Mit Einbruch der kalten Jahreszeit werden Hausziegen in den Stall gebracht. Im Winter ist es wichtig, den Tieren einen geeigneten Lebensraum und Futter zu bieten, was sich von ihren Bedürfnissen im Sommer unterscheidet. Die Besonderheiten der Ziegenhaltung im Winter werden im weiteren Verlauf des Artikels erläutert.
Schuppen für überwinternde Ziegen
Die wichtigste Voraussetzung ist ein trockener, zugfreier Stall. Eine Heizung ist nur während der Aufzucht von neugeborenen Kitzen notwendig. Ausgewachsene Ziegen regulieren ihre Körpertemperatur selbst und vertragen daher auch Minustemperaturen in unbeheizten Räumen gut.
Im Winter werden sie in Ställen gehalten, und es ist wichtig, dass der Besitzer für gute Lebensbedingungen sorgt und sich mit nahrhaftem Futter eindeckt.
- ✓ Um Atemwegserkrankungen vorzubeugen, sollte die Luftfeuchtigkeit 70 % nicht überschreiten.
- ✓ Die Temperatur sollte für Erwachsene im Bereich von +5°C bis +10°C gehalten werden.
Beim Bau eines Ziegenstalls müssen mehrere Punkte berücksichtigt werden:
- Stellen Sie es fern von Müllhalden und Güllegruben auf;
- Das Vorhandensein von Fenstern ist unerlässlich, natürliches Licht sollte in großen Mengen in die Scheune gelangen.
- Der Raum muss trocken sein, da Tiere Feuchtigkeit nicht vertragen. Außerdem kann Zugluft leicht zu einer Lungenentzündung führen.
Aus diesem Grund wird Holz für Bauzwecke verwendet; es speichert Wärme besser, während Beton oder Ziegel mehr Feuchtigkeit und Nässe speichern.
Winterwartungsbedingungen
Die optimale Stalltemperatur beträgt +7 °C für ausgewachsene Ziegen und +10 °C für Ziegen mit Kitzen. Bei niedrigeren Temperaturen sollten die Ziegen warm angezogen werden. Dazu legt man ihnen alte Jacken oder Mäntel über die Vorderbeine und befestigt diese am Rücken. Wichtig ist dabei der Schutz des Brustkorbs, um Erkältungen vorzubeugen.
Jedes Tier benötigt seinen eigenen Platz. Ziegen sind freiheitsliebende Tiere und brauchen daher viel Platz. Der benötigte Platz pro Tier variiert je nach Tierart:
- Kind von 6 Monaten bis 1 Jahr - 1,2 m²;
- für eine nicht tragende Ziege und eine Zuchtziege - 2 m²;
- Weibchen mit Jungen - 3,5 m².
Es gibt zwei Arten von Futtertrögen. Raufutter (Heu und Stroh) wird in die Futterkrippe gegeben, während Kraftfutter und Gemüse in speziellen Einzeltrögen bereitgestellt werden. Diese sind 40–50 cm über dem Boden angebracht.
Vorbereitung der Scheune auf den Winter
Um einen reibungslosen Winter für die Ziegen zu gewährleisten, bereiten Sie den Ziegenstall gemäß diesen Empfehlungen vor:
- Es ist besser, mehrere kleine Fenster an der Südseite des Ziegenstalls anzubringen als ein großes. Sie sollten in einer Höhe von mehr als 1,5 Metern angebracht werden, damit die springenden Ziegen sie nicht versehentlich mit ihren Hufen herunterstoßen. Im Winter müssen sie isoliert und alle Ritzen abgedichtet werden.
- Auch die Belüftung spielt im Stall eine wichtige Rolle, da sie die Luftzirkulation ermöglicht und überschüssige Feuchtigkeit abführt. Dies ist besonders bei kaltem Wetter wichtig, da der Mist in den Boxen seltener entfernt wird, um Wärme zu sparen.
Die optimale Lösung ist die Ausstattung des Raumes mit zwei Lüftungsanlagen.Eine davon befindet sich in Form eines viereckigen Rohrs unter dem Dach des Ziegenstalls, durch das verbrauchte Luft abgeführt wird. Ein zweites Rohr oder mehrere Löcher unterhalb des Fußbodens am Anfang der Wände sorgen dafür, dass dem Raum ständig frische und saubere Luft zugeführt und umgewälzt wird. - Um Wärme zu sparen, werden im Winter Klappen installiert. Einige Landwirte installieren spezielle Filter, die die Zuluft erwärmen.
- Die Wände sind mit Kalkmörtel weiß getüncht und werden zweimal jährlich neu gestrichen. Sie werden entweder traditionell mit Sägemehl oder Holz gedämmt oder mit moderneren Methoden, wie beispielsweise dem Einziehen einer zusätzlichen künstlichen Wand.
- An den isolierten Wänden sind Tierbetten (Schlafplätze) angebracht – 70–80 cm lang und 50–60 cm breit. Diese erfüllen mehrere Zwecke: Die Ziegen haben einen komfortablen Ruheplatz, ihr Fell wird weniger durch Mist und Einstreu verschmutzt, und das Erkältungsrisiko wird verringert. Die Betten sollten außerdem weiß getüncht werden.
- Es wird empfohlen, einen Dielenboden zu verwenden, da sich Mist darauf leichter entfernen lässt. Das heißt aber nicht, dass Beton-, Lehm- oder Erdböden ungeeignet sind. Der Boden sollte 20–25 cm erhöht und mit einem Gefälle von 2 cm pro Quadratmeter Bodenfläche versehen sein, damit der Mist abfließen kann. Um den Mist aus dem Stall zu entfernen, empfiehlt es sich, Gräben auszuheben, die ihn direkt in die Sickergrube leiten.
- Der Boden ist mit einer dicken Schicht Einstreu aus natürlichen Materialien bedeckt – Torf, Sägemehl, Heu, trockenem Laub, Stroh oder Moos. Fehlt die Einstreu, müssen die Tiere auf dem Boden schlafen, daher muss der Bodenbelag sorgfältig ausgewählt werden.
- Vor dem Eingang zum Ziegenstall befindet sich ein gut beleuchteter Vorraum. Dadurch wird verhindert, dass der Raum zu kalt wird.
- Überprüfen und reparieren Sie das Lüftungssystem einen Monat vor Beginn der kalten Jahreszeit.
- Bereiten Sie eine ausreichende Menge Einstreumaterial vor, und zwar 1 kg pro Tier und Tag.
- Richten Sie einen Spazierweg ein, der vor Wind und Niederschlag geschützt ist.
Winterspaziergänge
Ziegen sind aktive Tiere und brauchen auch im Winter Auslauf. Damit die Tiere bei gutem Wetter draußen laufen können, wurde neben dem Stall ein kleiner Auslauf gebaut. Wenn die Temperatur nicht unter -10 °C fällt und kein Wind weht, werden sie dort gefüttert. Der Auslauf ist so angelegt, dass jedem Tier 5 Quadratmeter zur Verfügung stehen.
Der Züchter zeigt im folgenden Video, wie ein Gehege für Ziegen im Winter aussehen sollte:
Tägliche Spaziergänge und Bewegung tragen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands der Tiere bei.
Ziegenfütterung im Winter
Winterfutter für Ziegen unterzieht sich bedeutenden Veränderungen. Dabei werden folgende Regeln befolgt:
- Sie erhöhen den Anteil an Raufutter und Getreidefutter und reduzieren die Menge an Leichtfutter (dieses wird als Ergänzungsfutter verwendet).
- Die Anzahl der Fütterungen variiert zwischen 2 und 4 Mal täglich.
- Da Ziegen Wiederkäuer sind, besteht ihre Hauptnahrung aus Heu und Stroh. Diese sollten stets in der Futterkrippe verfügbar sein, damit die Tiere jederzeit fressen können.
- Die Ernährung besteht hauptsächlich aus Heu, Zweigen und Stroh. Besonders nahrhaft ist Wiesen- oder Waldheu aus jungen Pflanzen. Saftiges Gemüse, sowohl frisch als auch gekocht, ist unerlässlich, wobei Äpfel und Birnen als Obst bevorzugt werden.
- Dem Futter werden außerdem Gemüse beigemischt, das teilweise durch Ölkuchen oder Kleie ersetzt werden kann. Eine Milchziege benötigt bis zu 1 kg dieses Futters.
- Oder sie verfüttern Getreide und Hülsenfrüchte. Diese müssen vorverarbeitet werden, um die Verdaulichkeit zu verbessern: durch Zerkleinern, Keimen, Fermentieren oder Rösten. Experten raten davon ab, Tieren ganze Körner zu verfüttern, da diese den Verdauungsprozess negativ beeinflussen.
- Die Fütterung von Ziegen mit großen Mengen an Kraftfutter – Mischfutter, Getreide oder Futterresten – ist nicht ratsam, da dies die Entstehung von Harnsteinen begünstigen kann. Achten Sie beim Kauf von Mischfutter darauf, dass es speziell für Ziegen entwickelt wurde. Es hat eine ausgewogene Zusammensetzung und deckt alle Bedürfnisse der Tiere. In der Regel ist es mit Ammoniumchlorid angereichert.
- Um Harnsteine zu vermeiden oder zu behandeln, sollten Ziegen entsprechend gefüttert und gehalten werden. Bei ersten Anzeichen einer Erkrankung sollte die Zufuhr phosphorreicher Kraftfutter reduziert oder ganz eingestellt werden. Der Anteil an Grünfutter sollte erhöht, Mikronährstoffe wie Kobalt, Zink, Mangan und Kupfer zugegeben und ausreichend Wasser bereitgestellt werden.
- Die wichtigsten Futtermittel sind Kartoffelknollen, Kohlblätter und Wurzelgemüse, insbesondere Futterrüben. Kartoffelknollen werden gekocht und bis zu 2 kg pro Tag verfüttert. Anderes Gemüse wird vorgeschnitten und roh verfüttert, bis zu 2–5 kg.
- Kohlgrün und -blätter sind Vitaminlieferanten. Bei der Verfütterung von Rübenblättern wird jedoch Kreide hinzugefügt. Pro Kilogramm Grünfutter verwendet man ein Gramm zerstoßene Kreide. Diese neutralisiert wirksam die verschiedenen Säuren in den Blättern.
| Futterart | Energiewert (kcal/kg) | Proteingehalt (%) |
|---|---|---|
| Wiesenheu | 2000 | 8 |
| Stroh | 1500 | 3 |
| Mischfutter | 2500 | 15 |
Es ist besser, alle Futtermittel mit Heu zu mischen, da dies die Aufnahme von Vitaminen und anderen Nährstoffen verbessert.
Besen werden aus Baumzweigen hergestellt:
- Espe;
- Eberesche;
- Ahorn;
- aß;
- Weiden;
- Akazie;
- Birken;
- Himbeeren;
- Weiden;
- Brennnesseln.
Für ein Tier reichen 80 Besen aus. Birkenzweige werden nur in begrenzten Mengen verfüttert, stets im Wechsel mit anderen Pflanzenarten. Falls sie aus irgendeinem Grund nicht rechtzeitig geerntet werden können, werden sie durch blattlose Zweige von Laubbäumen ersetzt. Diese enthalten viele für das Tier lebensnotwendige Nährstoffe.
Manche Landwirte gehen auf Nummer sicher und fügen Vitaminkomplexe direkt dem Futter von Hochleistungsziegen, trächtigen, kranken und geschwächten Ziegen hinzu.
Wie viel und welche Art von Nahrung benötigt ein erwachsener Mensch im Winter?
- Heu, Stroh, Zweige - 500 kg;
- Konzentrate - 200 kg;
- Gemüse - 200 kg;
- Mineralstoffzusätze - Fleisch- und Knochenmehl, Trockenmilch, Kreide - 5 kg;
- Salz - 3-4 kg.
Was das Trinken betrifft, empfiehlt es sich, beheizte Tränken aufzustellen. Ziegen sind recht warme Tiere mit einer normalen Körpertemperatur von 40 °C und trinken daher gerne warmes Wasser. Wasser sollte stets leicht zugänglich sein, insbesondere für männliche Tiere, da diese anfällig für Harnsteine sind.
Weitere Informationen zur Ziegenernährung zu verschiedenen Jahreszeiten finden Sie hier. HierDie
Welche Krankheiten können Ziegen in der kalten Jahreszeit bekommen?
Im Winter sind Ziegen anfällig für folgende Krankheiten:
- Helminthiasis. Ziegen können ganzjährig Würmer beherbergen, doch im Winter beeinträchtigen diese ihre Gesundheit erheblich – sie werden schwächer, ihr Immunsystem funktioniert nicht richtig und das Futter wird schlecht verdaut. Alle Tiere müssen vor dem Winter entwurmt werden.
- Erfrierung. Auch Ziegen, die im Winter im Freien spazieren gehen, sind nicht vor Erfrierungen an ihren empfindlichsten Körperteilen gefeit, wie beispielsweise am Euter oder bei langohrigen Rassen an den Ohren. Um das Risiko von Erfrierungen zu verringern, sollten die gefährdetsten Stellen gründlich mit Vaseline, einer reichhaltigen Creme oder einer speziellen Salbe eingerieben werden. Ziegen dürfen nicht ins Freie, wenn die Temperatur unter -10 °C fällt.
- Hufverletzungen. Die Tiere lieben es, herumzutollen, und nichts kann sie davon abhalten – weder Schnee noch Eis. Nach jedem Spaziergang werden ihre Hufe überprüft, da sie sich mit Schnee zusetzen oder durch scharfe Eiskanten beschädigt werden können. Der Hof wird anschließend umgehend von Schnee und Eis befreit.
Informationen zu Ziegenkrankheiten können Sie separat einsehen. HierDie
Im Winter dreht sich die Ziegenhaltung um die richtige Fütterung und die Schaffung angenehmer Bedingungen im Stall. Am wichtigsten ist es, Zugluft und Feuchtigkeit zu vermeiden. So übersteht das Tier den Winter, ohne dass die Milchleistung beeinträchtigt wird.

