Die Birnensorte Rogneda ist winterhart und ideal für anspruchsvolle Klimazonen. Diese Birne, die ihrem schönen Namen alle Ehre macht, ist sehr robust und trägt selbst in regnerischen und kühlen Sommern Früchte.
Ursprungsgeschichte
Die Birnensorte Rogneda wurde 1997 von einer Gruppe russischer Züchter der Staatlichen Agraruniversität K. A. Timirjasew – Moskauer Landwirtschaftsakademie entwickelt. Die Rogneda-Birne wurde 2001 in das staatliche Sortenregister aufgenommen. Für ihre Entwicklung wurden die Sorten Tema und Lesnaja Krasavitsa verwendet. Die neue Sorte war ursprünglich für die Zentralregion vorgesehen, ihr Anbaugebiet wurde jedoch später erweitert.
Das Aussehen des Baumes
Die Rogneda-Birne ist ein mittelgroßer Baum, der eine Höhe von höchstens 4-5 m erreicht. Seine Krone ist breit pyramidenförmig und wird von sanft gebogenen, olivbraunen Trieben gebildet.

Die Zweige sind dicht belaubt, die Blätter dunkel smaragdgrün, verkehrt-eiförmig und gesägt. Der Baum zeichnet sich durch langsames Wachstum aus, wodurch er eine sehr kompakte und ordentliche Krone bildet. Die Blüten sind üppig, hell und duften angenehm.
Beschreibung der Früchte
Die Früchte sind rund oder abgeflacht-rund und ähneln Äpfeln. Es gibt auch Exemplare mit einer breiten Rautenform. Die Früchte sind hellgelb, manchmal mit einem scharlachroten, leicht verwaschenen Schimmer.
- ✓ Die Blätter haben einen charakteristischen smaragdgrünen Farbton und eine verkehrt-eiförmige Gestalt, was bei der Bestimmung der Sorte hilft.
- ✓ Die Früchte haben ein Muskatelleraroma, das ein charakteristisches Merkmal dieser Sorte ist.
Das weiß-beige Fruchtfleisch ist feinkörnig, zart, saftig und ölig, die Schale glatt und glänzend mit zahlreichen subkutanen Flecken. Der Stiel ist lang und relativ dick. Das durchschnittliche Fruchtgewicht beträgt etwa 120–125 g.
Geschmackseigenschaften
Die Früchte der Rogneda-Traube sind süß mit einem Hauch von Muskat. Dank ihres hervorragenden Geschmacksprofils eignet sie sich für vielfältige Verwendungszwecke. Professionelle Verkoster bewerten diese Sorte mit 4,2 von 5 Punkten.
Chemische Zusammensetzung der Früchte:
- Trockenmasse - 13,7%;
- Zucker - 7,5 %;
- Säure - 0,15%.
Selbstbefruchtung und Bestäuber
Die Sorte ist selbststeril. Um eine gute Ernte zu gewährleisten, sollten daher in der Nähe Befruchter – Birnbäume, die zur gleichen Zeit wie die Sorte Rogneda blühen – gepflanzt werden. Die besten Befruchter sind die Sorten Vidnaya, Chizhevskaya und Milada.
Reifung und Fruchtbildung
Der Birnbaum beginnt im späten Frühjahr zu blühen. Die Sorte trägt unterschiedlich viele Früchte, wobei sich die meisten Früchte vorwiegend an jungen Trieben bilden. Rogneda ist eine frühreife Sorte; die erste Ernte erfolgt etwa vier Jahre nach der Pflanzung.
Die Sorte Rogneda ist eine Spätsommersorte, deren Früchte ab der zweiten Augusthälfte reifen und Anfang September ihren Reifehöhepunkt erreichen. Da diese Sorte nur sehr unregelmäßig Früchte trägt, müssen im Juni einige Fruchtknoten entfernt werden.
Bei günstigen Bedingungen kann der Baum 20 bis 25 Jahre lang ununterbrochen Früchte tragen.
Produktivität
Diese Sorte zeichnet sich durch hervorragende Erträge aus. Ein ausgewachsener Baum kann pro Saison etwa 50 kg Früchte tragen. Bei großflächigem Anbau liegt der durchschnittliche Ertrag der Rogneda-Birne bei 140 Zentnern pro Hektar.
Für und Wider
Die Birnensorte Rogneda erfreut sich zu Recht großer Beliebtheit bei Hobbygärtnern und Sommergästen. Ihre vielen Vorteile überwiegen die wenigen kleineren Nachteile bei Weitem. Bevor man diese Birne pflanzt, sollte man sich jedoch mit allen Vor- und Nachteilen vertraut machen.
Standortanforderungen
Diese Sorte gedeiht in Sonne oder Halbschatten. Am besten eignet sich jedoch ein sonniger Standort, der vor Zugluft und starkem Wind geschützt ist. Der optimale Abstand zu Gebäuden und anderen Bäumen beträgt 3 bzw. 5 Meter.
- ✓ Der pH-Wert des Bodens sollte für eine optimale Nährstoffaufnahme zwischen 6,0 und 6,5 liegen.
- ✓ Der Gehalt an organischer Substanz im Boden sollte mindestens 3 % betragen, um eine gute Struktur und Wasserspeicherfähigkeit zu gewährleisten.
Die besten Böden für den Anbau sind lehmig und sandig-lehmig. Der Boden sollte leicht und fruchtbar sein. Die Rogneda-Birne verträgt weder Staunässe noch übermäßige Feuchtigkeit und auch keine Nähe zum Grundwasser. Zu viel Feuchtigkeit führt zu Wurzelfäule und schließlich zum Absterben des Baumes. Der maximale Grundwasserstand beträgt 2–3 Meter.
Landemerkmale
Für die Pflanzung eignen sich zweijährige Setzlinge, die man idealerweise in spezialisierten Baumschulen kauft. Die Bäume sollten gesund sein und ein gut entwickeltes Wurzelwerk haben. Der Stammdurchmesser beträgt 1,5 cm.
Landeeigenschaften:
- Die Pflanzung empfiehlt sich im Frühjahr, Ende April oder Anfang Mai. In gemäßigten Klimazonen sollten die Sämlinge vor Winterfrösten geschützt werden. Wird die Sorte im Süden angebaut, ist die Pflanzung im Herbst ratsam. Jungpflanzen im Topf können jederzeit, auch im Sommer, gepflanzt werden.
- Die Pflanzlöcher werden etwa zwei Monate vor dem Pflanzen vorbereitet. Bei einer Frühjahrspflanzung werden die Löcher im Herbst ausgehoben. Die optimale Lochbreite beträgt 80 cm und die Tiefe 60 cm. Die ausgehobene Erde wird mit Dünger vermischt. Bei lehmigen Böden wird der Erdmischung Sand beigemischt.
- Vor dem Einpflanzen werden die Wurzeln des Sämlings in einer Lösung von Kornevin oder einem anderen Wachstumsstimulans gehalten.
- Der Sämling wird nach Standardverfahren gepflanzt: Er wird auf einen Erdhügel gesetzt und die Wurzeln werden ausgebreitet. Die Erde wird sorgfältig angedrückt, um Lufteinschlüsse zwischen den Wurzeln zu vermeiden. Der Wurzelhals sollte nach dem Pflanzen 5 cm über der Erdoberfläche liegen.
- Der gepflanzte Setzling wird großzügig gegossen, gemulcht und an einer Stütze befestigt. Erst nach zwei Jahren ist der Baum fest im Boden verankert; bis dahin sollte er an einem in den Boden gerammten Pfahl angebunden werden.
Feinheiten der Fürsorge
Um ein halbes Zentner Birnen von einem Baum zu ernten, muss dieser gut gepflegt werden. Diese Pflege bestimmt nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Früchte – ihren Geschmack, ihre Größe und ihr gesamtes Aussehen.
Feinheiten der Pflege der Rogneda-Birne:
- Bewässerung. Trockenheit beeinträchtigt die Entwicklung und den Fruchtansatz des Baumes und sollte daher vermieden werden. Ausgewachsene Bäume können sich dank ihrer langen Wurzeln selbst mit Wasser versorgen, Jungpflanzen hingegen benötigen regelmäßiges Gießen.
Birnbäumen wird eine tägliche Bewässerung von 50 Litern empfohlen. Vor dem Winter sind 150 Liter Wasser erforderlich. Das Wasser wird in Gräben um den Stamm gegossen. Die Furchen sollten 15 cm tief sein. Nach dem Bewässern wird der Graben mit Erde aufgefüllt und mit Mulch abgedeckt.
- Topping. Die Düngung beginnt im dritten Jahr nach der Pflanzung. Ertrag, Fruchtgröße und Geschmack des Baumes hängen maßgeblich von der Qualität und dem Zeitpunkt der Düngung ab. Sowohl ein Überschuss als auch ein Mangel können die Gesundheit des Baumes beeinträchtigen. Daher ist es wichtig, den Birnbaum richtig zu düngen und die korrekte Dosierung einzuhalten.
- Im frühen Frühjahr werden 10 Liter organische Substanz und 500 g Harnstoff hinzugegeben.
- Während der Blütezeit - komplexer Mineraldünger.
- Im Stadium der Kornbildung werden 500 g Nitrophoska, verdünnt in 10 Litern Wasser, hinzugegeben.
- Im Herbst werden trockenes Superphosphat und Kaliumsulfat um den Baumstammkreis gestreut – jeweils 300 g.
- Trimmen. Dieser Prozess beeinflusst nicht nur die Kronenform, sondern auch die Gesundheit und Produktivität des Baumes. Es werden mindestens zwei Arten von Schnittmaßnahmen durchgeführt: ein hygienischer und ein formgebender Schnitt. Auch ältere Bäume benötigen unter Umständen eine Verjüngung. Im Frühjahr wird die Krone ausgelichtet und in Form gebracht, während alle abgestorbenen und beschädigten Äste entfernt werden.
Im Herbst wird nur minimal geschnitten; es beschränkt sich auf Hygienemaßnahmen, um den Baum vor dem Winter nicht zu stressen. Alle Schnittstellen werden desinfiziert, um Infektionen vorzubeugen. Hierfür kann beispielsweise Gartenlack verwendet werden. - Tünchen. Die Behandlung erfolgt im Frühjahr, sobald der Schnee geschmolzen ist, und im Herbst. Kalk schützt den Stamm vor Verbrennungen, Infektionen und Insektenbefall. Oft wird dem Kalk Kupfersulfat beigemischt. Die Bäume werden bei sonnigem Wetter gekalkt, nachdem die Rinde zuvor mit einer Drahtbürste gereinigt wurde. Junge Birnbäume sollten nicht gekalkt werden.
- Lockerung. Nach dem Wässern und Regen werden die Baumstammringe gelockert und von Unkraut befreit.
Vorbereitung auf den Winter
Die Vorbereitung eines Birnbaums auf den Winter beginnt unmittelbar nach dem Laubfall. Zuerst wird der Bereich um den Stamm von Laub und anderen Ablagerungen befreit. Anschließend wird der Baum gewässert, um ihn mit Feuchtigkeit zu versorgen, und der Bereich um den Stamm wird mit einer etwa 20 cm dicken Schicht Humus, Torf oder Sägemehl abgedeckt.
Die Rogneda-Sorte ist frosthart, daher vertragen ausgewachsene Bäume Frost gut und benötigen keinen Schutz. Der Stamm sollte jedoch mit üblichen Schutzmaßnahmen vor Nagetieren geschützt werden – beispielsweise durch Auskleiden mit Fichtenzweigen, Jute oder Dachpappe.
Krankheiten und Schädlinge
Die Birnensorte Rogneda besitzt eine ausgezeichnete Resistenz gegen die häufigsten Birnenkrankheiten – Schorf und Fruchtfäule. Unsachgemäße Pflege kann den Baum jedoch anfällig für diese und andere Pilzinfektionen machen.
Die Sorte wird meist beeinflusst durch:
- Echter Mehltau. Es befällt Stamm, Äste, Blätter und Fruchtknoten. Darauf bildet sich ein weißer Belag, der mit der Zeit rostfarben wird. Eine 10%ige Kaliumchloridlösung hilft gegen das Problem. Nach einigen Wochen sollte mit einer 0,5%igen Harnstofflösung besprüht werden.
- Rußschimmel. Diese Krankheit führt dazu, dass Blätter und sogar Früchte mit einem schwarzen Belag überzogen werden. Gängige Fungizide können helfen, den Pilz abzutöten.
- Rost. Es verursacht rostfarbene Flecken und Wucherungen an Blättern und Trieben. Unbehandelt kann der Rost auch die Früchte befallen. Zur Bekämpfung werden kupferhaltige Präparate eingesetzt; die Bäume werden vor der Blüte damit besprüht. Nach der Ernte werden die Birnen mit einer 1%igen Bordeauxbrühe behandelt.
Ernte und Lagerung
Da die Früchte leicht abfallen, pflückt man sie am besten leicht unreif. Die Früchte werden vorsichtig gepflückt, ohne die Stiele zu beschädigen. Verschiedene Pflücker helfen dabei, auch hoch oben liegende Birnen zu erreichen.
Die in Kisten verpackten Früchte werden in einen kühlen, dunklen Raum gebracht. Dort behalten sie ihre Haltbarkeit und ihren Geschmack für 1–2 Monate. Bei Zimmertemperatur können Birnen 10–20 Tage gelagert werden.
Anwendung
Dank ihres hervorragenden Geschmacks ist die Rogneda-Birne in der Küche sehr begehrt. Ihre Früchte werden nicht nur frisch verzehrt, sondern auch in Obstsalaten verwendet, zu Pürees und Säften verarbeitet sowie zu Kompotten und Marmeladen. Aufgrund ihres hohen Zuckergehalts eignen sich diese Birnen auch zur Weinherstellung.
Die Birnensorte Rogneda ist wunderbar, nahezu perfekt. Sie vereint alle besten Eigenschaften von Obstbäumen, darunter einen hervorragenden Fruchtgeschmack. Diese Sorte ist pflegeleicht und ertragreich, sodass selbst Gartenneulinge jedes Jahr wunderschöne und köstliche Birnen ernten können.








Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung und die Pflanzdiagramme. Ich hatte vor, diese Sorte dieses Jahr zu pflanzen. Ich habe auch einiges Neues über die Pflege gelernt. Es gab ein paar Dinge, die ich nicht wusste, obwohl mein Baum schon seit acht Jahren wächst. Deshalb gab es auch ein paar Probleme.