Tulpen sind meine liebsten Frühlingsblumen. Ich kann mir den Frühling ohne rote und gelbe Tulpen gar nicht vorstellen.
Doch in letzter Zeit erfrieren sie jeden Winter in unseren Datschen. Selbst die alten, bewährten Sorten sind fast verschwunden; keiner unserer Nachbarn hat noch Tulpen. Die Winter sind seltsam geworden – es gibt wenig Schnee, sie sind mild, und wenn es mal starken Frost gibt, dauert er nur zwei oder drei Tage. Der Schnee schmilzt schon Ende Februar oder Anfang März. Aber nachts kann der Frost immer noch recht streng sein, und wahrscheinlich erfrieren die Pflanzen deshalb.
Im Herbst beschloss ich, eine kleine Frühlingsecke mit Tulpen anzulegen und pflanzte Blumenzwiebeln in den Vordergrund eines der Blumenbeete.
Ich hatte drei Tulpensorten, die den Winter gut überstanden haben und im Frühling wunderschön blühten.
Ich habe auch alle Überreste meiner Tulpen aus verschiedenen Ecken des Gartens eingesammelt und neue gekauft – rote und gelbe.
Ich habe alles genau nach Plan gemacht. Im Frühling habe ich die ersten Triebe sehnsüchtig erwartet; normalerweise sprießen sie Ende April mit einem Mal aus dem Boden und stehen Ende Mai schon in voller Blüte. Aber dieses Mal nicht.
Ich untersuchte lange und sorgfältig den Boden und bewässerte die Stelle, an der die Tulpen wachsen sollten. Und schließlich sprossen hier und da Triebe hervor, Blätter begannen zu blühen, doch sie wirkten erschöpft, irgendwie verbogen und zerfetzt.
Sie versuchten zu blühen, aber die Blüten waren klein und kraftlos.
Ich suchte in der Gegend, wo keine Setzlinge waren, und fand verfaulte Zwiebeln.
So konnte ich keine blühende Ecke mit Tulpen anlegen.
Ich musste diese Lücke füllen. Deshalb stellte ich Nelkentöpfe in die leeren Stellen. Ich hatte einige Grasnelken im Gewächshaus überwintert, und da diese vor dem Winter schwache Triebe hatten, vergrub ich die Töpfe im Spätherbst in der Gewächshauserde und bedeckte sie mit einem Haufen trockenem Laub, um sie zu schützen.
Ich habe weißes Steinkraut in die Löcher gepflanzt, wo die Tulpen erfroren sind. Bald wird es wachsen und duftende Blüten tragen.
Im Moment sieht ein Teil meines Blumengartens so aus.
Aber ich habe beschlossen, die Tulpen im Sommer nicht auszugraben. Wenn sie den Winter überstehen, sollen sie weiterwachsen, aber wenn sie erfrieren, dann soll es wohl nicht sein.









