Klimatische Bedingungen sind ein wichtiger Faktor, der die Rinderhaltung beeinflussen kann. Während die Tierhaltung im Sommer unkompliziert ist, wirft der Einbruch der kalten Jahreszeit eine Reihe von Problemen auf, von denen Erfrierungen das wichtigste sind.
Wann erfrieren Kühe?
Kühe vertragen Kälte viel besser als Hitze, aber ein Tier kann erfrieren, wenn die Raumtemperatur niedrig ist, Zugluft herrscht oder die Stroheinstreu nass ist.
Es ist wichtig, die Indikatoren des Mikroklimas zu beachten:
- Der Luftdurchsatz sollte mindestens 17 Kubikmeter pro Stunde für je 100 ausgewachsene Kühe und 50 Kubikmeter pro Stunde für Kälber betragen;
- Luftgeschwindigkeit – nicht mehr als 0,5 m/s;
- Die Luftfeuchtigkeit sollte 60 % nicht überschreiten.
Denken Sie auch daran, den Stall rechtzeitig von Mist zu befreien und die Einstreu zu wechseln.
Wozu führt das Einfrieren?
Das Euter ist das Hauptorgan, das von Erfrierungen betroffen ist. Die Haut rötet sich, das Tier hat Schmerzen beim Melken und wird aggressiv. Erfrierungen an der Zitzenspitze sind besonders gefährlich, da sie zu Verstopfungen und nachfolgendem Wundbrand führen können.
- ✓ Rötung der Euterhaut, besonders auffällig nach dem Melken.
- ✓ Erhöhte Aggressivität des Tieres beim Melken aufgrund von Schmerzen.
- ✓ Verstopfung des Brustwarzenkanals, die unbehandelt zu Gangrän führen kann.
Wie kann man einem Tier helfen?
Bei Erfrierungen muss die Kuh durch Wiederherstellung der Durchblutung erwärmt werden. Dazu hält man das Tier in einem warmen Raum und massiert die Lymphgefäße mit einer Massagebürste oder einem Wolltuch.
- Bringen Sie das Tier in einen warmen, zugfreien Raum.
- Reiben Sie die betroffenen Stellen entlang der Lymphgefäße mit einer Massagebürste oder einem Wolltuch ab.
- Tragen Sie Glycerin, Alkohollösung oder Ichthyol-Salbe auf die betroffenen Stellen auf.
- Tauschen Sie die Bettwäsche gegen trockene und warme aus.
- Bieten Sie dem Tier warme Getränke an.
Anschließend die betroffenen Stellen mit Glycerin, Alkohollösung oder Ichthyol-Salbe einreiben, dann die Einstreu wechseln und dem Tier etwas Warmes zu trinken geben.
Wie kann man verhindern, dass Kühe erfrieren und Erfrierungen erleiden?
Damit sich eine Kuh während der kalten Jahreszeit wohlfühlt, müssen alle notwendigen Bedingungen für sie geschaffen werden. HaftbedingungenDazu gehören die Beseitigung von Zugluft, die Bereitstellung von geeignetem Futter und Wasser, die regelmäßige Reinigung des Stalls usw.
Ein zugfreies Zimmer
Die Überwinterung beginnt zuallererst mit der Vorbereitung des Stalls, der ordnungsgemäß hergerichtet werden muss, um zu verhindern, dass die Tiere erfrieren, insbesondere die Kälber, die sehr empfindlich auf niedrige Temperaturen reagieren.
Was getan werden muss:
- Die Risse und Spalten in den Wänden und zwischen den Fensterrahmen mit Dämmmaterial (Wolle, Watte usw.) abdichten;
- Türen und Fenster mit Decken, Brettern, Dachpappe, Strohmatten oder zusätzlicher Verkleidung isolieren;
- Die Risse in der Decke und im Dach sollten repariert werden.
Schutz von Wasserleitungen vor Frost
Kühe reagieren nicht nur empfindlich auf Zugluft, sondern auch sehr empfindlich auf kaltes Wasser und benötigen daher sauberes, warmes Trinkwasser. Ein Tier braucht mindestens fünf 10-Liter-Eimer pro Tag. Um sicherzustellen, dass das Wasser die richtige Temperatur (Zimmertemperatur) hat, sollten im Stall ausschließlich natürliche Materialien (Holz) verwendet werden.
Falls möglich, können in der Scheune spezielle Wassererwärmungssysteme installiert werden.
Automatische Tränken werden unterteilt in:
- Einzeln (für angebundene Kühe);
- Gruppe (ohne Leine).
Der Vorteil dieser Tanks liegt darin, dass das Wasser ständig durch die Leitungen zirkuliert und so ein Einfrieren verhindert wird. In einer Scheune sollten mindestens zwei Tanks vorhanden sein, sodass die Flüssigkeit im einen Tank während der Nutzung im anderen auf die benötigte Temperatur erhitzt wird.
Ordnungsgemäße Entfernung von Mist und Einstreu
Bevor die Dämmung im Raum verlegt wird, ist es wichtig, den Bodenbelag zu berücksichtigen. Er sollte aus Holz bestehen (da Holz auf natürliche Weise Wärme speichert) und anschließend mit einer Schicht Heu bedeckt werden.
| Material | Wärmeversorgung | Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit | Gesundheitsrisiko |
|---|---|---|---|
| Stroh | Hoch | Hoch | Kurz |
| Torf | Durchschnitt | Hoch | Hoch (Eutergeschwüre) |
| Holzspäne | Niedrig | Durchschnitt | Durchschnitt |
| Sägemehl | Niedrig | Niedrig | Durchschnitt |
Manche Landwirte mischen Torf unter, doch dieser hat einen Nachteil: Er kann zu starken Euterentzündungen und in der Folge zu Geschwüren führen. Stroh ist daher die bessere Wahl, da es eine höhere Wärmeleitfähigkeit und Feuchtigkeitsaufnahme aufweist und damit anderen Einstreumaterialien wie Laub, Holzspänen und Sägemehl deutlich überlegen ist.
Es gibt zwei Arten der Rinderhaltung:
- tägliche Mistentsorgung;
- auf Mist.
Im ersten Fall wird der Stall komplett gereinigt, im zweiten Fall wird Stroh auf den Mist gelegt, wodurch eine Art Polster entsteht. Heu muss jedoch täglich nachgefüllt werden. Je dicker die Einstreuschicht, desto günstiger die Temperaturverhältnisse. Die Stallreinigung erfolgt nur im Frühjahr.
Heizung
Bevor die kalte Jahreszeit einsetzt, ist es wichtig, das richtige Heizsystem für Ihren Stall auszuwählen. Es gibt eine große Auswahl an Geräten, um das optimale Mikroklima im Stall zu schaffen.
Es gibt verschiedene Arten von Heizungen:
- Warmwasser;
- Gas;
- Luft;
- Infrarotlampen.
Die Temperatur im Stall sollte im Winter nicht unter +4 °C liegen; +8 °C sind optimal. Befinden sich Kälber im Stall, sollte die Temperatur auf +10 °C erhöht werden, da diese sehr kälteempfindlich sind.
Winterkälte kann für Landwirte eine echte Herausforderung darstellen, da Kühe in dieser Zeit besondere Pflege und Aufmerksamkeit benötigen. Andernfalls erkranken die Tiere, und die Milchleistung sinkt. Daher ist eine artgerechte Rinderhaltung unerlässlich, um die Gesundheit der Tiere zu gewährleisten.

