Wie immer hatte ich noch ein paar angebrochene Samentütchen vom letzten Jahr übrig. Mir ist aufgefallen, dass diese Samen nicht gut keimen, deshalb säe ich sie nicht mehr aus. Weggeworfen habe ich sie aber nicht; ich beschloss, daraus Microgreens zu ziehen und mir so ein paar Vitamine zu holen. Die fehlen mir im Frühling ja schließlich immer.
Welche Samen hatte ich? Radieschen, Brunnenkresse, Rucola, Dill, Basilikum, Salat, Koriander, Karotten und Erbsen.
Außerdem benötigt man zum Anbau von Microgreens Behälter – Plastikschalen, Käsebecher, kleine Gläser, Schachteln, Behälter.
Feuchttücher sind ungeeignet; Papiertücher saugen sich mit Wasser voll. Wattepads, Pflaster oder Mullbinden können verwendet werden. Ich habe die Tücher mit Wasser ausgespült, da sie mit einer antibakteriellen Lösung behandelt sind.
Ich schüttete die Samen aus, füllte die Gefäße mit warmem Wasser und deckte sie mit durchsichtigen Deckeln oder Frischhaltefolie ab. Zwei Gefäße stellte ich auf die Fensterbank, das dritte unter eine Lampe.
Die Radieschen begannen buchstäblich schon am zweiten Tag zu keimen.
Schon bald keimten die Erbsen, der Rucola und die Brunnenkresse. Ich nahm die Deckel ab und stellte den dritten Behälter auf die Fensterbank. Hier sind meine Microgreens eine Woche später.
Das sind Brunnenkresse-Sprossen. Die Keimlinge sind kräftig, so stämmig wie ein Pinsel. Die ersten richtigen Blätter zeigen sich bereits. Zusammen mit der Brunnenkresse wurden Dill- und Basilikumsamen ausgesät. Im Moment sind noch keine Keimlinge zu sehen.
Einige der Radieschensamen sind nicht gekeimt. Die Radieschen hätten in einen Topf mit höherem Rand umgepflanzt werden müssen, sonst wären die Keimlinge umgefallen. Sie haben noch keine richtigen Blätter.
Von der Roten Bete sind nur wenige Samen gekeimt. Kein einziger Koriandersamen ist gekeimt. Auch nicht alle Karottensamen sind gekeimt. Und die Salatsamen fangen gerade erst an zu keimen. Vielleicht reicht eine Woche nicht aus, damit die Samen keimen können.
Den Erbsen geht es gut; jede Erbse hat Keimlinge und richtige Blätter. Erbsen wachsen am schnellsten.
Ich habe die Microgreens täglich kontrolliert und bei Bedarf warmes Wasser hinzugegeben. Einmal habe ich versucht, Basilikum-Microgreens anzubauen und dafür extra Samen gekauft. Die Samen keimten gut, und die Keimlinge entwickelten sich normal. Aber wenn ich sie nicht rechtzeitig goss, trocknete die Serviette aus, die Sprossen ließen die Köpfe hängen und starben ab. Nun ja, ich war sehr beschäftigt, deshalb hatte ich keine Zeit, mir um die Sprossen zu kümmern.
Welche Veränderungen traten am Ende der zweiten Woche ein?
Eine Woche später keimten auch die restlichen Samen. Dill begann zu sprießen, und auch violettes Basilikum trieb aus. Rote Bete und Koriander keimten weniger gut.
Aber die Erbsen überraschten mich; sie wuchsen rasant. Die Keimlinge bildeten Ranken, und ihre Wurzeln wurden kräftig.
Ich hatte folgende Idee: Erbsen vor dem Pflanzen im Frühjahr einweichen und keimen lassen. Dann könnte ich sie bereits gekeimt ins Beet pflanzen. Allerdings werde ich im Frühjahr keine Zeit haben, mich darum zu kümmern. Oft keimen trockene Samen schlecht und langsam. Dann muss ich das Beet neu bepflanzen und in die Lücken zusätzliche Samen säen. Wahrscheinlich liegt es an der schlechten Qualität des Saatguts.
So sehen die Erbsen-Microgreens meiner Jüngsten aus; diese Sprossen sind natürlich schon über zwei Wochen alt.
Ich habe länger als zwei Wochen kein Blattgemüse angebaut, denn es war Zeit für die Setzlinge, Zeit, alle Pflanzen von den Fensterbänken zu entfernen und die Kisten mit Tomaten und Paprika nach draußen zu stellen.
Ich habe das Grünzeug gewaschen und es zum Gurken-Tomaten-Salat gegeben.
Welche Schlussfolgerung zog ich aus meinem sogenannten Experiment? Im Winter sollte man Microgreens aus Radieschen, Erbsen und Sonnenblumen ziehen. Senfkörner, Brunnenkresse, Basilikum und Koriander eignen sich ebenfalls gut für Microgreens. Und ich werde höchstwahrscheinlich im Winter Microgreens anbauen.











Sehr interessant. Ich habe auch Erbsen keimen lassen. Es hat funktioniert. Wir werden das nächsten Winter auch mal ausprobieren.
Das ist eine ungewöhnliche Idee, aber sie gefällt mir. Ich werde es auch mal ausprobieren – es ist noch viel zu früh, um sie draußen auszupflanzen, also warum nicht experimentieren! Die Microgreens sehen übrigens köstlich aus, mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen… Sie müssen wirklich zart sein.