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Der ideale Garten: Die schädlichsten Irrtümer eines begeisterten Gärtners

Der ideale Garten, den sich wohl jeder Gärtner vorstellt, ist in Wirklichkeit weit von der Realität entfernt. Sämlinge weigern sich, sich in ordentlichen Reihen dem Licht entgegenzustrecken, Insekten versuchen, die leckersten Stellen anzuknabbern, ein plötzlicher Regenguss weht die Samen vom ebenen Beet fort, und Unkraut wuchert wild!

Erwartung-Realität

Um nicht in eine düstere Melancholie zu verfallen, weil die Realität so gar nicht mit dem glänzenden Idealbild übereinstimmt, lohnt es sich, einige schädliche Irrtümer über die Gartenarbeit auszuräumen. Dann wird das Leben auf dem Land auch weniger traurig und deprimierend sein.

Ein ordentlicher Garten hat kein Unkraut!

Dieses Postulat muss entschieden und unerbittlich widerlegt werden. Man kann alles mit Herbiziden übergießen und sich an der kahlen Erde erfreuen, aber seien wir ehrlich: Die Kraft eines Löwenzahns kann Asphalt zum Platzen bringen. Wer kann garantieren, dass die Chemikalien ihre Wirkung entfalten, ohne die begehrten Gurkenpflanzen zu schädigen?

Unkraut lässt sich nur punktuell entfernen, sodass es im Rest des Gartens ungehindert wuchert. Es macht keinen Sinn, die Wege zwischen den Beeten bis auf den blanken Boden abzutragen; feines Gras ist angenehmer zu begehen, und Ihre Schuhe bleiben sauberer.
Erfahrene Gärtner empfehlen die Aussaat von niedrig wachsenden Gründüngungspflanzen, die den Boden mit einem dichten grünen Teppich bedecken und die Ausbreitung von schädlichem Quecke, Stacheliger Gänsedistel und wucherndem Löwenzahn verhindern.

Sie können auch leere Stellen in Ihren Beeten mit Mulch abdecken. Trockenes Gras – jenes Unkraut, das Gartenliebhaber mit Perfektionismus so sehr ärgert – eignet sich hervorragend als Mulch. Wichtig dabei ist, kein frisch gemähtes Gras zu verwenden, da es sich beim Verrotten stark erhitzt und Ihre Pflanzen schädigen kann.

Ich schäme mich vor meinen Nachbarn für mein ungepflegtes Grundstück!

Das ist der schädlichste Irrglaube beim Gärtnern: „Was werden die Nachbarn sagen?!“ Die einzige Sache, bei der es sich lohnt, die Meinung von Fremden zu berücksichtigen, ist die Verhinderung der Verbreitung von Unkrautsamen in Nachbargärten. Dazu mäht man das Beet einfach ein- bis zweimal pro Saison mit der Sense. In allen anderen Angelegenheiten sollte man die Meinung der Nachbarn ignorieren. Die Form meiner Beete geht sie nichts an 😊.

Nachbar in der Datscha

Niemand hat das Recht, anderen vorzuschreiben, wie sie ihr Land behandeln, was sie anpflanzen und was sie säen. Man könnte es sogar mit Grassamen bestreuen und hätte einen wunderschönen grünen Rasen, perfekt zum Barfußlaufen (wie Sie vielleicht schon erraten haben, ist das eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen).

Du musst sie jeden Tag gießen!

Wasser ist zwar für Pflanzen unerlässlich, doch sollte das Gießen nicht als unantastbar betrachtet werden. Es regnet nicht jeden Tag, aber die Erde ist noch keine ausgedörrte Wüste – wichtiger ist es, ein Gleichgewicht zu wahren, und ein Wetterbericht ist dabei eine große Hilfe.

Die Regenwahrscheinlichkeit in der kommenden Woche ermöglicht es Ihnen, Ihren Bewässerungsplan anzupassen und den Aufwand zu minimieren. Und falls Sie sich dennoch Sorgen um die empfindlichen Setzlinge machen, kann Mulch Abhilfe schaffen – unter einer Schicht trockenem Gras speichert der Boden die Feuchtigkeit besser, sodass tägliches Gießen überflüssig wird. Dies ist besonders wichtig für Gärtner, die das Wasser in Eimern zu den Beeten tragen müssen.

Keine Chemikalien, alles sollte natürlich sein!

Extremes Vorgehen in jedem Bereich richtet fast genauso viel Schaden an wie vorsätzliche Sabotage. Natürlich mögen umweltfreundliche Methoden, die tiefe Leidenschaft für harte körperliche Arbeit, ein schmerzender Rücken und wackelige Knie – all das mag für manche verlockend sein. Doch es ist besser, die Pflanzen ein- bis zweimal pro Saison mit speziellen Mitteln gegen Kartoffelkäfer, Blattläuse und andere gefräßige Insekten zu besprühen, als stundenlang in der prallen Sonne unzählige Beete von diesen summenden Parasiten zu befreien.

Das Gleiche gilt für alle Arten von Düngemitteln. Sie können unzählige Mischungen aus duftenden Kräuteraufgüssen, flüssigem Kuhmist und Hühnermist herstellen, den Kompost vom Vorjahr von Hand im Garten verteilen oder einfach Ihre umweltfreundlichen Überzeugungen an Ihre eigene Gesundheit und Ihr Wohlbefinden anpassen.

Entspannung im Garten

Ein Garten kann eine unerschöpfliche Quelle kreativer Freude sein, aber auch zur echten Plackerei werden. Lassen Sie sich diese lebensspendende Verbindung mit der Natur nicht durch törichte Vorstellungen verderben!

Kommentare: 2
2. Juni 2022

Gärtnern sollte Freude bereiten! Wenn es Ihnen schwerfällt (Sie sich dazu zwingen müssen), sollten Sie Ihre Denkweise oder Ihre Herangehensweise ändern. Für manche bedeutet eine Datscha Entspannung (ein Pavillon, Grillabende, ein Rasen, ein Pool), für andere ein Hobby (Blumen, Pflanzen, Experimente usw.) und für wieder andere die Versorgung mit Lebensmitteln (Gemüse, Obst anbauen, für den Winter einmachen). Finden Sie heraus, wofür Sie sich am meisten begeistern, und konzentrieren Sie sich darauf.

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23. Oktober 2023

Von allen Seiten gilt: Ohne Fleiß kein Preis, aber ich bin auch für Schmerz ohne Fanatismus.

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