Die Landrasse gilt als die beste Schweinerasse für die Speckproduktion. Dank ihres hohen Magerfleischanteils und der dünnen Unterhautfettschicht erfreuen sich diese Schweine großer Beliebtheit bei Züchtern. Die charakteristischen Merkmale der Rasse, ihre Vor- und Nachteile, die Anforderungen an Haltung und Zucht sowie Maßnahmen zur Krankheitsvorbeugung werden später im Artikel ausführlich erläutert.
| Züchten | Durchschnittsgewicht eines Erwachsenen, kg | Dicke des Specks, mm | Krankheitsresistenz | Anspruchsvoller Fütterungsbedarf |
|---|---|---|---|---|
| Landrasse | 270-300 (Eber), 190-195 (Sau) | bis zu 20 | Durchschnitt | Hoch |
| Duroc | 340-360 (Eber), 250-300 (Sau) | bis zu 30 | Hoch | Durchschnitt |
| Pietrain | 240–260 (Eber), 180–220 (Sau) | bis zu 15 | Niedrig | Hoch |
Entstehungsgeschichte der Rasse
Die Landrasse-Speckrasse wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Dänemark durch die Kreuzung zweier Rassen entwickelt: des Dänischen Hängeohrschweins und des Englischen Large White. Während des Selektionsprozesses erhielten die Schweine eine vollwertige, ausgewogene und proteinreiche Ernährung. Die Selektion und Auswahl der Kreuzungstiere anhand von Fleischqualität, früher Reife und Wirtschaftlichkeit des Endprodukts nahm einen beträchtlichen Zeitraum in Anspruch.
Aufgrund ihrer geringen Ausdauer, ihres ungelenken Körperbaus und der anspruchsvollen Haltungsbedingungen werden Landrasse-Schweine jedoch meist zur Verbesserung der Fleischqualität anderer Schweinerassen eingesetzt. Zwei- und dreirassige Landrasse-Schweine übertreffen reinrassige Schweine in Ausdauer und Robustheit deutlich und weisen gleichzeitig eine hohe Fleischqualität auf. Heute sind Landrasse-Schweine in Europa, Australien, Kanada und den GUS-Staaten weit verbreitet.
Beschreibung, Eigenschaften und Produktivität
Tiere dieser Rasse zeichnen sich durch einen recht kräftigen Körperbau und ein beachtliches Fleischvolumen aus. Sie sind charakterisiert durch:
- länglicher, torpedoförmiger Körper;
- Mittelgroßer, leicht länglicher Kopf;
- lange, große Ohren, die über die Augen hängen;
- dicker, fleischiger Hals;
- tiefe Wände;
- weicher, gerader Rücken;
- schmaler Brustkorb;
- Beine von mittlerer Länge, breite Oberschenkelrückseite, gedrungen;
- dünne, elastische Haut von rosafarbenem Schimmer, bedeckt mit weichen, spärlichen weißen Borsten.
Landrasse-Schweine sind eine große Schweinerasse, die hauptsächlich zur Fleischgewinnung genutzt wird. Ein ausgewachsener Eber kann eine Körperlänge von etwa 2 Metern und einen Brustumfang von über 1,5 Metern erreichen. Die Körperlänge einer Sau beträgt durchschnittlich 1,5 bis 1,7 Meter.
Im Alter von einem Jahr wiegen Sauen 190–195 kg und Eber 270–300 kg. Trotz ihres beeindruckenden Gewichts sind gesunde Tiere recht aktiv und bewegen sich schnell.
Die Rasse zeichnet sich durch hohe Produktivität aus. Ein besonderes Merkmal der Landrasse-Schweine ist ihre beschleunigte Proteinsynthese, die es den Ferkeln ermöglicht, während des Wachstums täglich 700–750 Gramm zuzunehmen. Im Alter von zwei Monaten wiegen sie etwa 20 kg, mit sechs Monaten bereits rund 100 kg. Diese rasche Gewichtszunahme reduziert die Futterkosten für die Schweinehalter erheblich und steigert somit die Rentabilität.
Sauen besitzen ausgeprägte Mutterinstinkte und sind sehr fruchtbar. Ein Wurf kann bis zu 10–12 Ferkel umfassen. Neugeborene Ferkel haben eine ausgezeichnete Überlebensrate. Die Sau gibt relativ viel Milch.
Hinsichtlich der Ausbeute an reinem Magerfleisch (bis zu 70 %) und der geringen Fettdicke (bis zu 20 mm) übertreffen Landrasse-Schweine ähnliche Werte anderer Rassen um 2-5 %.
Vor- und Nachteile
Zu den offensichtlichen Vorteilen der Landrasse gehören:
- beschleunigte Gewichtszunahme;
- gute Fruchtbarkeit der Sauen;
- starke Nachkommen;
- Fähigkeit zur Anpassung an unterschiedliche klimatische Bedingungen;
- frühe Reife;
- hervorragende Produktivität;
- Aktivität.
Trotz seiner unbestreitbaren Vorzüge, Schweine dieser Rasse weisen jedoch auch eine Reihe erheblicher Nachteile auf:
- geringe Belastbarkeit;
- Schwache Konstitution (schwache Hinterbeine und Flanken, unsicherer Gang);
- hohe Anforderungen an die Futterzusammensetzung und die Lebensbedingungen.
Wie wählt man die richtigen Ferkel aus und wie viel kosten sie?
Auf privaten Höfen ist es am besten, zwei oder mehr Ferkel aufzuziehen und zu mästen. Die Aufzucht eines einzelnen Ferkels ist nicht wirtschaftlich – ein einzelnes Tier frisst weniger und entwickelt sich daher langsamer.
- ✓ Direkt zurück ohne Interceptions
- ✓ Breiter und tiefer Brustkorb
- ✓ Kräftige Gliedmaßen mit korrekter Positionierung
- ✓ Entwickelte Geschlechtsorgane
- ✓ Aktives Verhalten
Beim Kauf eines Landrasse-Ferkels sollte man zunächst auf seinen Körperbau und sein Aussehen achten. Es sollte einen geraden Rücken ohne Dellen hinter den Schulterblättern, eine breite und tiefe Brust, eine breite Kruppe und Lende, fleischige Schinken, einen aufgezogenen Bauch und kräftige, gut positionierte Beine haben.
Ferkel mit langen Beinen nehmen schnell an Gewicht zu und wachsen gut. Haben sie hingegen kurze Beine, werden die Tiere schnell rundlich und fett, hören aber auch frühzeitig auf zu wachsen und verfetten ebenfalls.
Es ist außerdem wichtig, die Kopf- und Schnauzenlänge zu beurteilen. Eine übermäßig lange Schnauze deutet auf ein langsames Wachstum des Schweins hin. Ein leichter Kopf mit einem stumpfen Profil lässt vermuten, dass das Schwein schnell übergewichtig wird.
Auch die Zahnstellung ist wichtig. Ferkel mit Zahnfehlstellungen haben Schwierigkeiten, dickflüssiges Futter zu fressen, was zu Entwicklungsverzögerungen und geringerer Produktivität führt. Kurze Ohren deuten darauf hin, dass diese Tiere anspruchslose Fresser sind. Sie fressen bereitwillig alle Arten von saftigem Futter, Raufutter, Wildgräsern und Unkräutern.
Kaufen Sie keine übermäßig dicken Ferkel: Sie wurden mit zuckerhaltiger Milch gefüttert, um sie schnell verkaufen zu können, und sind daher verwöhnt. Seien Sie auch vorsichtig beim Kauf von übermäßig dünnen Tieren, da dies auf eine Krankheit hindeuten kann (Ausnahme: Ferkel, die zusammen mit ihrem gesamten Wurf von einer einzigen Sau verkauft werden).
Besonderes Augenmerk sollte auf die Entwicklung der Geschlechtsorgane gelegt werden. Schweine mit Anzeichen von Hermaphroditismus sind zur Zucht ungeeignet. Bei einem Eber sollten zudem ein oder beide Hoden im Beckenbereich zurückgezogen sein. Wichtig ist auch die Untersuchung auf einen Leisten- oder Hodensackbruch, der sich als nuss- oder eichelgroße Vorwölbung zeigt.
Das Verhalten des Ferkels ist ebenfalls von größter Bedeutung. Ein gesundes Ferkel gibt ein lautes, schrilles Quieken von sich, ist fröhlich und aktiv, seine Augen sind wach und klar, und sein Schwanz ist zu einem Ring eingerollt.
Wenn Sie Nachkommen züchten möchten, sollten Sie im Frühjahr eine Sau und einen Eber kaufen. Beide Rassen eignen sich zur Mast. Sauen wachsen langsamer, ihr Fleisch ist aber zarter und schmackhafter.
Am besten kauft man Landrasse-Ferkel, die mindestens einen Monat alt sind und zwischen 7 und 10 kg wiegen. Sie fressen bereits gut, gewöhnen sich schnell an neue Bedingungen und benötigen nicht so viel Aufmerksamkeit.
Die Beschaffung von Ferkeln unter einem Monat mit niedrigem Lebendgewicht erfordert erhebliche Anstrengungen und besondere Fähigkeiten in deren Haltung.
Der Preis für Landrasse-Schweine hängt direkt vom Alter des Tieres, der Herkunftsregion und der Gruppengröße ab. Der Durchschnittspreis für ein einzelnes Landrasse-Ferkel liegt derzeit zwischen 4.000 und 6.500 Rubel.
Haltungsbedingungen, Schweinestall
Eine hohe Produktivität der Landrasse-Schweine sowie ein schnelles Wachstum und eine rasche Entwicklung der Ferkel erfolgen nur unter qualitativ hochwertigen Bedingungen.
Notwendige Bedingungen für die Haltung von Landrasse-Schweinen:
- Der Raum für die Schweine muss konstant warm sein (mindestens +20°C) und zugfrei sein;
- Eine hohe Luftfeuchtigkeit im Schweinestall ist inakzeptabel;
- Bei stark übergewichtigen Tieren ist viel Platz im Stall sehr wichtig (die Standardfläche eines Schweinestalls beträgt für einen Eber mindestens 6 Quadratmeter, für eine Sau 4 Quadratmeter; ein Gehege 100 Quadratmeter Land);
- Bei unzureichendem Tageslicht (Fensterfläche weniger als ein Fünftel der Bodenfläche) sollten Sie auf künstliche Lichtquellen zurückgreifen, insbesondere im Winter.
- Die Reinigung des Schweinestalls sollte mindestens jeden zweiten Tag erfolgen;
- Es empfiehlt sich, den Schweinen ein sogenanntes Schwimmbecken zur Verfügung zu stellen, ansonsten sollten sie bei heißem Wetter unbedingt mit einer Gießkanne getränkt werden;
- Die Einstreu sollte dick, frisch und trocken sein und regelmäßig gewechselt werden, um Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden.
Fütterung und Ernährung
Um das Potenzial von Landrasse-Schweinen optimal auszuschöpfen und schmackhaftes, mageres Fleisch zu produzieren, ist eine vollständige und ausgewogene Ernährung unerlässlich.
Schweine dieser Rasse sind recht wählerisch beim Fressen. Ihre Ernährung muss trockenes, saftiges Futter und Mischfutter umfassen. Heu, Silage und Ölkuchen werden hinzugefügt, um eine Nährstoffüberladung und übermäßige Fetteinlagerung zu vermeiden. Die Ergänzung des Futters mit verschiedenen Gemüsesorten, Wurzelgemüse, Kürbis und Grünfutter ist vorteilhaft.
Es ist ratsam, das Futter speziell für diesen Zweck zuzubereiten, aber auch Küchenabfälle können nach vorherigem Abkochen verwendet werden. Erwachsene Tiere werden zweimal täglich gefüttert und benötigen täglich 2,5 Eimer Futter. Im Winter werden drei Fütterungen pro Tag empfohlen.
Landrasse-Schweine sollten stets freien Zugang zu sauberem, frischem Trinkwasser haben.
Bei Freilandhaltung im Frühling und Herbst haben Schweine zusätzlich die Möglichkeit, frisches Gras, Klee und Brennnesseln zu fressen.
Zucht
Züchter nutzen die Landrasse für die industrielle Kreuzung mit anderen Schweinerassen, um deren Produktivität zu steigern. Die Zucht dieser Rasse ist unter geeigneten Bedingungen sowohl für erfahrene Fachleute als auch für private Betriebe möglich.
Eine gute Vorbereitung auf die Paarung ist wichtig. Die Schweine müssen reinrassig sein und klare, unverwechselbare Merkmale aufweisen, die sich in der nächsten Generation zeigen.
Um die Samenqualität zu verbessern und eine Gewichtszunahme zu gewährleisten, sollten Eber ganzjährig gut gefüttert werden. Lange Sommerspaziergänge an der frischen Luft sind ebenfalls förderlich. Auch die Anzahl der vorherigen Deckakte ist wichtig. Bei ausgewachsenen Ebern liegt die Norm bei etwa 30 Deckakten, bei Jungebern bei maximal 15. Wird diese Anzahl überschritten, ist der Samen nicht mehr für die Besamung geeignet.
Das Futter für Sauen sollte reich an Mineralien, Proteinen und Vitaminkomplexen sein.
Die Auswahl eines Ebers sollte frühzeitig geplant werden, da die Brunstzeit einer Sau nur zwei Tage dauert. In dieser Zeit sollte der Eber die Sau zweimal besteigen: Die erste Paarung sollte 10 Stunden nach den ersten Anzeichen der Paarungsbereitschaft erfolgen, die zweite etwa 12 Stunden danach.
Mehrfache Kreuzungen sollten nicht erlaubt sein, da dies die geplanten Nachkommen negativ beeinflussen könnte.
Während der Paarung kann es zu aggressivem Verhalten zwischen den Sauen kommen, einschließlich gegenseitiger Verletzungen. Daher sollte dieser Vorgang überwacht werden.
Ein Zeichen für eine erfolgreiche Befruchtung ist das ruhige und gelassene Verhalten der Sau, die in den nächsten 2-3 Wochen keine Brunst zeigt. Tritt dies nicht ein, könnten folgende Ursachen vorliegen:
- Ebersperma von minderer Qualität;
- Der Paarungszeitpunkt war falsch gewählt, die Sau war noch nicht bereit;
- übergewichtiges Schwein;
- Erschöpfung des Körpers.
Der Versuch kann mit einem anderen Besamer wiederholt werden.
Landrasse-Sauen ferkeln 114 Tage nach der Paarung. Dies ist ein komplexer Prozess, der die ständige Überwachung durch den Züchter und dessen Bereitschaft, der Sau jederzeit zu helfen, erfordert.
Aufzucht der Nachkommen
Landrasse-Ferkel sind sehr wählerisch und anspruchsvoll, was ihre Lebensbedingungen sowie die Zusammensetzung und Qualität ihrer Ernährung betrifft.
Ein neugeborenes Landrasse-Ferkel wiegt etwa 1,5–2 kg. Nach der Geburt sollten die Ferkel gründlich abgetrocknet und die Nabelschnur entfernt werden. Die Nabelwunde wird mit Jodlösung desinfiziert. Die Ferkel werden auf trockene, saubere Einstreu gelegt. Eine 150-Watt-Glühlampe oder Ölradiatoren in der Nähe sorgen für Wärme.
Um sicherzustellen, dass neugeborene Ferkel optimal mit Nährstoffen versorgt werden, sollten sie innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt an die Zitzen der Sau angelegt werden. Längere, schlankere Ferkel kommen an die vorderen Zitzen, während rundere, festere Ferkel an die hinteren, weniger milchproduzierenden, engeren Zitzen gelegt werden. Die Aufnahme des wertvollen Kolostrums steigert ihre Vitalität deutlich.
Da die Sau schwer ist und ihre Ferkel versehentlich erwürgen könnte, ist es nicht ratsam, sie im selben Stall zu halten. In diesem Fall werden die Ferkel 2–3 Stunden, nachdem sich die Sau beruhigt hat, zum Säugen freigegeben. Ist ein separater Stall nicht möglich, werden die Ferkel durch eine Trennwand voneinander getrennt. Es ist wichtig zu wissen, dass Landrasse-Sauen unter Stress aggressiv werden und sogar ihre eigenen Ferkel fressen können.
Die Temperatur im Ferkelraum sollte in der ersten Woche mindestens +30 bis +32 °C betragen und anschließend alle 3–5 Tage um 2–3 Grad gesenkt werden. Zum Zeitpunkt des Absetzens sollte sie +18 °C erreichen.
Zur Vorbeugung von Anämie sollten Ferkel ab dem dritten Lebenstag 1 Teelöffel einer 0,25%igen Eisen(II)-sulfat-Lösung (2,5 g Eisen(II)-sulfat pro 1 Liter abgekochtes Wasser) erhalten.
Im ersten Lebensmonat ernähren sich Ferkel hauptsächlich von Muttermilch. Unabhängig von der Milchproduktion der Sau benötigen Ferkel jedoch zusätzliche Nährstoffe.
Ab dem 4. bis 5. Lebenstag sollten Ferkeln sauberes, frisches Wasser zur Verfügung gestellt werden. Behälter mit mineralischen Zusätzen (Holzkohle, Kreide, roter Ton oder verbrannte Knochen) werden in den Futterraum gestellt.
Kuhmilch wird ab dem 5. bis 7. Lebenstag eingeführt, 4-mal täglich, jeweils 10–15 g. Vor dem Füttern muss sie auf 37 °C erwärmt werden. Zuerst wird sie frisch, später als Acidophilusmilch gegeben.
Zur Förderung der Magen-Darm-Entwicklung erhalten Ferkel ab dem zehnten Lebenstag gerösteten Hafer, Gerste und Erbsen. Das Getreide darf nicht verbrannt sein. Durch das Rösten werden Mikroben und Schimmelpilze im Getreide abgetötet, die Magensäuresekretion angeregt, die Verdaulichkeit von Protein und Stärke verbessert und der Geschmack verstärkt.
Eine weitere positive Eigenschaft dieses Getreides ist, dass es den Juckreiz des Zahnfleisches beim Zahnen im Alter von einer Woche lindert.
Nachdem Getreide eingeführt wurde, kann Mischfutter in die Futtertröge gegeben werden. Kleine Portionen Brei mit Milch oder Magermilch können verfüttert werden.
Von den saftigen Futtermitteln gelten Kartoffeln als die besten. Sie werden in Milch zerdrückt und mit getrockneten Brennnesseln, fein gehackten Karotten oder Heumehl verfeinert.
Wurzelgemüse und Melonen werden gerieben und roh serviert.
Im Sommer dürfen Ferkel ab einem Monat grünes Gras fressen, das reich an Vitaminen ist. Es wird zunächst zerkleinert, dann fein gehackt und dem übrigen Futter beigemischt.
Im Winter können Karotten und gekeimtes Getreide als Vitaminzusatz verfüttert werden. Fischöl, eine Quelle der Vitamine A und D, wird mit 6–8 ml Kuhmilch verabreicht. Die Gabe verschiedener Vitaminpräparate ist für Landrasse-Ferkel vorteilhaft. Diese erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen Infektionskrankheiten, beugen Rachitis vor, regen den Stoffwechsel an und fördern die allgemeine Gesundheit.
Ferkel werden im Alter von 28 bis 45 Tagen abgesetzt. Die Zufütterung mit Muttermilch der Sau sollte schrittweise reduziert werden.
Nach dem Absetzen sollte die Fütterung viermal täglich mit demselben Futter erfolgen, um eine abrupte Futterumstellung zu vermeiden. Anschließend werden die Jungtiere an tierische Futtermittel wie Fleisch- und Fischreste, Hefefutter, Magermilch sowie Hülsenfrüchte, Presskuchen und Mehl gewöhnt. Dies fördert die Entwicklung aller inneren Organe und unterstützt ein verstärktes Muskel- und Knochenwachstum.
Häufige Krankheiten der Landrasse
Die häufigsten Krankheiten, die Landrasse-Schweine befallen, sind:
- Weißmuskelkrankheit;
- Becher;
- Pest;
- Ruhr;
- Zystizerkose (Finnose);
- Spulwurmbefall;
- Krätze;
- Ringelflechte.
Kranke Tiere müssen sofort isoliert werden. Die Behandlung erfolgt unter strenger Aufsicht eines Tierarztes.
Krankheitsvorbeugung, Impfungen
Um das Auftreten möglicher Schweinekrankheiten Für die Landrasse sollten eine ganze Reihe vorbeugender Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehören:
- Desinfektion. Für kleine Betriebe ist die Bewässerung die optimale Methode. Zur Abtötung sporenbildender Mikroorganismen verwendet man eine Bleichlösung (5 % aktives Chlor) und eine 4%ige Formaldehydlösung mit einer Dosierung von 3 Litern pro Quadratmeter Stallfläche. Auf mittelgroßen Schweinebetrieben kommt zur Bewässerung eine 5%ige Sodalösung, eine 3%ige Phosphor- oder Parasodlösung und eine 20%ige Suspension aus frisch gelöschtem Kalk zum Einsatz. Die Temperatur dieser Lösungen sollte etwa 80 °C betragen. Die Stallungen müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Die Desinfektion wird 2-4 Mal über einen Zeitraum von 3-5 Tagen durchgeführt.
- Disinsektion. Verschiedene Insekten (Fliegen, Zecken, Bremsen, Flöhe, Läuse) können gefährliche Krankheiten übertragen. Verwenden Sie zusätzlich zur Desinfektion Desinfektionsmittel wie eine 5%ige Lösung von Jodmonochlorid mit Chlorphos oder eine 1%ige Lösung von Formaldehyd mit Chlorphos. Im Sommer sollten Mist, Abfallbehälter und Sickergruben regelmäßig mit wässrigen Emulsionen von 50%igem Trichlormethaphos-3-Konzentrat (0,3%) oder 65%igem Polychlorpinen-Konzentrat (0,5%) behandelt werden. Die Dosierung beträgt 4 Liter pro Quadratmeter Schweinestall.
- Deratisierung. Nagetiere können nicht nur Viren und Bakterien übertragen, sondern auch Sachschäden verursachen. Schnell wirkende Gifte wie Zinkphosphid, Monofluor und Antikoagulanzien werden häufig zur Nagetierbekämpfung eingesetzt. Es ist wichtig, diese Produkte von Schweinen fernzuhalten, um Vergiftungen zu vermeiden. Bakterielle Produkte mit spezifischer Pathogenität, wie beispielsweise Bactocumarin, gelten als besonders wirksam.
- Desinfektion von Gülle. Unsachgemäß gelagerter Naturdünger birgt ein erhebliches Risiko. Die daraus resultierenden Krankheiten sind gefährlich für Mensch und Tier. Güllelager müssen isoliert werden. Die effektivste, sicherste und kostengünstigste Methode ist die biothermische Kompostierung, bei der Schweineeinstreu verarbeitet wird. Die Desinfektionsdauer beträgt je nach anfänglichem Feuchtigkeitsgehalt der Gülle 10 bis 24 Wochen.
- Impfungen. Für Landrasse-Schweine sind Routineimpfungen Pflicht. Ferkel müssen mit einem Begleitdokument – einem speziellen tierärztlichen Gesundheitszeugnis, das den guten Gesundheitszustand der Tiere bestätigt – erworben werden. Nach dem Kauf müssen die Ferkel einen Monat lang von anderen Schweinen getrennt gehalten werden. Die Impfungen erfolgen nach folgendem Schema:
- Tag 3: Salmonellose, Colibacillose
- 1 Monat 2 Wochen: Leptospirose
- 1 Monat 3 Wochen: Leptospirose
- 2 Monate: Wundrose
- 3 Monate: Pest
| Tag 3 | 1 Monat 2 Wochen | 1 Monat 3 Wochen | 2 Monate | 3 Monate | |
| Salmonellose | + | ||||
| Colibacillose | + | ||||
| Leptospirose | + | + | |||
| Becher | + | ||||
| Pest | + |
Wenige Tage nach der Geburt wird außerdem die Gabe von Vitaminpräparaten empfohlen.
Um einer Lungenentzündung vorzubeugen, ist es notwendig, für eine angenehme Raumtemperatur und absolute Zugluftfreiheit zu sorgen.
Ist die Zucht von Landrasse-Schweinen rentabel?
Trotz ihrer anspruchsvollen Haltungsbedingungen und der damit verbundenen Ernährungstrends sind Landrasse-Schweine wirtschaftlich rentabel. Ihre Schlachtausbeute liegt bei etwa 60 %. Ihre hervorragende Produktivität ermöglicht eine hohe Rentabilität sowohl in der kommerziellen als auch in der privaten Schweinehaltung.
Rezensionen
Das Verhalten von Landrasse-Schweinen im Schweinestall und ihr Aussehen im Alter von sieben Monaten sind im folgenden Video deutlich zu sehen:
Trotz der Schwierigkeiten bei der Zucht hat sich die Landrasse bei Viehzüchtern großer Beliebtheit erfreut. Ihre schnelle Gewichtszunahme und der hohe Ertrag an schmackhaftem Fleisch haben sie zu einer führenden Speckrasse gemacht. Sie ist eine vielseitige Rasse, die sich sowohl für die Haltung zu Hause als auch auf dem Bauernhof eignet.




