Welches Dorf, geschweige denn eine Datscha, kommt ohne Schubkarre aus? Ob zum Transport der Gartenernte, zum Füttern des Viehs oder zum Bringen des Abfalls zum Komposthaufen … und besonders dann, wenn Bauarbeiten stattfinden. Ohne dieses praktische Helferlein geht gar nichts. Ohne sie bekommt man schnell Rückenschmerzen.
Ich habe in meiner Erinnerung schon viele Schubkarren gesehen. Es gab zweirädrige, einrädrige, sogar einen Holztrog auf Motorradreifen! In den Dörfern sieht man so viele Beispiele für die Fantasie der Besitzer, dass man sie in einer Ausstellung zeigen könnte.
Natürlich sollte Aussehen und Design einer Schubkarre ihrem Verwendungszweck entsprechen. Doch meistens wird sie nach dem Preis ausgewählt. Dorfbewohner können sich kein hochwertiges und praktisches Gerät leisten. Und dann müssen wir sie notdürftig reparieren, umbauen und optimieren.
Wir haben auf unserem Hof auch eine ganz normale dreirädrige Schubkarre. Wir haben sie vor etwa zwei Jahren gekauft, aber während des Baus unseres Badehauses ziemlich beansprucht. Durch den Kontakt mit Wasser und Beton rostete sie schnell. Wir haben das Rad dreimal ausgetauscht und schließlich eines mit Gummischlauch montiert. Dadurch ist die Fahrt zwar etwas holpriger geworden, aber wenigstens müssen wir uns jetzt keine Sorgen mehr machen, gegen eine Schraube oder einen Grashalm zu stoßen.
Der größte Nachteil dieser Geräteart ist die ständige Notwendigkeit, sie während des Betriebs auf Kippgefahr zu überwachen. Dafür ist sie wendig. Kurz gesagt: Mangels Alternativen scheint sie wie ein Geschenk des Himmels.
Dann fuhren wir zum Schrottplatz, und mein Mann entdeckte eine Achse und Räder von einem sowjetischen Auto. Seine Augen leuchteten auf, seine Hände juckten – er kaufte sie für 250 Rubel. Daraus baut er sich sein eigenes Auto!
Zwei Tage lang wurde mit Hochdruck gearbeitet. Die Aufregung war überwältigend. Und nun, nach all der Zeit, stand ein wunderschönes Werk vor mir! Jetzt musste ich es nur noch malen.

Aus Restmaterialien hat mein Mann ein Gerät gebaut, das in Qualität und Komfort den im Handel erhältlichen Produkten überlegen ist. Der Rahmen besteht aus Aufzugstüren und ist daher robust und zuverlässig. Die Unterseite ist aus Blech gefertigt, und der Griff besteht aus Eisenrohr.
Dieses Gerät wiegt mehr als unser jetziges. Dafür ist das neue viel praktischer. Es ist stabil und tief. Lohnt es sich also, in den Laden zu gehen und Tausende auszugeben, wenn man Geld sparen und es selbst bauen kann?

