Man muss nicht in den Wald gehen, um Pilze zu sammeln – man kann sie ganz einfach zu Hause züchten. Honigpilze sind dafür besonders beliebt – sie sind lecker und relativ leicht anzubauen. Es gibt verschiedene Zuchtmethoden, jede mit ihren eigenen, besonderen Eigenschaften.

Arten von Honigpilzen zum Anbau zu Hause
Mehrere Arten von Hallimasch wachsen unter natürlichen Bedingungen, aber nur zwei davon sind für die Zucht im Hausgarten wichtig: Sommer- und Winterhalluspilz (Flammulina).
Die Wintervariante dieser Pilze besticht durch ihren hervorragenden Geschmack. Sie werden vorwiegend frisch oder getrocknet verzehrt, wobei sowohl Hut als auch Stiel essbar sind. Die Hüte der Winter-Honigpilze sind rostgelb und können einen Durchmesser von bis zu 9 cm erreichen. Das Fleisch ist gelblich und hat einen angenehmen Geschmack.
Winterhallpilze wachsen natürlicherweise in Baumhöhlen und Baumstümpfen. Man findet sie normalerweise von Oktober bis Dezember, aber während der Tauwetterperiode kann man sie sogar noch im Februar antreffen.
Winterliche Honigpilze enthalten leicht giftige Substanzen. Diese sind im rohen Produkt vorhanden, werden aber nach 20 Minuten Kochzeit vollständig zerstört.
Vergleichende Merkmale von Hallimascharten
| Parameter | Winter | Sommer | Pappel | Marmor |
|---|---|---|---|---|
| Kappendurchmesser (cm) | Bis zu 9 | Bis zu 6 | 5-7 | 4-8 |
| Haltbarkeit von frischen Produkten (Tage) | 3-5 | 2-3 | 1 | 10-12 |
| Erforderliche Verarbeitung | 20 Minuten kochen lassen | Kann roh verzehrt werden. | Waschen | Ohne Einweichen |
Sommerpilze sind kleiner, ihr Hutdurchmesser beträgt bis zu 6 cm. Sie haben ein wässriges Fleisch und einen milden Geschmack. Diese Pilzart kann sogar roh verzehrt werden.
In der Natur bevorzugen Sommerhallpilze morsches Holz und wachsen in Kolonien. In milden Klimazonen sind diese Pilze ganzjährig anzutreffen.
Eine der seltenen Arten ist der Pappel-Halluspilz. Er besticht durch seine knackige Textur und seinen nussigen Geschmack, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Er ist weniger als einen Tag haltbar und im gefrorenen Zustand maximal eine Woche. Trotz seines Namens kann Halluspilz nicht nur auf Pappel-, sondern auch auf Ahornstämmen gezüchtet werden.
Eine weitere seltene Pilzsorte ist der Marmorpilz. Diese Pilze gelten als Delikatesse. Sie haben eine leicht knackige Konsistenz, einen nussigen Geschmack und ein süßliches Aroma. Rohe Pilze können bis zu 1,5 Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Marmorierte Honigpilze werden nicht in Wasser eingeweicht, da sie dieses aufsaugen und brüchig werden. Diese Sorte wird wegen ihres völligen Fettmangels und ihres hohen Nährstoffgehalts geschätzt.
Notwendige Bedingungen für das Wachstum
Um Hallimasch selbst zu züchten, müssen bestimmte Bedingungen geschaffen werden. Diese Bedingungen hängen von der gewählten Zuchtmethode ab.
Die allgemeinen Empfehlungen lauten wie folgt:
- eine optimale Temperatur innerhalb eines Bereichs von 10-15 Grad halten;
- für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen, die mindestens 70 % betragen sollte;
- Für die notwendige Beleuchtung der Pilze sorgen;
- für gute Belüftung sorgen;
- Durchführung von Krankheits- und Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen.
Methoden und Technologien
Honigpilze werden unter künstlichen Bedingungen mit verschiedenen Methoden gezüchtet. Dabei kommen Baumstümpfe, Gewächshäuser und sogar Gläser zum Einsatz. Jede Methode hat ihre spezifischen Merkmale, die berücksichtigt werden müssen, um eine gute Ernte und ein qualitativ hochwertiges Produkt zu gewährleisten.
Honigpilze auf Baumstümpfen
Diese Methode ist aufgrund ihrer geringen Kosten und der Nähe zu natürlichen Gegebenheiten bei vielen Menschen beliebt. Am besten eignen sich Baumstümpfe von Birken oder Fichten, aber auch Apfel-, Birnen-, Espen- oder Pappelbäume sind geeignet. Sommerpilze bevorzugen Laubbäume.
Baumstümpfe müssen folgende Anforderungen erfüllen:
- ausreichende Holzdichte;
- Fehlen von verrotteten und von Borkenkäfern befallenen Bereichen;
- ausreichende Luftfeuchtigkeit;
- Durchmesser mindestens 15 cm.
Optimale Holzarten für Baumstümpfe
| Züchten | Aufenthaltsdauer (Monate) | Dauer der Fruchtbildung (Jahre) |
|---|---|---|
| Birke | 9-12 | 4-5 |
| Espe | 8-10 | 5-6 |
| Apfel | 10-14 | 3-4 |
Der Baumstumpf sollte nicht nur außen, sondern auch innen, bis ins Innere, befeuchtet werden. Sie können ihn selbst befeuchten, indem Sie ihn ein bis zwei Tage lang großzügig wässern. Das Wasser kann mit einem Eimer oder in kleinen Portionen mit einem Gartenschlauch zugeführt werden.
Eine satte, dunkle Farbe der Schnittfläche deutet auf ausreichende Feuchtigkeit hin. Schneidet man ein kleines Stück ab, tritt Flüssigkeit aus.
Entsteht aus Pilzsporen
Pilze können von Mai bis zum Ende des Sommers gepflanzt werden. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
- Wählen Sie überreife Kappen mit einer dunkelbraunen Unterseite.
- Füllen Sie die ausgewählten Kappen mit natürlichem Wasser. Es sollte chlorfrei sein, verwenden Sie daher kein Leitungswasser.
- Die Rohstoffe müssen 24 Stunden lang in Wasser eingeweicht werden.
- Nach Ablauf der erforderlichen Zeit sollten die Kappen direkt im Wasser von Hand zerdrückt werden.
- Die entstandene Masse mehrmals durch ein mehrfach gefaltetes Käsetuch passieren.
- Die entstandene Sporenmischung wird auf den vorbereiteten Stumpf gegossen. Dies kann problemlos mit einer Spritze erfolgen.
- An den senkrechten Teilen des Baumstumpfes werden Vertiefungen angebracht und mit der Mischung gefüllt. Diese sollten anschließend mit Waldmoos oder feuchtem Sägemehl versiegelt werden.
Für einen mittelgroßen Baumstumpf benötigt man etwa einen Liter der Mischung.
So gepflanzte Pilze brauchen lange zum Schlüpfen. Man kann die Früchte seiner Arbeit erst nach anderthalb Jahren genießen.
Hallimasch kann etwa fünf Jahre lang an einem einzelnen Baumstumpf Früchte tragen. Während dieser Zeit verrottet der Stumpf, und die Pilze können zu Boden wandern. Befinden sich Bäume in der Nähe, heften sie sich an deren Wurzeln.
Dieses Video erklärt, wie man die richtigen Baumstümpfe für den Pilzanbau auswählt:
Wachstum aus Myzel
Um Hallimasch auf einem Baumstumpf zu züchten, kann man neben einem Substrat auch Myzelpartikel verwenden. Diese Methode hat den Vorteil, dass die erste Ernte schneller eingeht.
Am besten sammelt man Myzel von einem fast verrotteten Baumstumpf. Wählen Sie einen Standort mit vielen hellcremefarbenen Fäden und einem starken Pilzgeruch.
Sie müssen gemäß folgendem Algorithmus vorgehen:
- Trennen Sie einen Teil des Myzels ab und teilen Sie ihn in 1-2 cm große Stücke.
- Kerben Sie den vorbereiteten Baumstumpf ein. Sie können 5-7 Kerben an den senkrechten Seiten und 2 an den Enden anbringen.
- Die Myzelstücke werden in die vorbereiteten Löcher eingesetzt und mit Moos oder Sägemehl bedeckt.
- Decken Sie das Ende des Baumstumpfes mit Frischhaltefolie ab und beschweren Sie ihn mit einem schweren Gewicht. Dies ist notwendig, um die Feuchtigkeit zu erhalten.
- Decken Sie den Baumstumpf im Winter mit Fichtenzweigen ab. Entfernen Sie im Frühjahr den Schnee, damit kein Schmelzwasser eindringt. Andernfalls verzögert sich die Ernte.
- Die Fichtenzweige müssen zu Beginn des Sommers entfernt werden.
Beim Anbau von Hallimasch besteht die Gefahr, benachbarte Nutzpflanzen zu infizieren: Das Myzel auf einem lebenden Baum kann zu dessen Absterben führen. Um dies zu vermeiden, sollten Sie um die Baumstümpfe herum 0,3 m tiefe und 0,1 m breite Gräben ausheben.
Bis das Myzel keimt, können infizierte Baumstümpfe oder -stämme im Keller gelagert werden. Während dieser Zeit sollten sie mit Stroh abgedeckt werden. Es wird empfohlen, die Kellerwände und den Boden täglich abzuwischen. Diese Maßnahme ist notwendig, um eine optimale Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.
Honigpilze im Gewächshaus
Diese Anbaumethode ist attraktiv, da sie durch die Aufrechterhaltung optimaler Luftfeuchtigkeit hohe Erträge ermöglicht. Dabei wird eine sporeninfizierte Suspension verwendet, die auf die gleiche Weise wie für die Stumpfimpfung hergestellt wird.
Die weiteren Schritte erfolgen nach folgendem Algorithmus:
- Suchen Sie sich eine Ecke im Gewächshaus, wo Sie Pilze züchten möchten, und stapeln Sie dort einige halbverrottete Baumstämme. Falls Sie keine haben, können Sie auch Baumabschnitte verwenden und diese in Säcke füllen.
- Gieße die Mischung über das vorbereitete Holz.
- Verwenden Sie Regenwasser zur Bewässerung. Dies sollte am besten zwischen 12:00 und 17:00 Uhr erfolgen. In diesem Zeitraum ist es ratsam, die Baumstämme stündlich, aber nur 5 Minuten lang zu bewässern.
Bei Anbau im Gewächshaus kann die Ernte bereits Mitte Juni erfolgen. Die Erntezeit dauert in der Regel bis in den Herbst hinein.
Honigpilze in Gläsern züchten
Wer keinen eigenen Garten hat, kann Honigpilze auch in einer normalen Wohnung züchten. Dazu eignen sich Einmachgläser auf der Fensterbank. Diese Methode ist allerdings nur für Winterpilze geeignet.
Die Gläser sollten mindestens 1 Liter fassen. Alternativ können auch Plastiktüten verwendet werden.
Für den Anbau von Hallimasch eignen sich Fenster auf der Nordseite besser, da die Pilze Schatten benötigen und direkte Sonneneinstrahlung schädlich ist.
Um Honigpilze in Gläsern zu züchten, benötigen Sie ein Substrat. Mischen Sie einen Teil Kleie mit drei Teilen Sägemehl (vorzugsweise von Laubhölzern). Alternativ können Sie auch gehackte Maiskolben, Buchweizenschalen oder Sonnenblumenschalen verwenden.
Um Honigpilze in Gläsern zu züchten, benötigt man Myzel, das man im Fachhandel oder von Privatverkäufern erwerben kann. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
- Füllen Sie das vorbereitete Substrat mit Wasser und lassen Sie es 24 Stunden quellen. Anschließend ausdrücken und in Gläser füllen, diese dabei halb leer lassen.
- Nehmen Sie einen Stab mit einem Durchmesser von 15-20 mm und stechen Sie damit Löcher in das Substrat bis zum Boden des Behälters.
- Pasteurisieren Sie die Gläser. Dieser Vorgang ist notwendig, um Krankheitserreger abzutöten und Schimmelbildung vorzubeugen. Stellen Sie die Gläser dazu in einen großen Behälter mit heißem Wasser und lassen Sie sie eine Stunde lang bei schwacher Hitze köcheln. Wiederholen Sie den Vorgang am nächsten Tag.
- Nachdem die Gläser auf 25 Grad Celsius abgekühlt sind, verschließen Sie sie mit perforierten Kunststoffdeckeln. Die Löcher sollten einen Durchmesser von maximal 2 mm haben.
- Das Myzel wird durch die Löcher im Deckel eingespritzt. Am besten verwendet man eine Spritze. Das Myzelvolumen sollte etwa 5 % des Substratvolumens betragen.
- Stellen Sie die Gläser für einen Monat an einen warmen Ort. Die Umgebungstemperatur sollte 23–24 Grad Celsius betragen.
- Sobald die Pilze zu keimen beginnen, können die Gläser auf die Fensterbank gestellt werden. Im Winter können sie auf den Balkon gestellt werden, sofern die Temperatur dort mindestens 13 Grad Celsius beträgt.
- Mit der Zeit wachsen die Pilze bis zum Rand der Gläser. In diesem Fall sollten Sie die Deckel entfernen und einen Papptrichter basteln, um zu verhindern, dass die Pilze über den Rand hinauswachsen.
- Pilzhüte müssen regelmäßig befeuchtet werden, um eine Luftfeuchtigkeit von etwa 90 % aufrechtzuerhalten.
Myzel-Auftragsraten für verschiedene Volumina
| Volumen der Dose (l) | Myzelmenge (ml) | Kolonisierungszeit (Tage) |
|---|---|---|
| 1 | 50 | 25-30 |
| 2 | 100 | 30-35 |
| 3 | 150 | 35-45 |
Im Vorbereitungsstadium kann das Substrat gedüngt werden. Dazu werden jeweils 25 g Maismehl, Hafermehl und 8 g Stärke vermischt. Diese Menge ist für 1 kg Substrat berechnet.
Die erste Ernte erfolgt innerhalb von zwei Wochen nach dem Austrieb des Myzels. Im Durchschnitt vergehen 45 Tage ab dem Zeitpunkt der Infektion durch das Myzel. Bei korrekter Ernte können aus einem Drei-Liter-Glas bis zu 1,5 kg Pilze gewonnen werden.
Statt die Gläser mit dem Substrat zu pasteurisieren, können Sie die vorbereitete Mischung kochen. Weichen Sie sie dazu 10 Minuten in Wasser ein, damit sie quellen kann. Lassen Sie die Mischung anschließend 45 Minuten bei schwacher Hitze köcheln und geben Sie dabei regelmäßig Wasser hinzu, um Anbrennen zu verhindern. Gießen Sie zum Schluss überschüssiges Wasser ab und lassen Sie die restliche Flüssigkeit verdampfen. Das Substrat sollte feucht, aber nicht nass sein. Fahren Sie dann wie gewohnt fort.
Das Myzel kann nicht nur in die vorbereiteten Löcher gegeben, sondern auch mit dem Substrat vermischt werden. Dies darf erst erfolgen, nachdem die Mischung auf 25 Grad Celsius abgekühlt ist. Zum Vermischen des Myzels mit dem Substrat verwendet man einen zuvor sterilisierten Holzspatel. Die entstandene Mischung wird in Gläser gefüllt.
Es ist unbedingt erforderlich, Löcher in den Deckel zu bohren. Dadurch können die von den Pilzsporen abgegebenen Gase entweichen. Alternativ kann auch flauschige Watte verwendet werden.
Um regelmäßig Pilze zu erhalten, müssen die Gläser in Abständen von 1 bis 1,5 Wochen vorbereitet werden.
Sehen Sie sich das Experiment zur Zucht von Honigpilzen im Glas und dessen Ergebnisse an:
Mögliche Schwierigkeiten
Eine der häufigsten Herausforderungen beim Anbau von Hallimasch in Innenräumen ist die schnelle Verbreitung der Sporen und deren Befall von gesundem Holz. Im Freien lässt sich dieses Problem durch das Ausheben eines Grabens lösen. Beim Anbau in Innenräumen muss ein separater Bereich für die Pilze eingerichtet werden.
Wer Hallimasch in größerem Umfang anbauen möchte, sollte dafür einen separaten Bereich (Beet, Gewächshaus) reservieren. Unter den richtigen Bedingungen kann der Pilzanbau ein lohnendes Geschäft sein.
Eine weitere Herausforderung beim Anbau von Hallimasch ist die Aufrechterhaltung einer bestimmten Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Gewächshäuser bieten die einfachste Möglichkeit, diese Bedingungen zu erreichen. In einer Wohnung kann die Einhaltung der richtigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit hingegen einige Schwierigkeiten bereiten.
Honigpilze sind wegen ihres Geschmacks sehr begehrt. Da sie pflegeleicht sind, lassen sie sich problemlos zu Hause anbauen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Um eine gute Ernte zu erzielen, ist es wichtig, die richtigen Anbauhinweise zu beachten.

