Gymnocalycium ist eine beliebte Kakteengattung, die für ihr attraktives Aussehen und ihre Pflegeleichtigkeit bekannt ist. Der Name leitet sich von den griechischen Wörtern „gymnos“ (nackt) und „kalyx“ (Kelch) ab und spiegelt die charakteristische Struktur der Gymnocalycium-Blüten wider, denen schützende Haare fehlen.
Botanische Beschreibung
Die Gattung Gymnocalycium umfasst etwa 70 Arten, die hauptsächlich in Argentinien, Uruguay, Paraguay und Brasilien heimisch sind. Sie gedeihen in trockenen Regionen mit steinigen Böden und spärlicher Vegetation.
Aussehen:
- Der Stamm ist meist kurz, rundlich oder zylindrisch und hat einen Durchmesser von 2 bis 15 cm. Er kann einzeln stehen oder Triebgruppen bilden und sich oft von unten verzweigen. Die Stammoberfläche ist glatt oder leicht gerippt und mit kleinen Warzen oder Areolen bedeckt.
- Die Stacheln sind kurz, dünn und in Gruppen um die Areolen angeordnet. Ihre Farbe variiert von weiß über grau bis braun. Sie sind in der Regel unauffällig und selten lang.
- Die Blüten erscheinen einzeln oder in kleinen Gruppen an der Spitze der Pflanze. Die Knospen können einen Durchmesser von etwa 8 cm erreichen. Die Kelchblätter fehlen oder sind sehr kurz, was typisch für die Gattung Gymnocalycium ist.
- Die Früchte sind kleine Beeren, die winzige schwarze Samen enthalten.
Gymnocalycium-Blüte
Gymnocalycium beginnt in der Regel im Frühling oder Sommer zu blühen und erreicht ein Alter von zwei bis drei Jahren sowie einen Durchmesser von etwa 5-10 cm. Die Blütezeit hängt von den Wachstumsbedingungen und der jeweiligen Art ab.
Die Knospen des Gymnocalycium öffnen sich an der Spitze des Stängels; sie sind im Verhältnis zur Größe der Pflanze selbst groß und können den Durchmesser des Kaktus deutlich übertreffen. Die Blüten halten sich in der Regel mehrere Tage und verblühen dann allmählich.
Die Farben der Blumen variieren:
- Weiß;
- Rosa;
- Rot;
- lila;
- Gelb.
Die Blüte ist trichterförmig, wobei die Blütenblätter oft in einem symmetrischen Ring angeordnet sind. Im Inneren der Blüte befinden sich zahlreiche Staubblätter und ein Stempel.
Um die Blüte von Gymnocalycium anzuregen, sind folgende Bedingungen erforderlich:
- ausreichende Beleuchtung (helles, diffuses Licht);
- moderate Temperatur (optimalerweise +20…+25°C tagsüber und kühler in der Nacht);
- regelmäßiges Gießen während der Wachstumsperiode;
- Düngung mit Spezialdüngern für Kakteen und Sukkulenten.
Wenn Sie diese Regeln befolgen, wird Gymnocalycium Sie mit leuchtenden und spektakulären Blüten erfreuen.
Herkunft
Gymnocalycium gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae), einer Gattung mit etwa 70 Arten. Gymnocalycium-Arten sind in Südamerika beheimatet, unter anderem in Ländern wie Argentinien, Brasilien, Bolivien, Paraguay und Uruguay.
Der Gattungsname stammt aus dem Griechischen γυμνός („gumnos“) – nackt und καλύξ („kalux“) – Becher, was das charakteristische Merkmal dieser Kakteen widerspiegelt, nämlich das Fehlen von Haaren oder Borsten auf der Oberfläche des Blütenbechers.
Weitere Merkmale:
- Die Geschichte der Entdeckung und Verbreitung von Gymnocalycium beginnt im 19. Jahrhundert, als europäische Entdecker begannen, die Flora Südamerikas aktiv zu erforschen.
- Die ersten Beschreibungen von Vertretern der Gattung erschienen Ende des 18. Jahrhunderts dank der Arbeiten von Wissenschaftlern wie Carl von Linné und Christian Friedrich Gaertner.
- Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erregten Gymnocalycien die Aufmerksamkeit von Zimmerpflanzenliebhabern und wurden bei Sammlern sehr beliebt. Sorten mit ungewöhnlichen Farben – weiß oder leuchtend rot – sind besonders begehrt.
- Heute werden Gymnocalyciums aufgrund ihrer Ziereigenschaften, ihrer einfachen Kultivierung und ihrer Fähigkeit, schöne Triebgruppen zu bilden, weltweit in großem Umfang angebaut.
Arten und Sorten
Jede Art besitzt eigene Merkmale, die sie von anderen Vertretern der Gattung unterscheiden. Die Wahl der richtigen Sorte hängt daher von Ihren Vorlieben und Zielen ab.
Gymnocalycium denudatum
Es handelt sich um einen kleinen, kugelförmigen Kaktus der Gattung Gymnocalycium. Merkmale:
- Einzelner, leicht abgeflachter Stängel (5-10 cm Durchmesser).
- Die Rippen sind breit, abgerundet und weisen kaum wahrnehmbare Höcker auf.
- Die Stacheln sind kurz (bis zu 1 cm), leicht, radial auseinanderlaufend, manchmal fast fehlend (nackt).
- Die Blüten sind groß (bis zu 5 cm), weiß oder hellrosa, trichterförmig und erscheinen an der Spitze.
- Die Oberfläche ist glatt, ohne ausgeprägte Rippen.
- Die Blütezeit ist im Sommer und dauert lange (jede Blüte hält mehrere Tage).
Gymnocalycium anisitsii
Ein kompakter, buschförmiger Kaktus mit kleinen Trieben. Ein beliebter, kugelförmiger Kaktus aus Südamerika (Brasilien, Paraguay, Bolivien), bekannt für seine Pflegeleichtigkeit und seine dekorativen Blüten.
Spezifikationen:
- Bilden: Ein einzelner oder buschiger Stängel, der schließlich Horste bildet. Junge Pflanzen sind kugelförmig und werden mit zunehmendem Alter etwas länglicher (bis zu 10-15 cm hoch und 5-10 cm im Durchmesser).
- Rippchen: scharf, in Höcker unterteilt, Anzahl der Rippen – 8-11.
- Dornen: Flexibel, hell gefärbt (weiß, gelblich oder bräunlich), nach außen strahlenförmig. Die zentralen Stacheln sind länger (bis zu 3 cm), können aber fehlen.
- Blumen: Trichterförmig, groß (4–6 cm), weiß, rosa oder cremefarben, mit dünnen Blütenblättern. Sie erscheinen an der Spitze.
- Blühen: Frühling-Sommer, lange haltbar (jede Blüte hält etwa eine Woche).
Unterschiede zu anderen Gymnocalyciums:
- länglichere Form im Vergleich zu G. denudatum.
- Flexible Stacheln (viele verwandte Arten haben steife Stacheln).
Die Art ist nach dem ungarischen Botaniker D. Anisits benannt, einem Forscher der Flora Südamerikas.
Gymnocalycium mihanovichii
Er zählt zu den ungewöhnlichsten und beliebtesten Kakteen aufgrund seiner leuchtend gefärbten, chlorophyllfreien Stängel und wird daher auch als „farbenfrohe Gymnocalycien“ oder „rote Kakteen“ bezeichnet.
Merkmale der natürlichen Form:
- Heimat: Paraguay, Argentinien.
- Stängel: kugelförmig, abgeflacht, graugrün oder bräunlich, 4-6 cm im Durchmesser.
- Rippchen: 8-10 scharfe Rippen mit gewellten Rändern und kleinen Höckern.
- Dornen: gräulich, gebogen, bis zu 1 cm lang (weich und nicht stachelig).
- Blumen: Trichterförmig, rosa oder weiß-gelblich, erscheinen im Sommer.
- Besonderheit: haben aufgrund einer Mutation Chlorophyll verloren und weisen daher eine leuchtende Farbe auf – rot, gelb, orange, rosa oder sogar violett.
- Überleben: Sie können nur wachsen, wenn sie auf andere Kakteen (meist Hylocereus oder Myrtillocactus) veredelt werden, da sie nicht zur Photosynthese fähig sind.
Interessante Fakten:
- Die ersten Mutanten wurden in den 1940er Jahren in Japan entdeckt, wo man auch mit ihrer Massenproduktion begann.
- Beliebte Sorten: Hibotan (rot), Mondkaktus (gelb, orange).
- Ohne Veredelung sterben farbige Formen innerhalb weniger Monate ab.
Häufig werden Hybriden mit roten Farbtönen angebaut. Sie finden breite Anwendung in der Züchtung von Zierpflanzen.
Gymnocalycium japonica
Es handelt sich hierbei nicht um eine eigenständige biologische Art, sondern um eine gebräuchliche Bezeichnung für farbige Mutanten von Gymnocalycium mihanovichii, die in Japan gezüchtet und weit verbreitet kultiviert werden. Diese Kakteen werden oft unter Handelsnamen wie Hibotan oder Mondkaktus verkauft.
Aussehen:
- Kugelförmiger Stiel (2-5 cm Durchmesser) mit glatter Oberfläche und schwach ausgeprägten Rippen.
- Leuchtende Farben: Scharlachrot, Zitronengelb, Lila, Zartrosa (je nach Sorte).
- Die Stacheln fehlen fast vollständig oder sind sehr weich.
Besonderheiten:
- Nur solche, die auf eine grüne Kaktuswurzel (meist Hylocereus oder Myrtillocactus) veredelt sind, werden angebaut.
- Die Lebensdauer hängt von der Unterlage ab – in der Regel 2-5 Jahre.
Beliebte Sorten:
- Hibotan – Klassischer roter Kaktus.
- Mondkaktus – gelb oder orange.
- Regenbogen – mehrfarbige Hybriden (manchmal mit künstlichen Farbstoffen).
Gymnocalycium saglionis
Eine der robustesten und spektakulärsten Arten ihrer Gattung, bekannt für ihre kräftigen Stacheln und ihre imposante Größe. Heimisch in den Bergregionen Argentiniens (Salta, Tucumán), wo sie an Felshängen wächst.
Spezifikationen:
- Ein einzelner, kugelförmiger oder leicht abgeflachter Stängel, der sich mit zunehmendem Alter verlängern kann.
- Durchmesser bis zu 30 cm (in der Natur), in Kultur meist 10-15 cm.
- Die Rippen sind dick, abgerundet und in deutliche Höcker unterteilt. Es sind 10–15 Rippen.
- Dornen:
- Radial: 8-10 Stück, kräftig, gebogen, graubraun (bis zu 3 cm lang).
- Zentral: 1-3, länger (bis zu 4 cm), nach unten gerichtet.
- Die Blüten sind trichterförmig, weiß oder rosafarben und haben einen Durchmesser von 3–4 cm. Sie erscheinen im Sommer an ausgewachsenen Pflanzen.
Unterschiede zu ähnlichen Arten:
- Gymnocalycium baldianum – kleiner, weiche Stacheln, blüht früher.
- Gymnocalycium bruchii – Miniatur, mit weißen, borstigen Stacheln.
Benannt nach dem italienischen Botaniker Paolo Saglione, der im 19. Jahrhundert die Flora Südamerikas erforschte, ist dieser Kaktus ideal für Liebhaber einer robusten Ästhetik – seine Stacheln und seine massive Form verleihen der Sammlung einen exotischen Touch.
Gymnocalycium baldianum
Dieser winzige, aber sehr auffällige Kaktus ist wegen seiner üppigen und frühen Blüte beliebt. Er wurde erstmals in Argentinien (Provinzen Córdoba und Catamarca) beschrieben, wo er in einer Höhe von 1000–2000 Metern über dem Meeresspiegel wächst.
Spezifikationen:
- Ein einzelner, kugelförmiger Stängel, der sich mit zunehmendem Alter leicht verlängert. Durchmesser: 5–8 cm, Höhe: bis zu 6–10 cm.
- 9-11 stumpfe Rippen mit abgerundeten Höckern.
- 5–7 weiche, gebogene Radialstacheln, grauweiß oder braun (0,5–1 cm lang). Zentralstacheln fehlen in der Regel.
Blumen:
- Leuchtend, purpurrot, rosa oder violett, 3-4 cm im Durchmesser.
- Trichterförmig, mit samtigen Blütenblättern.
- Sie blüht bereits in jungen Jahren (2-3 Jahre), in der Regel zu Beginn des Sommers.
Unterschiede zu ähnlichen Arten:
- Gymnocalycium mihanovichii: hat eine flachere Form und hellere Blüten (farbige Mutanten haben unnatürliche Farben).
- Gymnocalycium saglionis: größer, mit kräftigen Stacheln.
Ideal für kleine Sammlungen, Fensterbänke und Arrangements: Die üppigen Blüten bilden einen Kontrast zu den zarten Stacheln und verleihen der Pflanze einen exotischen Akzent.
Gymnocalycium leptanthum
Dies ist ein kleiner Kaktus aus der Gattung Gymnocalycium mit anmutigen Blüten. Beschreibung:
- Es besitzt einen kugelförmigen oder leicht abgeflachten Stiel mit einem Durchmesser von in der Regel bis zu 5-8 cm.
- Die Rippen (8-12 Stück) sind in Höcker mit Areolen unterteilt.
- Die Radialdornen (5–7) sind dünn, hell (weißlich oder bräunlich) und bis zu 1 cm lang. Zentraldornen fehlen oft.
- Die Blüten sind weiß oder zartrosa, trichterförmig, bis zu 4–6 cm im Durchmesser und haben dünne Blütenblätter. Sie erscheinen an der Spitze der Pflanze.
Diese Art wird wegen ihrer anmutigen Blüten und ihrer Anspruchslosigkeit geschätzt und eignet sich daher gut für Einsteiger in die Kakteensammlung.
Gymnocalycium parvulum
Diese Miniaturart der Gattung Gymnocalycium ist für ihre kompakte Größe und ihr attraktives Aussehen bekannt. Aufgrund ihrer dekorativen Eigenschaften und ihrer Pflegeleichtigkeit wird sie häufig in Sammlungen kultiviert.
Stielform:
- Kugelförmig, leicht abgeflacht, selten größer als 3-5 cm im Durchmesser.
- Meist Einzelgänger, bildet aber manchmal Gruppen.
Rippen und Brustwarzenhöfe:
- Die Rippen (8-12) sind schwach ausgeprägt und in Höcker unterteilt.
- Die Areolen sind klein und weißlich-grau.
Dornen:
- Radial (5-7 Stück) – dünn, kurz (3-5 mm), hell (weißlich oder gelblich).
- Die zentralen Stacheln fehlen meist oder sind sehr schwach ausgeprägt.
Blühen:
- Die Blüten sind trichterförmig, weiß, cremefarben oder hellrosa und haben einen Durchmesser von etwa 3-4 cm.
- Sie erscheinen im Frühling oder Sommer an der Spitze.
Interessante Fakten:
- Eine der kleinsten Arten von Gymnocalycium.
- Geschätzt für seine anmutigen Blüten und seine Kompaktheit.
- Geeignet für Miniatur-Arrangements und die Anzucht in kleinen Töpfen.
Diese Art eignet sich ideal für Anfänger in der Kakteenzucht und für alle, die Mini-Pflanzen lieben.
Gymnocalycium quehlianum
Eine seltenere Art der Gattung. Ein kleiner, aber sehr auffälliger Kaktus mit wunderschönen Stacheln und zarten Blüten. Diese Art ist nach dem deutschen Botaniker und Kakteensammler Friedrich Quehl benannt.
Form und Stiel:
- Ein einzelner, kugelförmiger oder leicht abgeflachter Stängel mit einem Durchmesser von 4-7 cm.
- Sie kann sich mit zunehmendem Alter verlängern, erreicht aber selten eine Höhe von mehr als 10 cm.
Rippen und Wirbelsäule:
- Die Rippen (8-12) sind abgerundet und weisen deutliche Höcker auf.
- Die Stacheln sind kurz (5-10 mm), gebogen und meist weiß, grau oder bräunlich.
- Zentralstacheln fehlen oder sind nur schwach ausgeprägt.
Blumen:
- Trichterförmig, weiß oder blassrosa, manchmal mit rötlichem Schlund.
- Die Blüte hat einen Durchmesser von 3-5 cm und erscheint im Frühling oder Sommer an der Spitze.
Interessante Merkmale
- Dank ihrer zarten Blüten und ihrer ansprechenden Form zählt sie zu den dekorativsten kleinen Gymnocalycium-Arten.
- Die Farbe seiner Stacheln kann sich je nach Lichteinfall ändern (von weiß bis graubraun).
- Trockenheitsresistent und für Einsteiger in die Sammlerszene geeignet.
- Ideal für Minigärten und kleine Töpfe.
Gymnocalycium gibbosum
Benannt nach dem konvexen oberen Teil seines Stammes, zeichnet sich dieser anspruchslose und auffällige Kaktus durch einen kugelförmigen oder zylindrischen Stamm aus, der mit markanten Warzen bedeckt ist. Aufgrund seines ungewöhnlichen Aussehens und seiner Pflegeleichtigkeit gehört er zu den beliebtesten Arten in Sammlungen.
Stängel:
- In der Jugend ist er kugelförmig, mit zunehmendem Alter streckt er sich zu einem kurzen Zylinder (bis zu 10-15 cm hoch und 8-10 cm im Durchmesser).
- Die Farbe ist graugrün oder bläulichgrün, manchmal mit einem rötlichen Schimmer auf der Sonnenseite.
Rippen und Brustwarzenhöfe:
- Die Rippen (10-15) sind breit und in deutliche Höcker unterteilt, was dem Stängel eine charakteristische „buckelige“ Form verleiht.
- Die Areolen sind groß, gräulich und leicht behaart.
Dornen:
- Radial (5-7 Stück) 1-2 cm lang, dünn, gerade oder leicht gebogen, weiß oder bräunlich.
- Die mittleren Stacheln (1-2) sind steifer, bis zu 3 cm lang und dunkelbraun oder schwarz.
Blumen:
- Trichterförmig, weiß, cremefarben oder hellrosa, bis zu 4-6 cm im Durchmesser.
- Blütezeit: Frühling-Sommer, tagsüber geöffnet und nachts geschlossen.
Unterart:
- G. gibbosum var. leucodermis mit einem bläulichen Stängel und weißen Blüten.
- G. gibbosum var. ferox – mit längeren und dunkleren Stacheln.
Sie wächst langsam, lebt bei richtiger Pflege jahrzehntelang und blüht bereits in jungen Jahren (3–4 Jahre). Eine ausgezeichnete Wahl für Anfänger und erfahrene Sammler gleichermaßen.
Pflege von Gymnocalycium zu Hause
Der Gymnocalycium ist ein beliebtes Mitglied der Kakteenfamilie und bekannt für sein attraktives Aussehen und seine Anpassungsfähigkeit an Zimmerbedingungen. Für ein erfolgreiches Wachstum dieser Pflanze müssen mehrere wichtige Faktoren beachtet werden, darunter die Wachstumsbedingungen, die Wahl der richtigen Erde und Topfgröße sowie die Pflanztechnik.
Wachstumsbedingungen
Um eine normale Entwicklung der Pflanze zu gewährleisten, beachten Sie bitte Folgendes:
- Beleuchtung. Gymnocalycium bevorzugt helles, aber indirektes Licht. Direkte Sonneneinstrahlung ist morgens und abends unproblematisch, an heißen Sommertagen ist jedoch Schatten ratsam, da zu viel Sonne zu Stammverbrennungen führen kann.
Der ideale Platz wäre an den Ost- oder Westfenstern der Wohnung. - Temperatur. Die optimale Temperatur für Gymnocalycium liegt im Sommer zwischen 18 °C und 25 °C. Im Winter empfiehlt es sich, die Temperatur auf 10 °C bis 15 °C zu senken, um die für die volle Entwicklung der Pflanze notwendige Ruhephase zu gewährleisten. Temperaturen unter 5 °C bergen die Gefahr von Wurzelschäden.
- Luftfeuchtigkeit. Pflanzen kommen gut mit trockener Raumluft zurecht, aber es ist sinnvoll, sie regelmäßig mit zimmerwarmem Wasser zu besprühen, um die Blätter sauber zu halten und Staubansammlungen vorzubeugen.
Auswahl von Erde und Topf
Die ideale Erde für Gymnocalycium besteht aus einer Mischung aus Sand, Torf und Rasensoden zu gleichen Teilen. Fertige Kakteenerde ist im Fachhandel erhältlich. Wichtig ist die Zugabe von Perlit oder feinem Blähton zur Verbesserung der Drainage, da Staunässe dem Wurzelsystem schadet.
Kapazitäten:
- Die gewählten Töpfe sind flach, aber breit, damit sich die Wurzeln horizontal frei entwickeln können.
- Als Material kann alles Mögliche verwendet werden (Ton, Kunststoff, Keramik), die Hauptvoraussetzung ist jedoch, dass genügend Löcher vorhanden sein müssen, um überschüssiges Wasser ablaufen zu lassen.
- Die Größe des Topfes wird anhand des Volumens des Wurzelsystems bestimmt, wobei ein kleiner Freiraum für weiteres Wachstum gelassen wird.
Schritt für Schritt pflanzen
Das Verfahren wird in mehreren Schritten durchgeführt. Folgen Sie diesem Ablauf:
- Materialvorbereitung. Bereiten Sie im Voraus die Erde, einen neuen Topf in der richtigen Größe, Drainagematerial (zum Beispiel Kies oder Blähton), eine Schere zum Abschneiden trockener Pflanzenteile und Wasser zum späteren Gießen vor.
- Wurzelbehandlung. Falls Ihre Pflanze zuvor in anderer Erde gewachsen ist, entfernen Sie diese vorsichtig und entfernen Sie mit den Händen oder einer weichen Bürste alle Erdreste von den Wurzeln. Untersuchen Sie die Wurzeln auf Schäden oder Krankheiten und entfernen Sie trockene oder beschädigte Stellen.
- Schaffung einer Drainageschicht. Um Wasserstau zu vermeiden, legen Sie eine etwa 2-3 cm dicke Schicht Drainagematerial auf den Boden des neuen Topfes.
- Mit Erde befüllen. Füllen Sie den Topf bis zur Hälfte mit frischer Erdmischung und setzen Sie die Pflanze vorsichtig hinein, wobei Sie die Wurzeln gleichmäßig auf dem Topfboden verteilen.
- Befüllung von oben. Füllen Sie den Topf weiter mit Blumenerde, bis der Erdspiegel den Stängelansatz der Pflanze erreicht. Drücken Sie die Erde um die Wurzeln herum vorsichtig an und klopfen Sie die Oberfläche leicht mit den Fingern ab, um Lufteinschlüsse zu vermeiden und der Pflanze Stabilität zu verleihen.
- Bewässerung. Das erste Gießen sollte vorsichtig mit kleinen Mengen zimmerwarmen Wassers erfolgen. Vermeiden Sie es, Wasser direkt auf die Pflanze selbst, insbesondere auf junge Triebe, zu gießen.
- Beleuchtung. Stellen Sie den Pflanztopf an einen hellen Ort, vermeiden Sie aber unmittelbar nach dem Einpflanzen direkte Sonneneinstrahlung. Erhöhen Sie die Lichtintensität allmählich, damit sich die Pflanze an die neuen Bedingungen gewöhnen kann.
- Pflege nach dem Einpflanzen. Überprüfen Sie regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit und gießen Sie die Pflanze mäßig, gemäß den allgemeinen Pflegeempfehlungen für Gymnocalycium.
Bewässerung
Gymnocalyciums benötigen mäßiges Gießen, da sie zur Familie der Kakteen gehören und Feuchtigkeit in ihrem Gewebe speichern können. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie zu Wurzelfäule führen kann.
- Frühling und Sommer: Wässern Sie etwa einmal pro Woche und lassen Sie den Boden zwischen den Wässerungen vollständig austrocknen.
- Herbst und Winter: Reduzieren Sie die Häufigkeit des Gießens auf einmal im Monat oder sogar noch seltener, wenn die Pflanze in die Ruhephase eintritt.
Dünger
Es wird empfohlen, Gymnocalycium mit Spezialdünger für Kakteen und Sukkulenten zu düngen, der weniger Stickstoff und mehr Phosphor und Kalium enthält. Dies fördert ein kräftiges Wurzelwachstum und eine verbesserte Blütenbildung.
- Frühling und Sommer: Düngen Sie alle zwei bis drei Wochen und verdünnen Sie die Lösung gemäß den Anweisungen des Herstellers.
- Herbst und Winter: Die Fütterung ganz einstellen oder auf ein Minimum reduzieren.
Reproduktion des Gymnocalyciums
Es gibt drei Hauptmethoden zur Vermehrung von Gymnocalycium: vegetativ, durch Aussaat und durch Veredelung.
Vegetative Vermehrung
Bei dieser Technik werden die Ableger von der Mutterpflanze getrennt. Für ein erfolgreiches Ergebnis ist es wichtig, folgende Schritte zu befolgen:
- Trennen Sie die Jungpflanze mit einem scharfen, sterilen Instrument von der ausgewachsenen Pflanze.
- Lassen Sie die Stecklinge etwa zwei Wochen lang trocknen, damit sie nicht verfaulen.
- Pflanze das Baby in ein vorbefeuchtetes Gemisch aus Sand und Perlit.
- Eine Temperatur von +20-25°C und mäßiges Licht einhalten.
Vermehrung durch Samen
Die Vermehrungsmethode über Samen ermöglicht es, die sortentypischen Merkmale der Pflanze zu erhalten. Der Prozess verläuft wie folgt:
- Bereiten Sie ein Substrat aus einem Gemisch aus Torf und Sand vor.
- Die Samen gleichmäßig auf dem angefeuchteten Substrat verteilen, aber nicht zu tief einsäen.
- Decken Sie den Behälter mit transparenter Folie oder Glas ab, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen.
- Die Pflanzen sollten regelmäßig belüftet und das Substrat durch Besprühen befeuchtet werden.
Veredelung von Gymnocalycium
Durch Veredelung wird das Wachstum junger Pflanzen beschleunigt und ihre Ziereigenschaften verbessert. Die Vorgehensweise ist wie folgt:
- Wählen Sie eine geeignete Unterlage – häufig werden Echinopsis oder Cereus verwendet.
- Mit einem scharfen Messer einen geraden, horizontalen Schnitt an der Wurzel und der Spitze des Edelreises machen.
- Setzen Sie die vorbereiteten Teile zusammen und fixieren Sie sie mit einem Gummiband oder Klebeband.
- Sorgen Sie für einen warmen (+20-25°C), vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Ort zum Überleben.
- Nach vollständiger Verknöcherung (nach 2-3 Wochen) wird die Retainer-Schiene entfernt.
Schädlinge und Krankheiten des Gymnocalycium
Gymnocalycium-Pflanzen sind anfällig für verschiedene Krankheiten und Schädlinge, die ihre Gesundheit und ihr Aussehen beeinträchtigen können. Im Folgenden betrachten wir die häufigsten Probleme und wie man sie bekämpfen kann.
Krankheiten und ihre Behandlung
Die häufigsten Krankheiten des Gymnocalyciums sind:
- Faul: Zu den Symptomen gehören weiches Gewebe und Flecken. Betroffene Pflanzenteile sollten entfernt und die Pflanze in frische, trockene Erde umgepflanzt werden.
- Blattflecken: Gekennzeichnet durch das Auftreten dunkler Flecken. Erfordert eine Fungizidbehandlung.
- Wurzelschäden: Die Blätter verfärben sich gelb. Überprüfen Sie die Wurzeln und entfernen Sie beschädigte Stellen.
- Mineralstoffmangel: Die Pflanzen werden blass und wachsen langsam. Eine Düngung mit Mehrnährstoffdünger wird empfohlen.
Schädlinge und ihre Bekämpfung
Die wichtigsten Schädlinge von Gymnocalycium:
- Schildlaus: Sie sehen aus wie kleine braune Schilde. Reinigungsalkohol und Insektizide sind wirksam.
- Spinnmilbe: Zu den Symptomen gehören feine Gespinste und vergilbte Blätter. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und der Einsatz chemischer Milbenbekämpfungsmittel können Abhilfe schaffen.
- Schmierlaus: Charakterisiert durch weißes, watteartiges Sekret. Manuelle Entfernung und Chlorphos werden angewendet.
- Nematoden: dies zu Stängelverformungen führen. Eine Behandlung mit Nematiziden ist erforderlich.
Vorteile des Gymnocalyciums
Nachteile des Gymnocalyciums
Trotz einiger Nachteile bleibt Gymnocalycium aufgrund seiner dekorativen Eigenschaften und der einfachen Pflege eine beliebte Wahl unter Zimmerpflanzenliebhabern.
Rezensionen
Gymnocalycium ist eine wunderbare Wahl, um Ihr Zuhause zu dekorieren und eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Mit dem richtigen Standort, minimaler Pflege und geeigneten Bedingungen werden Sie jahrelang Freude an dieser schönen Pflanze haben.











































