Die Verarbeitung von Straußenleder erfordert besondere Fachkenntnisse, da es eine einzigartige Textur aufweist. Die Bedeutung einer fachgerechten Verarbeitung ergibt sich aus dem Bedürfnis nach einem hochwertigen Produkt, da die Auswahl auf sortentypischen Merkmalen basiert – je höher die Qualität, desto teurer das Leder.
Eigenschaften von Straußenhaut
Straußenleder gilt als prestigeträchtig und sehr teuer. Es sieht nicht nur wunderschön aus, sondern bietet laut Experten auch zahlreiche Vorteile, darunter unglaubliche Haltbarkeit und geringe Abnutzung. Weitere charakteristische Merkmale sind:
- Wasserbeständigkeit – Kleidung und Schuhe werden nicht nass, da Wasser einfach von der Haut abgewiesen wird;
- fühlt sich weich an - es fühlt sich angenehm an;
- Viskosität - Man kann daraus alle möglichen Produkte nähen (außerdem ist es elastisch und reißt oder bricht nicht);
- Färbbarkeit – nimmt Farbpigmente perfekt auf und speichert sie;
- Körnigkeit der Textur – Die Federfollikelsäckchen verleihen den Produkten Originalität und Raffinesse.
Das begehrteste Teil der Straußenhaut ist der Rücken, da er die beste Reliefstruktur aufweist.
Wozu wird Straußenhaut verwendet?
Aus Straußenhäuten wird eine breite Palette von Produkten hergestellt:
- Kurzwaren – Geldbörsen, Handtaschen, Taschen, Gürtel, Hüte, Accessoires;
- Tuch – Jacken, Mäntel, Hosen, Röcke;
- Schuhe – exquisite Damen- und Herrenschuhe/Stiefel;
- Schreibwaren – Ordner, Bucheinbände, Notizblöcke;
- Dekor – Fragmente für die Innendekoration;
- Automobilindustrie – Fertigstellung von Fahrzeuginnenräumen, Sitzen, Verkleidungen usw.;
- Möbel - Sofas und Sessel, Poufs.
Jede Kollektion internationaler Modehäuser (Gucci, Prada, Veneta usw.) enthält Elemente und Kleidungsstücke aus Straußenleder.
Hauttypen
Gesalzene Häute werden anhand ihrer Oberfläche und Qualität bewertet, woraus sich der Endpreis ergibt. Dies geschieht mithilfe spezieller Geräte im nassgesalzenen Zustand.
Zunächst werden Elastizität, Festigkeit, Textur und Größe (mindestens 0,8, maximal 1,5 Quadratmeter) bestimmt, da diese die weitere Verwendung (Herstellung bestimmter Produkte) beeinflussen. Auch das Vorhandensein von Schnitten, Mikrorissen, Narben, Kratzern, die Qualität der Konservierung und die Beschaffenheit der Haut werden beurteilt.
Straußenleder gibt es in folgenden Qualitäten:
- Erste. Als das Beste gilt es. Die Innenseite der Haut muss frei von Fleischresten sein. Das Fleisch muss vollständig sein, inklusive Hals, Flügel und Pfoten. Keine Kratzer oder sonstige Mängel – nur frischeste, hochwertigste Konservenware.
- Zweite. Kleinere Unvollkommenheiten sind zulässig:
- Größe - unvollständig;
- Die Eröffnungssätze sind ungenau;
- Erhaltungszustand – durchschnittliches Niveau;
- Schnitte, Löcher und sonstige Beschädigungen;
- Defekte in den Follikeln;
- das Vorhandensein von Fettflecken und einer „roten Kappe“, d. h. Flecken auf der Innenseite der Haut (entsteht durch bakterielle Schädigung).
- Dritte. Es gelten die gleichen Anforderungen wie für die zweite Klasse, allerdings sind Mängel in größerem Umfang zulässig.
Anzeichen wie Verderb, Ammoniakgeruch, mangelhafte Konservierung und schwammartige Struktur deuten darauf hin, dass das Material für die weitere Verwendung ungeeignet ist.
Vorbereitung zum Anziehen
Anders als Hühner, Gänse und anderes Geflügel besitzen Strauße einen einzigartigen Charakter und ein besonderes Temperament. Beim Schlachten ist ein behutsamer Umgang wichtig, um Schrecken zu vermeiden, der zu Verletzungen führen kann, die die Haut schädigen (Prellungen und Läsionen).
Zeit, den Vogel zu schlachten
Straußen werden geschlachtet, sobald sie ein Gewicht von 100–120 kg erreicht haben (bei Weibchen gilt dies für Weibchen, bei Männchen für Männchen). Eine weitere Aufzucht ist sinnlos, da die Qualität der Haut abnimmt. Straußenfarmer behalten nur wenige Weibchen, ausschließlich zur Eierproduktion.
Die Entwicklungsgeschwindigkeit von Straußen wird durch ihre Ernährung beeinflusst. Das empfohlene Schlachtalter liegt zwischen 12 und 14 Monaten. Werden Strauße später geschlachtet, treten Probleme beim Gerben der Haut auf – sie reißt, trocknet aus und wird steif (junge Strauße produzieren natürliche Öle, ältere hingegen nicht).
Schlachtanweisungen
Bereiten Sie zunächst Ihr Werkzeug vor. Sie benötigen ein dickes Seil, ein Messer, einen stabilen Metallhaken (zum Aufhängen des Tierkörpers) und einen Hammer. Das Schlachten erfolgt in mehreren Schritten. Der erste Schritt ist die Betäubung. Auf größeren Höfen geschieht dies mit 240-Volt-Strom.
Die Betäubung dauert maximal 7 Minuten. Der Hauptvorteil dieser Methode liegt darin, dass mehrere Tiere gleichzeitig ruhiggestellt werden können. In kleinen Straußenfarmen wird die Betäubung mit einem Hammer angewendet.
Wie man einen Strauß schlachtet:
- Binden Sie den Vogel so fest, dass er sich nicht bewegen kann.
- Markieren Sie die genaue Mitte des Kopfes (am Scheitel) und schlagen Sie mit einem Hammer darauf. Versuchen Sie, nicht zu verfehlen, da der Strauß sonst wütend wird und angreifen könnte.
- Nachdem der Vogel gefallen ist, lassen Sie ihn ausbluten, indem Sie die Halsvene durchtrennen oder den Kopf vollständig abtrennen. Seien Sie vorsichtig, da sich sonst Blutergüsse im Halsbereich bilden, die die Hautqualität beeinträchtigen.
- Hängen Sie das Tier kopfüber an einen Haken, damit das Blut schnell abfließen kann und der Kadaver sich nicht blau verfärbt. Um den Blutungsprozess zu beschleunigen, schneiden Sie die Arterie in der Nähe des Herzens durch.
- Rupfen Sie den Strauß sofort. Beachten Sie, dass das Übergießen des Straußes mit kochendem Wasser strengstens verboten ist, da die Federn dadurch ihren Wert verlieren. Legen Sie den Kadaver auf eine bequeme Unterlage und zupfen Sie vorsichtig jede einzelne Feder.
Wird die Haut beim Zupfen beschädigt, entsteht ein Riss, was die Qualität mindert.
Der Häutungsprozess
Das Ablösen der Haut vom Fleisch ist ein recht komplexer Vorgang. Er muss sehr sorgfältig durchgeführt werden, um scharfe Kanten zu vermeiden. So entfernen Sie die Haut richtig:
- Setzen Sie einen Schnitt nahe einem Flügel an und führen Sie ihn entlang der Bauchhöhle zum anderen Flügel fort. Schneiden Sie dabei weiter – die Schnittlinie sollte glatt und durchgehend sein.
- Setzen Sie nun das Messer in der Nähe der Kloake an und ziehen Sie es durch Hals und Bauch bis zum Schnabel.
- Machen Sie einen Schnitt im Bereich der Zehengelenke und führen Sie das Messer bis zum Bauch hinunter.
- Entfernen Sie die Haut und schaben Sie das Fleisch und die Knochen mit der stumpfen Seite eines Messers ab. Entfernen Sie jegliches Fett und sonstige Verunreinigungen.
- Waschen Sie die Beschichtung mit Wasser und Waschmittel und wischen Sie sie trocken.
- Die Haut mit der Außenseite nach unten 15-20 Minuten lang zum Abkühlen auslegen.
Primärverarbeitung von Rohstoffen
Nach dem Abkühlen die Haut konservieren. Gehen Sie dazu wie folgt vor:
- Bestreuen Sie das Leder sofort mit Salz, da der Zersetzungsprozess schnell einsetzt. Verwenden Sie 1 kg grobes Salz pro 2 kg Leder. Zu viel Salz entzieht dem Leder die gesamte Feuchtigkeit, wodurch es austrocknet und spröde und brüchig wird.
- Die Häute zusammenrollen und stapeln.
- In den Kühlschrank (nicht in den Gefrierschrank) stellen.
- Urlaub für 60 Stunden.
Ledergerbung
Das Anlegen des Verbandes erfolgt in mehreren Hauptschritten. Achten Sie unbedingt darauf, die Reihenfolge und die korrekte Ausführung der einzelnen Schritte genau einzuhalten:
- Das Leder einweichen. Das Wasser sollte 20–25 °C warm sein. Um Fäulnis vorzubeugen, 40 g Salz, 3 g Waschpulver und 1 g Formalin in 1 Liter Wasser geben. Das Leder 40–48 Stunden in dieser Mischung einweichen und die Mischung alle 6–8 Stunden wechseln.
- Hängen Sie die Haut auf, damit eventuell vorhandene Flüssigkeit abtropfen kann.
- Mit einem Schaber oder Messer (stumpfe Seite) auf beiden Seiten reinigen.
- Um die Haut weicher zu machen und zu entfetten, weichen Sie sie 24 Stunden lang in saurer Lösung ein. Alternativ kann auch Kerosin im Verhältnis 2:100 zu Wasser verwendet werden.
- Um das Leder widerstandsfähiger gegen widrige Bedingungen zu machen, gerben Sie es. Verwenden Sie dazu Aluminium-Chrom-Alaun oder Chromat gemäß den Anweisungen. Der gesamte Prozess dauert ebenfalls 24 Stunden.
- Das Leder 48 Stunden lang an einem kühlen, dunklen Ort trocknen lassen. Anschließend zum Trocknen aufhängen.
- Die Haut glätten und dehnen, bis sie vollkommen flach ist.
- Polieren Sie die Oberfläche mit einem speziellen Öl, das für Geschmeidigkeit und Glanz sorgt (Sie können auch Vaseline verwenden).
Welche Fehler können gemacht werden?
Strauße sind sehr sensible Vögel mit ausgeprägtem Herdentrieb. Es ist strengstens verboten, sie auf Farmen zu schlachten. Sollten ihre Artgenossen dies mitansehen, geraten sie in extreme Panik und fliehen, wobei sie alle Zäune auf ihrem Weg zerstören.
Welche Probleme können auftreten und wie lassen sie sich vermeiden?
- Strauße sind sehr kräftige Tiere. Schlagen oder erschrecken Sie sie nicht, bevor Sie sie schlachten – sie können angreifen und schwere Verletzungen verursachen.
- Schlachten Sie den Vogel selbst, oder, falls Sie nicht wissen, wie, lassen Sie ihn von einem Fachmann schlachten. Einige Tage vor dem Eingriff sollte der Fachmann vorbeikommen und den Strauß besser kennenlernen (damit er sich daran gewöhnt und sich Ihnen nähern lässt).
- Wenn die Haustiere in der Herde sehen, wie ihr Besitzer seinen „Bruder“ tötet, seien Sie darauf vorbereitet, dass sie Sie nicht mehr in ihre Nähe lassen werden.
- Das Leder sollte nicht zu lange zusammengerollt aufbewahrt und nicht zu feucht werden, da sich sonst eine rote Schicht bildet.
- Den Strauß nicht mit Gewalt in den Schlachthof treiben, da der dadurch entstehende Stress die Qualität von Fleisch und Haut beeinträchtigt.
- Betäuben Sie den Vogel richtig – genau in der Mitte des Kopfes, dadurch wird der Vogel sofort bewegungsunfähig und kann Ihnen keinen Schaden zufügen.
- Um eine Bildung von rotem Belag zu verhindern, verwenden Sie während der Lagerung Borsäure und Naphthalin (jeweils 1 %) sowie Speisesalz (98 %).
Wie pflegt man Straußenleder?
Da Straußenleder Follikel besitzt, ist die Pflege etwas anspruchsvoller, da sich Staub zwischen den Rillen ansammelt. Grundregeln:
- Bereiche mit glatter Haut können einfach mit einem weichen Baumwolltuch abgewischt werden.
- Ein leichtes Anfeuchten des Tuchs ist zulässig, es wird jedoch nicht empfohlen, das Produkt vollständig in Wasser einzuweichen.
- Da Straußenhaut Öle enthält, bilden sich mit der Zeit fettige Flecken auf der Oberfläche. Diese lassen sich mit Talkumpuder entfernen. Einfach auf die Haut streuen, 2–4 Stunden einwirken lassen und anschließend abschütteln und wegpusten.
- Chemikalien sind zur Lederbehandlung absolut ungeeignet. Verwenden Sie stattdessen ein speziell für Reptilienartikel entwickeltes Pflegemittel.
- Bei starker Verunreinigung ist die Verwendung einer Seifenlösung (hergestellt aus Waschseife) zulässig.
- Vermeiden Sie den Kontakt mit alkoholhaltigen Produkten, da diese die Lederfasern angreifen.
- Pflegeprodukte mit Lanolin sind hervorragend. Anschließend die Oberfläche mit einer speziellen Poliercreme oder -paste in einer sehr dünnen Schicht polieren.
- Wenn Sie Wachs verwenden, sollte dieses eine neutrale Farbe haben, idealerweise farblos.
- Lagern Sie Ihre Artikel sachgemäß – vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, Austrocknung und Frost.
Wer alle Regeln der Straußenlederverarbeitung kennt, kann die Haut selbst verarbeiten und muss dafür keinen Fachmann beauftragen. Beim ersten Mal empfiehlt es sich, dies unter der Anleitung einer sachkundigen Person zu tun. Danach können Sie den Strauß problemlos selbstständig schlachten und zerlegen.






