Die Idee des „Steingartens“ entstand vor dreitausend Jahren in östlichen Ländern. Durch die Kombination von Pflanzen mit Kieselsteinen und deren Anordnung zu originellen Kompositionen versuchten die Menschen, Miniaturinseln unberührter Natur zu erschaffen. Die Steindekoration wurde zu einem wichtigen Bestandteil der Kontemplation – einem sinnlichen Erlebnis.
Im 18. Jahrhundert machten sich die Bewohner europäischer Länder mit der Kunst vertraut, Pflanzen und Steine harmonisch zu kombinieren. Königliche Gärten in England, Frankreich und etwas später auch in Russland wurden mit originellen Steingärten geschmückt. Unsere Gärtner hatten eine Vorliebe für Arrangements aus Blumen und Steinen – eine Verbindung von Kraft und Zartheit!
Im 21. Jahrhundert träumen viele Gärtner davon, auf ihrem Datscha-Gelände eine Alpenrutsche oder einen Steingarten anzulegen. Damit dieser Traum in Erfüllung geht, müssen einige Regeln beachtet werden.
Sommerrodelbahn oder Steingarten – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Seitdem Landschaftsgestaltung in Mode gekommen ist, diskutieren Fachleute unaufhörlich darüber, ob ein Steingarten als eigenständiger Blumengarten gelten kann. Viele Designer ordnen ihn zwar einem Alpengarten zu, doch benötigt ein Steingarten andere Pflanzen. Auch die Pflegeanforderungen unterscheiden sich von denen eines Alpengartens.
Hauptbestandteil eines Alpengartens sind exotische Blumen, die in den Bergen harmonisch wirken und in der Ebene ungewöhnlich erscheinen. Steine spielen bei der Gestaltung eines Alpengartens eine untergeordnete Rolle. Harte Steine sind jedoch notwendig, um die Schönheit und Originalität der Blumen und Pflanzen hervorzuheben.
In einem Steingarten ist alles anders. Die Steine bestimmen die Komposition. Sie sind auf einem Hügel angeordnet. Blumen schmücken die Felsbrocken und verleihen der massiven, monumentalen Struktur eine persönliche Note.
Bei der Gestaltung von Blumenbeeten achten wir auf das Relief.
Bei der Anlage eines Alpengartens oder Steingartens muss man ihn an die natürliche Topografie des Geländes – Schluchten, Hügel und Uferbereiche – anpassen. Steingärten wirken besonders schön, wenn sie sich harmonisch in die Umgebung einfügen.
Wenn Ihr Gartengrundstück groß genug ist, können Sie die Landschaft abwechslungsreich gestalten. Beispielsweise könnten Sie im Vordergrund einen Steingarten anlegen, um eine optische Täuschung zu erzeugen, und im Hintergrund einen Alpengarten gestalten. Gartenpavillons, farbenfrohe Blumenbeete und in verschiedene Formen geschnittene Sträucher würden den Steingarten perfekt ergänzen.
Steine mit Bedacht auswählen
Bei der Gestaltung von Blumenbeeten werden am häufigsten Sandstein, Granit, verschiedene Schieferarten oder Kalkstein verwendet.
Bei der Anlage eines Alpengartens eignen sich Steine, die Bergen oder Klippen ähneln, jedoch sollten scharfkantige Steine vermieden werden. Die Anordnung von Steinen und Blumen sollte nach oben gerichtet sein. Achten Sie bei der Gestaltung Ihres Steingartens auf die Farben. Helle Steine harmonieren nicht mit farbenfrohen Pflanzen. Auch glatte Felsbrocken wirken deplatziert.
Beim Anlegen eines Alpengartens wählen Gestalter üblicherweise eine Gesteinsart, maximal zwei. Zu große Vielfalt und ungleichmäßige Größen der Elemente beeinträchtigen die Gesamtwirkung.
Beim Anlegen eines Steingartens empfiehlt es sich, größere Steine zu verwenden. Kleinere Steine können zur Abwechslung eingesetzt werden. Wie bei einem Alpengarten ist es wichtig, dass eine Gesteinsart im Beet vorherrscht. Kleine Ergänzungen anderer Steinarten sind zulässig, sollten aber mit den Hauptsteinen harmonieren.
Ein Steingarten ist eine Miniatur-Nachbildung einer bestimmten Region der Erde. Sie können jede beliebige Landschaft für Ihre Gestaltung wählen – zum Beispiel den Kaukasus oder das Himalaya-Gebirge. Verwenden Sie für die Komposition Pflanzen und Steine, die in der gewählten Region heimisch sind und die Sie in Ihrem Garten im Miniaturformat nachbilden möchten. Ein Steingarten nimmt nicht viel Platz in Ihrem Garten ein, ist aber eine wahre Augenweide.
Ich denke über die Form der Steine nach.
Beim Anlegen eines Steingartens eignen sich am besten runde Findlinge, die farblich und von der Größe her harmonieren. Die Zwischenräume können mit Flusskieseln oder Kies aufgefüllt werden. Üblicherweise wird eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Schicht verwendet. Sind die Findlinge hell, sollte der Kies dunkler sein und umgekehrt. Schotter eignet sich zur Einfassung des Blumenbeets und hilft, Unkrautwuchs zu verhindern.
Die Steine sollten etwa zu einem Drittel in die Erde eingegraben werden. Achten Sie darauf, dass sie nicht wackeln oder umkippen, wenn Sie sie berühren.
Steingärten aus Steinen derselben Art, aber unterschiedlicher Größe, wirken spektakulär. Wenn Sie eine Komposition mit zehn oder sogar zwanzig Pflanzenarten gestalten möchten, können Sie mit verschiedenen Steinarten und -formen experimentieren und diese kombinieren. Das Ergebnis wird ein blühendes Arrangement sein, aber übertreiben Sie es nicht – wichtig ist, den Stil beizubehalten.
Grobe, zerbrochene Steine eignen sich gut zum Bau einer Sommerrodelbahn, runde Felsbrocken hingegen werden nur zur Dekoration eines Teichs verwendet, der Teil des Gesamtbildes ist.
Wir strukturieren und entwässern den Boden
Beim Anlegen eines Steingartens ist ein gut durchlässiger Boden wichtig. Mischen Sie Schotter mit Ziegelbruch. Verteilen Sie die Mischung am Boden des Steingartens und bedecken Sie sie mit Sand.
Die Drainageschicht sollte mit Geotextil oder Polyethylenfolie ausgekleidet sein. Dadurch wird überschüssige Feuchtigkeit von Pflanzen abgeleitet, die an Trockenheit gewöhnt sind. Ein Alpengarten besteht genau aus solchen Pflanzen. Große Löcher in der Polyethylen- oder Geotextilschicht hemmen das Unkrautwachstum.
Nach diesen Schritten können Sie mit dem Aufbringen der Erde beginnen. Verwenden Sie hochwertige Erde. Die Schicht sollte mindestens 20 Zentimeter dick sein. Düngen Sie die Erde unbedingt mit mineralischen Düngemitteln. Zum Beispiel mit zwei Esslöffeln Superphosphat. Sie können auch die gleiche Menge Kaliumsulfat hinzufügen. Diese Mengenangaben beziehen sich auf einen Quadratmeter. Nachdem Sie die Erde gedüngt haben, beginnen Sie mit dem Auslegen der Steine.
Die Wahl der Art des Steingartens
Ein Alpengarten ist also eine Gartenanlage, die einer Berglandschaft nachempfunden ist. Beim Anlegen eines Alpengartens werden prächtige Blumen und Steine unterschiedlicher Größe verwendet. Beides fügt sich harmonisch in das Gesamtbild des Gartens ein. Der Garten wird viele Jahre lang Freude bereiten. Um einen pflegeleichten Steingarten zu erhalten, sollten Sie Pflanzen und Steine verwenden, die den Boden schonen.
Die Alpenhügel lassen sich in folgende Typen unterteilen:
- Europäisch. Die Konstruktion basiert auf mehrjährigen Blütenpflanzen, die von Steinen eingefasst sind. Hier herrschen die Pflanzen in ihrer ganzen Pracht.
- Felsig. Große Steine, ja sogar Felsbrocken, stehen im Mittelpunkt. Kleinere Steine werden an ihren Füßen platziert. Niedrige Pflanzen oder kleine Sträucher werden zwischen den Steinen gepflanzt.
- BergSie werden typischerweise auf einem Gartenhügel angelegt – große Steine werden am Fuße des Hügels platziert und der Hang mit Schotter bedeckt. Hier sollten Bodendecker wie Heidekraut und Edelweiß gepflanzt werden. Nadelbäume sehen oben auf dem Hang wunderschön aus.
- Englisch. Dieser Steingarten vereint Dutzende kleiner Steine, Büsche und Zwergbäume.
Auswahl eines Standorts und von Blumen
Bestimmte Pflanzen und Standorte eignen sich für Steingärten und alpine Rutschen.
Für einen Steingarten sollte man einen schattigen Platz wählen, da er aus Pflanzen besteht, die an kühlere Klimazonen angepasst sind. Steinbrech, Geranie, Rosmarin, Lavendel und andere in höheren Lagen häufig vorkommende Blumen eignen sich gut.
Ein Steingarten lässt sich überall auf einem Sommerhaus anlegen. Allerdings müssen die Bedürfnisse der Pflanzen, die in dem kleinen Steingarten wachsen sollen, berücksichtigt werden.
Sie sollten niedrig wachsen und ein kompaktes Wurzelsystem haben. Dies ist wichtig, damit die Blüten die Steine nicht verdecken oder verschieben. Schwertlilien, Tulpen, Krokusse und Glockenblumen – diese niedrig wachsenden Stauden eignen sich perfekt für Steingärten. Als Sträucher können Wacholder, Berberitzen und Zwergmispeln verwendet werden.
Sich richtig darum kümmern
Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sowohl Steingärten als auch Alpengärten pflegeleichte Anlagen sind. Dennoch benötigen auch sie Pflege.
Bei der Pflege eines Steingartens müssen die Steine regelmäßig neu angeordnet, Erde aufgefüllt, Pflanzen ausgesät und die Sträucher zurückgeschnitten werden. Unkraut jäten und gießen sind natürlich weiterhin unerlässlich.
Ein Alpengarten erfordert sorgfältigere Pflege – die dort gedeihenden Pflanzen benötigen gewisse Entbehrungen: geringe Hitze, niedrige Luftfeuchtigkeit und kargen Boden. Man muss darauf achten, dass die Pflanzen sich nicht zu sehr an den natürlichen Ressourcen laben.
Einen kleinen Steingarten anzulegen ist ein faszinierendes Unterfangen. Ob Alpengarten, Steingarten oder beides – es spielt keine Rolle. Lassen Sie Ihrer Fantasie und Begeisterung freien Lauf, und alles wird gelingen!

