. Stickstoffhaltige Düngemittel sind besonders wichtig für junge Bäume im Alter von 3 bis 5 Jahren, da sie das Anwachsen verbessern und das Wachstum fördern.
Ältere Bäume benötigen Kaliumsulfat und Harnstoff – ihre Kronen werden im Frühjahr, bevor die Knospen aufbrechen, mit diesen Lösungen besprüht. Nach der Ernte werden Pflaumenbäume mit Superphosphat gedüngt. - Die Sorte ist trockenheitsresistent, junge Sämlinge benötigen jedoch regelmäßige Bewässerung. Ausgewachsene Bäume müssen während der Fruchtbildung gegossen werden. Bei ausbleibendem Regen sollten mindestens 20 Liter Wasser pro Baum gegeben werden.
Pflaumenbäume werden morgens oder am späten Abend gegossen. Im Herbst, wenn die Hitze nachlässt, reicht es, alle zwei bis drei Wochen zu gießen. Bei Regenwetter ist kein Gießen nötig. Nach dem Gießen wird der Bereich um den Stamm aufgelockert, Unkraut gejätet und, falls gewünscht, gemulcht. - Im Süden benötigen Pflaumenbäume keine Abdeckung. In nördlichen Breiten, wo die Temperaturen bis zu -40 °C erreichen, wird der Wurzelbereich mit einer Humus- oder Strohschicht isoliert und der Stamm mit Jute umwickelt, mit Fichtenzweigen oder moderneren Materialien bedeckt. Es wird empfohlen, junge Sämlinge im Winter vollständig abzudecken.
Krankheiten und Schädlinge
Die Riesenpflaume ist trotz ihrer hohen Widerstandsfähigkeit nicht immun gegen Krankheiten und Schädlinge. Unter ungünstigen Bedingungen kann der Baum von Pilzkrankheiten befallen werden.
- ✓ Das Auftreten grauer Polster auf der Rinde und den Früchten.
- ✓ Schnelles Welken und Austrocknen der betroffenen Zweige.
Am häufigsten leidet die Riesenpflaume unter Pilzinfektionen:
- Moniliose. Sie äußert sich als Fäulnis an Ästen und Stamm. Behandelt wird sie mit einer Senflösung oder Fitolavin-Sprays.
- Clasterosporium. Diese Pilzkrankheit befällt Fruchtknoten und Blüten. Sie wird mit Fungiziden bekämpft.
Ernte und Lagerung
Die Pflaumen werden von Anfang August bis Mitte September geerntet. Die Reifezeit variiert je nach klimatischen Bedingungen. Es wird empfohlen, sie bei technischer Reife zu ernten, wenn sie die charakteristische Farbe der jeweiligen Sorte angenommen haben.
Die Pflaumen werden sorgfältig gepflückt, ohne sie zu quetschen oder die Wachsschicht abzureiben. Die geernteten Pflaumen werden in Holzkisten oder Weidenkörbe gelegt. Frische Pflaumen halten sich etwa einen Monat lang, wenn sie kühl und trocken gelagert werden. Der optimale Temperaturbereich liegt zwischen 0 °C und +5 °C.
Rezensionen
Die Riesenpflaume ist trotz ihrer langen Geschichte und Anfälligkeit für Pflaumenpilzbefall eine bemerkenswerte Sorte. Bei richtiger Pflege und Aufmerksamkeit kann dieser großfrüchtige Baum hervorragende Erträge an großen, köstlichen Pflaumen liefern.






