Die geringe Größe von Wachteln kann beim Schlachten und Zerlegen einige Herausforderungen mit sich bringen. Daher ist es entscheidend, die Feinheiten dieser Verfahren zu verstehen.
Wie wählt man einen Vogel zur Schlachtung aus?
Nur gesunde und gut genährte Wachteln, die nicht älter als zwei Monate sind, werden geschlachtet. Ausgewachsene Tiere haben zäheres Fleisch. Daher ist die längere Haltung von Wachteln für den Landwirt unwirtschaftlich.
Wachteln zur Schlachtung werden bereits ab dem 40. Lebenstag selektiert. Dabei werden in der Regel gut bemuskelte Wachteln mit einem ausgeprägten Brustbein bevorzugt.
Das Gefieder sollte dicht und glänzend sein. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Vogel gesund ist.
Da sowohl Männchen als auch Weibchen zur Schlachtung bestimmt sind, empfiehlt es sich, nur die nicht legenden Tiere auszuwählen. Da Männchen und Weibchen während der Mastphase getrennt gehalten werden, erfolgt die Schlachtauswahl auch nach Geschlecht.
Anforderungen und Grundsätze der Mast
Es wird empfohlen, die Vögel erst nach dem ersten Lebensmonat zu mästen. Wachteln werden auf eine kalorienreiche, nährstoffreiche Ernährung umgestellt und übermäßige körperliche Anstrengung wird vermieden.
- ✓ Die Temperatur im Mastraum sollte für eine optimale Gewichtszunahme zwischen 20 und 22 °C liegen.
- ✓ Die Beleuchtung sollte mäßig sein, nicht länger als 16 Stunden am Tag, um Stress beim Vogel zu vermeiden.
All diese Maßnahmen ermöglichen es dem Vogel, in relativ kurzer Zeit an Gewicht zuzunehmen. Der Bewegungsmangel fördert zudem die Bildung von Fettschichten, was dem Fleisch eine zarte und weiche Konsistenz verleiht.
Zusätzlich zu Kraftfutter benötigen Wachteln eine weitere Quelle für die Vitamine A und D. Diese ermöglichen es ihnen, die große Futtermenge schneller und leichter zu verdauen.
Um die Gewichtszunahme zu beschleunigen, empfiehlt es sich, tierische Proteine in die Ernährung Ihrer Wachteln aufzunehmen. Beispiele hierfür sind Hüttenkäse, vorgekochte Eier und andere Milchprodukte.
Die Fütterung erfolgt mindestens dreimal täglich. Die Menge an Zusatzfutter ist unbegrenzt. Da eine plötzliche Futterumstellung bei dem Vogel eine negative Reaktion hervorrufen kann, empfiehlt es sich, das Zusatzfutter in den ersten vier Tagen der Mast in kleinen Portionen zu verabreichen. Folgende Futtermittel sollten die Grundlage der Vogelernährung bilden:
- Maiskolben;
- Getreide;
- gedämpfte Erbsen;
- Futterfette;
- MischfutterDie
Vorbereitung von Wachteln vor der Schlachtung
Kurz vor der Schlachtung von Wachteln sollten Sie einige einfache Schritte befolgen. Dadurch verlängert sich die Haltbarkeit des Fleisches:
- Das vorgefütterte Tier sollte 24 Stunden vor der Schlachtung in ein separates Gehege gebracht werden.
- Während dieser gesamten Zeit sollte der Vogel gefastet werden. Der Magen-Darm-Trakt kann mit einer Salzlösung im Verhältnis 3:1 gereinigt werden.
- Zehn Stunden vor der Schlachtung wird den Wachteln der Zugang zu Wasser verwehrt.
Schlachttechniken für Wachteln
Auf großen Farmen werden Wachteln mit speziell installierten Anlagen geschlachtet. Der Einsatz solcher Anlagen im heimischen Garten ist jedoch völlig unpraktisch. Daher schlachten Landwirte die Vögel mit folgenden Methoden:
- Handbuch;
- "Amerikanisch";
- unter Verwendung eines halbautomatischen Schlachthofs.
Manuelle Methode
Diese Methode zum Schlachten von Wachteln ist die gebräuchlichste im Haushalt. Aufgrund der geringen Größe der Wachteln geht das Schlachten schnell und erfordert wenig Aufwand. Um eine Wachtel manuell zu schlachten, befolgen Sie diese Schritte:
- Setzen Sie den Vogel auf eine ebene Fläche und drücken Sie seinen Körper und seine Flügel leicht dagegen.
- Anschließend wird mit einem vorgeschärften Messer der Wachtel der Kopf abgetrennt und die Beine abgeschnitten.
- Den geschlachteten Vogel für eine halbe Minute in ein separates Gefäß mit heißem Wasser geben.
- Nach dem Brühen mit dem Zupfen fortfahren.
Im folgenden Video können Sie die manuelle Schlachtung von Wachteln beobachten:
Einsatz von halbautomatischen Geräten
Wenn Sie eine große Anzahl von Vögeln schlachten müssen, empfiehlt sich die Investition in halbautomatische Anlagen. Schlachtgeräte für den Hausgebrauch sind deutlich günstiger als die für landwirtschaftliche Betriebe.
Obwohl die halbautomatische Schlachtmaschine nur für die ersten Verarbeitungsschritte konzipiert ist, ermöglicht sie einen absolut sauberen Schnitt und die Schlachtung großer Mengen an Vögeln. Die Maschine besteht aus einem Messer und einer Halterung für den Wachtelhals.
Der Vogel wird manuell in das Gerät eingesetzt.
Der amerikanische Weg
Die Methode des Schlachtens von Vögeln, bei der maximaler Blutverlust erzielt wird, gilt hinsichtlich der Weiterverarbeitung immer noch als die effizienteste. Die „amerikanische Schlachtmethode“ umfasst vier Schritte:
- Zuerst hängt man die Wachtel an den Beinen auf, mit dem Kopf nach unten.
- Drücken Sie dann auf die Ohren und fassen Sie den Kopf des Vogels.
- Mit einem scharfen Messer schneidet man durch den Schnabel des Vogels die hinter dem Gaumen liegenden Gefäße heraus.
- Falls Blut austritt, punktieren Sie mit demselben Messer das Gehirn durch den Schlitz im Gaumen.
Der letzte Schritt ist notwendig, um die Nervenenden zu entspannen, die für die Steuerung der Muskelfasern verantwortlich sind. Dadurch lassen sich Federn in Zukunft leichter und schneller von der Haut entfernen.
Brühen und Rupfen der fertigen Schlachtkörper
Heute gibt es zwei manuelle Schlachtmethoden für Wachteln. Die eine Methode ermöglicht den bestmöglichen Erhalt der Haut und liefert so einen marktfähigen Schlachtkörper. Die zweite Methode ist auf schnelle Ergebnisse ausgelegt, führt aber zu einem weniger ansprechenden Schlachtkörper.
Schneiden unter Erhaltung der Haut
Wenn Sie die Haut eines Wachtelkadavers konservieren möchten, müssen Sie folgende Schritte durchführen:
- Zuerst schneidet man die Beine dort ab, wo sie mit den Trommelstöcken und den Flügeln bis zum ersten Gelenk verbunden sind.
- Legen Sie die Wachtel anschließend in einen tiefen Behälter mit heißem Wasser. Die Wassertemperatur sollte etwa 80 Grad Celsius betragen. Die Wachtel sollte nicht länger als 40 Sekunden im Wasser bleiben, da sonst die Federn zusammen mit der Haut abfallen.
- Durch kräftiges und schnelles Rupfen werden die Federn von der gesamten Oberfläche des Kadavers entfernt. Bis zu 15 Wachteln können pro Stunde gerupft werden.
Wie man schnell zupft: Schritt-für-Schritt-Anleitung
In den meisten Fällen bevorzugen Landwirte, wenn die geschlachtete Wachtel nicht zum Verkauf bestimmt ist, das schnelle Rupfen. Dabei werden die Federn zusammen mit der Haut entfernt.
- Wie im ersten Fall, schneiden Sie die Beine und Flügel ab.
- Legen Sie den Vogel dann mit dem Bauch nach oben auf eine ebene Fläche.
- Führen Sie einen kleinen Schnitt am Brustbein durch.
- Fassen Sie die Hautränder mit den Fingern und ziehen Sie die Haut mit einer schnellen Bewegung ab. Falls nötig, wiederholen Sie den Schnitt auf der Rückseite.
- Spülen Sie den Tierkörper in kaltem Wasser ab und beginnen Sie anschließend mit dem Ausnehmen.
Das untenstehende Video zeigt, wie Wachteln schnell gerupft werden:
Die Vor- und Nachteile des schnellen Rupfens von Wachteln
Die schnelle Methode zum Rupfen von Wachteln hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Bevor man sich dafür entscheidet, sollte man sich mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen vertraut machen. Zu den offensichtlichen Vorteilen dieser Methode gehören folgende:
- Eine weitere Bearbeitung der Federn, z. B. durch Brühen, ist nicht erforderlich;
- Da die Verarbeitung von Geflügel die Sauberkeit des genutzten Raums nicht gewährleistet, entfällt bei dieser Rupfmethode die Notwendigkeit einer anschließenden Reinigung des Arbeitsbereichs;
- Für den Landwirt ist die Durchführung eines solchen Verfahrens mit weniger Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden.
Zu den Nachteilen gehören folgende:
- unattraktives Produktbild;
- signifikante Reduzierung des Gesamtgewichts des Schlachtkörpers;
- Verlust einiger Geschmackseigenschaften, da schnell gerupfte Wachteln weniger saftig sind.
Die Funktionsweise einer Federrupfmaschine
Ein Landwirt kann das Rupfen mit speziellen Federrupfgeräten erleichtern, die er selbst bauen kann. Diese Geräte bestehen aus einem kleinen runden Behälter mit rotierenden Scheiben und gummierten Stacheln unterschiedlicher Durchmesser.
Während sich der Wachtelkadaver dreht, streift er an Stacheln, die die Federn erfassen und entfernen. Der Landwirt muss den Kadaver lediglich regelmäßig mit Wasser besprühen und die Funktion der Anlage überwachen.
Zerschneiden und Ausweiden
Das Ausweiden eines so kleinen Vogels wie einer Wachtel erfolgt durch den Bauch in einer bestimmten Reihenfolge:
- Zuerst wird ein kleiner Schnitt in die Bauchdecke gemacht.
- Anschließend werden die Herzkammer und das Herz entfernt.
- Führen Sie einen weiteren Schnitt im Halsbereich durch.
- Die Speiseröhre mit einer gleichmäßigen Bewegung herausziehen.
- Spülen Sie das Innere des Tierkörpers mit kaltem Wasser aus.
Die meisten Experten sind sich einig, dass das Ausnehmen von Wachteln unnötig ist. Das Entfernen der Eingeweide durch einen Bauchschnitt birgt ein hohes Risiko, diese zu beschädigen.
Eine beeinträchtigte Darmbarriere führt dazu, dass der Darminhalt den Geschmack des Fleisches negativ beeinflusst. Letztendlich erfordert die Reinigung des Geflügelinneren noch mehr Zeit und Mühe.
Aus Gründen der Gesundheit und Sicherheit wird davon abgeraten, Wachteln auszunehmen. Denn ausgenommene Wachteln enthalten deutlich mehr schädliche Bakterien.
Die einzige notwendige Bedingung bei der Verweigerung des Ausnehmens der Wachtel ist die obligatorische Reinigung des Verdauungstrakts des Vogels einige Stunden vor der Schlachtung.
Falls eine Ausweidung notwendig ist, erfolgt diese am besten durch den After nach einem kleinen Schnitt. Dieses Verfahren ist zwar deutlich schwieriger als die Entfernung der inneren Organe durch den Bauchraum, erhält aber das marktfähige Aussehen des Vogels.
Sehen Sie sich ein Video an, das zeigt, wie man Wachteln ausnimmt:
Kühlung und Lagerung
Um den Geschmack des Fleisches zu erhalten, müssen bestimmte Lagerbedingungen beachtet werden. Wachtelfleisch sollte gefroren aufbewahrt werden. Es wird jedoch nicht empfohlen, den Wachtelkörper direkt nach dem Rupfen einzufrieren. Zunächst sollte der Temperaturunterschied zwischen dem Tier und dem Gefrierschrank minimiert werden.
Legen Sie den Schlachtkörper unmittelbar nach der Verarbeitung in ein tiefes Gefäß mit kaltem Wasser, das regelmäßig gewechselt werden muss. Dies ist notwendig, da die Wachtel Wärme an das Wasser abgibt und so dessen Temperatur verändert. Befolgen Sie anschließend diese einfachen Schritte:
- Die abgekühlten Tierkörper in ein beliebiges Gefäß mit Löchern, z. B. ein großes Sieb, geben und so lange stehen lassen, bis die gesamte Flüssigkeit abgetropft ist.
- Anschließend die Vögel in Plastiktüten verpacken. Nicht mehr als zwei Wachteln in eine Tüte geben.
- Die Beutel mit dem Wachtelfleisch kommen in den Gefrierschrank, dessen Temperatur 8 Grad unter Null nicht überschreiten sollte.
Wenn Sie das Fleisch innerhalb der nächsten 2–3 Tage zubereiten möchten, sollten Sie die Geflügelkarkassen nicht einfrieren. Packen Sie stattdessen die benötigte Anzahl an Geflügelportionen in einen Karton oder eine Holzkiste und legen Sie diese in den Kühlschrank. So behält das Fleisch seinen Geschmack und muss nicht erneut aufgetaut werden, wodurch die Nährstoffe im Fleisch verloren gehen.
Beim Schlachten von Wachteln im Winter können starke Fröste für Landwirte von Vorteil sein. Das Kühlen des Schlachtkörpers gestaltet sich in diesem Fall deutlich einfacher. Unmittelbar nach dem Rupfen und Ausnehmen übergießt man die Wachtel mehrmals mit kaltem Wasser und hängt sie im Freien auf. Die entstehende Eiskruste auf der Oberfläche des Schlachtkörpers kühlt ihn nicht nur, sondern bewahrt auch die Nährstoffe und den Geschmack des Fleisches.
Das Schlachten von Wachteln ist gar nicht so schwer, wenn Sie unsere Empfehlungen befolgen. Verschiedene Techniken helfen Ihnen dabei, Fleisch nicht nur zum Kochen, sondern auch als hochwertiges Verkaufsprodukt zu gewinnen.






