Im Herbst sind Imker nicht nur damit beschäftigt, ihre Honigbienen auf den Winter vorzubereiten, sondern auch, sie von Schädlingen zu befreien. Eine der erfolgreichsten Methoden zur Schädlingsbekämpfung ist eine spezielle Wärmekammer, in der die Bienen einer Wärmebehandlung unterzogen werden. Was für eine Kammer ist das, welchen Zweck erfüllt sie und wie funktioniert sie? Schauen wir uns das genauer an.

Was ist eine Thermokammer?
Wie andere Insekten sind auch Bienen anfällig für verschiedene Parasiten, die ihren Bestand nicht nur schädigen, sondern auch stark reduzieren können. Eine Wärmekammer wurde entwickelt, um Bienen von diesen Schädlingen zu befreien. Sie ähnelt einem kleinen Gasherd, jedoch ohne Brenner. Es handelt sich um eine kleine Box mit Glaseinsätzen und einer Öffnung. Sie ist belüftet, beheizt und wird elektrisch betrieben.
Das Funktionsprinzip des Geräts ist einfach:
- In das Gerät werden Bienenwaben mit Insekten eingesetzt.
- Die Kammer ist dicht verschlossen und wird auf 48˚C erhitzt. Um eine gleichmäßige Temperaturverteilung zu gewährleisten, rotiert die Kammer.
- Bei Erwärmung weiten sich die Zwischenräume zwischen den Hinterleibsringen der Bienen. Dort lebt die gefährliche Varroamilbe. Dadurch kann sich der Schädling nicht mehr an der Biene festhalten und fällt ab.
Ein Eingriff dauert nicht länger als 15 Minuten.
Es ist erwähnenswert, dass eine Temperatur von 48 °C von Bienen gut vertragen wird und nur für Milben tödlich ist. Darüber hinaus erhöht die Behandlung selbst die Widerstandsfähigkeit der Bienen gegen Pilz- und Viruserkrankungen.
| Kameratyp | Bearbeitungszeit | Effizienz | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| 1. Generation | 25 Minuten | Durchschnitt | Ungleichmäßige Erwärmung, Gefahr des Verdampfens von Bienen |
| 2. Generation | 25 Minuten | Durchschnitt | Die Kassette dreht sich, aber die Rückführung der Zange ist möglich. |
| 3. Generation | 15 Minuten | Hoch | Warmluftstrom, aber Probleme mit der Bienenverteilung |
| Mit einer flachen Kassette | 7-8 Minuten | Sehr hoch | Gleichmäßige Erwärmung, minimales Risiko der Rückkehr von Zecken |
Arten von Wärmekammern
Es gibt drei Generationen von Wärmebildkameras, die jeweils im Laufe der Zeit verbessert wurden. Daneben gibt es Flachkassettenkameras, die sich von ihren klassischen Pendants unterscheiden. Jede Option ist es wert, genauer betrachtet zu werden.
1. Generation (Chrust-Kammer)
Eine primitive Kamera, die aus folgenden Teilen besteht:
- Gehäuse mit Fenstern und Grifflöchern;
- Netze zum Sammeln von Parasiten;
- Heizung;
- Thermometer;
- Kassetten;
- Trichter.
Das japanische Design diente als Grundlage. Der Hauptnachteil der russischen Version besteht darin, dass die Bienen 25 Minuten anstatt der empfohlenen 15 Minuten behandelt werden. Dies liegt daran, dass das System im Wesentlichen zweimal auf die erforderlichen Temperaturen erhitzt wird:
- Vor dem Einlegen der Kassette.
- Nach dem Einlegen der Kassette.
Die Notwendigkeit, die Kammer erneut aufzuheizen, ergibt sich daraus, dass die Temperatur um 10-15°C sinkt, nachdem eine kalte Kassette mit Bienen in das Gerät eingesetzt wurde.
Längerer Aufenthalt in hohen Temperaturen schadet Bienen und führt teilweise sogar zum Tod einiger Insekten. Die Behälter sind für ein Gewicht von 1,5 kg Insekten ausgelegt. Viele Bienen erschöpfen sich schlichtweg aufgrund von Überbelegung und fehlenden Belüftungsöffnungen und Eingängen.
2. Generation
Diese Konstruktion verfügt über eine rotierende Kassette, die sich entweder kreisförmig oder ruckartig um verschiedene Achsen bewegen kann. Dadurch entfällt das manuelle Schütteln der Kassette, jedoch blieben Temperaturunterschiede innerhalb der Kammer bestehen; beispielsweise waren die Ecken kälter als die Mitte und der obere Bereich deutlich wärmer als der Boden. Die Verarbeitungszeit blieb nahezu unverändert – bis zu 25 Minuten.
Diese Kammern wiesen jedoch einen weiteren Nachteil auf: Abgefallene Milben können sich aufgrund der ständigen Bewegung am Boden der Kammer wieder am Bienenkörper festsetzen. Ein sich wieder festsetzender Parasit verlässt seinen Wirt nicht, weshalb eine Wärmebehandlung nicht immer zu einer vollständigen Abtötung des Parasiten führt.
3. Generation (Yu. Malinka Kamera)
Dieses Gerät nutzt einen Heißluftstrom. Dadurch wird verhindert, dass die Bienen verdampfen, es wurden jedoch andere Nachteile festgestellt. Die Kassette ist zylindrisch und unbeweglich, sodass sich die Bienen beim Bewegen in Richtung des Luftstroms ganz unten zusammenballen. Dies erschwert die Parasitenbekämpfung erheblich.
Es wurden zahlreiche Versuche unternommen, die Apparatur zu verbessern, aber sie führten nicht zum gewünschten Ergebnis.
Flache Kassettenversion
Diese Konstruktion weist praktisch keine Schwachstellen auf. Das Gehäuse enthält einen einwandigen Zylinder, und der Temperaturunterschied zwischen seinen verschiedenen Abschnitten beträgt beim Ausstoß heißer Luftstrahlen durch den Ventilator lediglich 0,1 °C.
Die Kassette ist ein Drahtzylinder, in den die Bienen mithilfe eines Trichters gegeben werden. Anschließend werden sie geschüttelt und verteilen sich in einer einzigen Schicht am Boden. Ein feines Sieb am Boden des Zylinders verhindert, dass die Bienen in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückkehren. Der gesamte Vorgang dauert durchschnittlich 7–8 Minuten.
Dieses Gerät gilt als das effektivste zur Behandlung von Bienen, da seine Effizienz nahezu 100% beträgt.
Wie baut man eine Wärmekammer selbst?
Erfahrene Imker wissen, dass man eine Heizmaschine selbst bauen kann und dass man dafür keine besonderen Fähigkeiten benötigt.
Benötigte Materialien und Werkzeuge:
- Schraubendreher;
- gesehen;
- Bauholz - Stäbe mit den Maßen 3x3 cm;
- Sperrholzplatten 6 und 10 mm;
- Holzschrauben, Nägel;
- 4 Glühlampen mit einer Leistung von 40 oder 60 W;
- Verbindungskabel;
- Spannungsstabilisator;
- Gleichrichter oder Netzteil;
- Maschenkassetten mit minimaler Zellengröße;
- Lüfter;
- zwei Thermometer.
Die Größe der Kamera hängt direkt von der Größe des Bildausschnitts ab.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Holz zuschneiden und den Rahmen zusammenbauenSchneiden Sie das Holz auf die benötigten Maße zu und montieren Sie den Kamerarahmen.
- Sperrholz zuschneidenDie Wände werden mit 6 mm dicken Sperrholzplatten verkleidet, und unten wird eine 10 mm dicke Platte angebracht.
- BohrlöcherUm das Verhalten von Insekten und Milben zu beobachten, wird ein Sichtfenster hergestellt, wofür Löcher im oberen und unteren Teil angebracht werden müssen.
- Einbau eines SichtfenstersBefestigen Sie das Glas mithilfe von Silikonkleber an der Sperrholzplatte. Achten Sie darauf, es von außen und nicht von innen zu kleben, da sich der Kleber sonst erhitzen und schädliche Chemikalien freisetzen kann. Legen Sie die Sperrholzplatte mit dem Glas auf die Kammer.
- Einbau eines LüftersDie warme Luft sollte gleichmäßig verteilt werden. Dazu installiert man einen kleinen Ventilator. Um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten und ein Blockieren der Schulter zu vermeiden, sollte dieser separat montiert werden. Manche verwenden kleine Computerkühler und platzieren diese über den Heizelementen (siehe Beispiel im Bild unten).
- Installation von HeizelementenBefestigen Sie die Glühlampen an den oberen Ecken des Gehäuses über dem Ventilator und führen Sie das Kabel nach außen zum Netzteil. Dies kann entweder an der Stelle erfolgen, wo die Tür schließt, oder durch eine zusätzliche, mit einem Bohrer gebohrte Öffnung.
- Installation von ThermometernEs empfiehlt sich, einen separaten Thermostat zu verwenden, da Sie damit eine obere Temperaturgrenze festlegen können, ab der die Temperatur nicht weiter ansteigt, da sich das Gerät automatisch abschaltet. Bei Verwendung eines Thermometers müssen Sie die Temperatur ständig überwachen. Stecken Sie es direkt in eine Steckdose, führen Sie den Sensor in den Raum ein und positionieren Sie ihn genau in der Mitte. Das Thermometer sollte den gleichen Abstand zu den Lampen haben und durch das Fenster gut sichtbar sein.
- Einbau der TürBaue den Rahmen aus Holzklötzen und verschraube ihn anschließend. Hänge die Tür an stabile Scharniere und sichere sie mit einem Riegel.
Bei der Arbeit mit einem Bienenschwarm sollte man bedenken, dass Glühlampen auch nach dem Ausschalten noch Wärme abgeben. Daher empfiehlt es sich, den Thermostat etwas unter 48 °C einzustellen, beispielsweise auf 46,5 Grad Celsius.
Wie führt man eine Wärmebehandlung durch?
Sachgerechte Imkerei ist der Schlüssel zum Erfolg, daher ist es wichtig, einige Grundregeln zu befolgen:
- Behandeln Sie Bienen ohne Königin, da der Schwarm sich aufgrund ihrer Anwesenheit um sie herum zusammenballt und die Temperatur dadurch um einige Grad steigt. Außerdem wird die Königin selten von Schädlingen angegriffen.
- Die Behandlung sollte 12 Minuten nicht überschreiten. Dauert sie länger als 18 Minuten, sterben hungrige Bienen sowie solche mit vollem Darm. Lässt sich die Behandlungszeit nicht verkürzen, sollte man die Bienen mit Rauch dazu bringen, ihren Kropf vorher mit Nahrung zu füllen, oder ihnen eine Weile Flugzeit gewähren, damit sie ihren Darm entleeren können.
- Liegt die Umgebungstemperatur während der Wärmebehandlung unter 11°C, müssen die Roste auf 18°C vorgeheizt werden, da die Milben sonst auf den Bienen bleiben.
- Schütteln Sie die Bienen mithilfe eines Trichters von den Waben in die Kassette. Beginnen Sie nach 15 Minuten mit der Wärmebehandlung.
- Legen Sie die Kassetten in eine auf die gewünschte Temperatur vorgeheizte Kammer. Legen Sie Papier unter die Kassette, um das Auffangen abgefallener Parasiten zu erleichtern.
- Nach diesem Vorgang sollten die Bienen 15 Minuten lang in einem Raum unter rotem Licht gehalten und anschließend wieder in die Bienenstöcke zurückgebracht werden.
Drohnen sollten nicht so behandelt werden, da sie bei hohen Temperaturen kaputtgehen.
Video: Selbstgebaute Wärmekammer für die Bienenhaltung
Das folgende Video bietet eine detaillierte Vorstellung der selbstgebauten Kamera:
Die Wärmebehandlung von Bienen ist also ein wichtiger und verantwortungsvoller Prozess, der Schädlinge bekämpft und den Bienenbestand erhält. Eine Wärmekammer lässt sich auch zu Hause bauen; man muss lediglich einige Regeln und Anweisungen befolgen und Fehler vermeiden.



